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Editorial Januar/Februar 2015

Kursmünzensätze 2015 lassen ihre Vorgänger "alt aussehen"

Edel sehen sie aus, modern und nicht mehr ganz so "europäisch": die Kursmünzensätze der Bundesrepublik Deutschland ab 2015. Sie kommen jetzt in exklusivem Anthrazit-Schwarz daher, mit goldenem Bundesadler und dezenten gelben und roten Designelementen. Damit wird der nationale Charakter dieser Kursmünzen viel stärker betont als bisher, denn es sind die deutschen Farben, die für die Gestaltung gewählt wurden: Schwarz-Rot-Gold. Hier wurde nicht nur einfach eine Verpackung aufgehübscht, sondern ein Produkt komplett neu positioniert.

Stand bei der Gestaltung zu Zeiten der Euro-Einführung 2002 ganz klar das Neue, der Europa-Gedanke im Vordergrund, so wird jetzt die Tatsache betont, dass die Herausgabe von Münzen auch in Zeiten der Gemeinschaftswährung eine hoheitliche Aufgabe der einzelnen Mitgliedsstaaten ist. Das deutsche Münzregal liegt wie zu D-Mark-Zeiten beim Bundesfinanzminister. Die bislang auf den Kursmünzensätzen dominierenden Blautöne und die Europa-Landkarten sind deshalb einer nationalen Farbgebung gewichen.

Aber nicht nur optisch sind die Kursmünzensätze komplett überarbeitet, sondern auch inhaltlich und technisch. Das Format der Spiegelglanz- und Stempelglanz-Versionen ist jetzt mit 15 mal 12 Zentimetern identisch. Damit lassen sich die Sets besser sammeln, weil nur noch eine Größe von Albumblatt oder Kassette zur Aufbewahrung notwendig ist. Durch die Neugestaltung hat vor allem der Spiegelglanz-Satz stark gewonnen: Die seit über 40 Jahren (!) unveränderte Plexiglas-Verpackung mit eingelegtem, dunkelrotem (zu D-Mark-Zeiten: blauem) Hartplastik-Münzträger macht jetzt einem zeitgemäßen Präsentationsfolder im Schuber Platz, der das Set mit einer beeindruckenden Fülle von Informationen aufwertet.

So können jetzt die enthaltenen Münzen viel ausführlicher beschrieben und die Namen der einzelnen Münzgestalter genannt werden. Überdies gibt es Raum für ein Kurzporträt der jeweiligen Münzstätte. Das freut alle, die die Sätze in allen fünf Prägestätten-Versionen sammeln, denn sie mussten bisher mit der Lupe auf den Münzen die Prägebuchstaben suchen oder das Kleingedruckte auf der Verpackung. Die fünf Ausgaben unterscheiden sich jetzt - zumindest in der Spiegelglanz-Variante - deutlicher voneinander. Ein weiterer Anreiz, alle komplett besitzen zu wollen. Wenigstens die Erstausgaben von 2015, die ihre Vorgänger im besten Wortsinn "alt aussehen" lassen.

Erzinger
Wolfgang Erzinger,
Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin.

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