Internationale Fachzeitschrift für
alte und neue Numismatik

Start » Heft-Archiv » Jahrgang 2015 » Ausgabe 3/2015 » 2-Euro-Bundesländerserie

2-Euro-Gedenkmünzen Deutschland

Motive der Bundesländerserie bis 2018 beschlossen

Die drei nächsten Motive der deutschen Bundesländerserie wurden beschlossen: Dresdner Zwinger (Sachsen, 2016), Porta Nigra (Rheinland-Pfalz, 2017) und Schloss Charlottenburg (Berlin, 2018).

Bei den 2-Euro-Gedenkmünzen der deutschen Bundesländerserie werden die Motive traditionell im Dreierpack verabschiedet. Jetzt war es wieder soweit: Die Designs für die Jahre 2016 bis 2018 wurden veröffentlicht. Dabei folgte die Bundesregierung jeweils den Empfehlungen des Preisgerichts, das die Arbeiten der insgesamt 15 Künstler beurteilte, die am Münzwettbewerb teilgenommen hatten.

Die Reihenfolge der Ausgabe steht bereits seit Beginn des Programms im Jahr 2006 fest: Die Bundesländer kommen jeweils in dem Jahr zu Münzehren, in dem sie turnusgemäß den Vorsitz im Deutschen Bundesrat innehaben. Und auch die Themen sind längst bekannt, denn hierüber durften die Landesregierungen selbst bestimmen (siehe Tabelle). Für die nächsten drei Ausgabejahre wurden nun auch die künstlerischen Designs für die Bundesländer Sachsen (2016), Rheinland-Pfalz (2017) und Berlin (2018) verabschiedet. Die Sehenswürdigkeiten, die diese Länder repräsentieren, sind allesamt international bekannte Kulturdenkmäler: Dresdner Zwinger, Porta Nigra und Schloss Charlottenburg.

Sachsen 2016

Das Motiv der nächstjährigen 2-Euro-Gedenkmünze der Bundesländerserie geht auf einen Entwurf von Jordi Truxa aus Neuenhagen zurück, der einen Blick aus dem Innenhof des Dresdner Zwingers auf das markante Kronentor zeigt. In der Beurteilung der Jury heißt es dazu wörtlich: "Besonders beeindruckend ist die gelungene Darstellung der räumlichen Tiefe bis an die architektonische Fassade. Die Einbeziehung der Gartenanlage als wesentlicher Bestandteil des Gesamtensembles hat besonders überzeugt. Die Ausarbeitung des Reliefs ist gleichzeitig klar und sehr fein.
Durch eine durchdachte Komposition auf dem Münzrund gelingt eine horizontale Betonung des Westflügels, die den Charakter einer Orangerie deutlich macht."
Als "Nachrücker" (so wird im 2-Euro-Wettbewerb der 2. Preis bezeichnet) wurde eine Arbeit von Andreas Jähnig aus Baruth bei Berlin ausgewählt, die ebenfalls das Kronentor mit den anschließenden Langgalerien zeigt, diesmal allerdings von der Südwestseite aus.

Rheinland-Pfalz 2017

Ein Hamburger Künstler konnte im Ren nen um den schönsten Entwurf der Porta Nigra in Trier punkten: Platz 1 ging einstimmig an Frantisek Chochola, der das antike Stadttor aus der Römerzeit und heutige UNESCO-Welterbe gekonnt ins Relief umsetzte. Gezeigt wird eine Außenansicht der Doppeltoranlage aus dem 2. Jahrhundert nach Christus, die das Preisgericht überzeugte: "Das Alter der römischen Architektur hat der Künstler geschickt zum Ausdruck gebracht, indem er die stoffliche Qualität des Kylltal-Sandsteins im heutigen Zustand charakterisiert." Den zweitplatzierten Nachrücker lieferte Eugen Ruhl aus Pforzheim, der dieselbe Ansicht der Porta Nigra wählte, jedoch die Patina des Mauerwerks nicht so deutlich hervorhob.

Berlin 2018

Das Land Berlin entschied sich bei der Wahl seiner Sehenswürdigkeit nicht etwa für das schon vielfach zu Münzehren gekommene Brandenburger Tor, sondern für das Schloss Charlottenburg im Westteil der deutschen Hauptstadt. Das ursprünglich als kleine Sommerresidenz gedachte Bauwerk wurde nach der Wahl von Kurfürst Friedrich III. zum ersten König in Preußen 1701 nach Versailler Vorbild zu einer repräsentativen Schlossanlage ausgebaut. Der siegreiche Münzentwurf von Bodo Broschat aus Berlin zeigt den Hauptbau von der Ehrenhofseite. Die Arbeit besteche, so die Jury, "durch die perspektivische Annäherung an die von einer Kuppel bekrönte zentrale Achse des Schlosses". Die räumliche Tiefe wird durch die beiden seitlichen Portalfiguren noch verstärkt. Sehr überzeugend sei auch "die hohe Detailgenauigkeit bei gleichzeitiger Klarheit der Zeichnung". Platz 2 belegte Hagen Täuscher, ebenfalls aus Berlin, der die Gartenseite des Charlottenburger Schlosses als Motiv wählte. Auch seine Arbeit wurde vom Preisgericht als gut gelungen gerühmt, vor allem wegen ihrer "sehr zarten und detailreichen Fassadenausarbeitung".

Nach einem weiteren Dreier-Wettbewerb für die Motive der Bundesländer Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg wird das 16-Jahres-Programm 2021 abgeschlossen sein.


Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN Mai/Juni 2015.

2-Euro-Bundesländerserie

Die Designs der 2-Euro-Bundesländerserie für die nächsten drei Jahre stammen von Jordi Truxa, Frantisek Chochola und Bodo Broschat. Motive sind der Dresdner Zwinger (2016), die Porta Nigra in Trier (2017) und das Berliner Schloss Charlottenburg (2018).

© DEUTSCHES MÜNZEN MAGAZIN - Alle Rechte vorbehalten