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Editorial November / Dezember 2016

Deutschland-Premiere 2017: 50 Euro Gold

Im Mai 2017 soll Deutschlands erste 50-Euro-Goldmünze erscheinen. Noch eine numismatische Neuheit in dieser an Deutschland-Premieren nicht gerade armen Zeit. Ich erinnere nur an die 25-Euro-Feinsilbermünze zum Einheitsjubiläum 2015 oder die sensationell erfolgreiche erste 5-Euro-Gedenkmünze, die mit ihrem lichtdurchlässigen Polymerring ein innovatives Alleinstellungsmerkmal besitzt.

Jetzt also soll es zum ersten Mal eine deutsche Goldmünze sein, die mit einer viertel Unze (7,78 Gramm) und dem bislang noch nicht genutzten Münz-Nennwert von 50 Euro an den Start geht. Sie füllt damit gewichtsmäßig genau die Lücke zwischen den beiden bestehenden Spezifikationen zu 1/2 Unze (100 Euro UNESCO-Serie) und 1/8 Unze (20 Euro „Heimische Vögel“ und „Deutscher Wald“). Thema der Erstausgabe ist das 500. Reformationsjubiläum im nächsten Jahr. Das hört sich alles nicht nur vielversprechend an, es sieht auch noch gut aus: Als Motiv wurde 1:1 die sogenannte „Lutherrose“ übernommen, das historische Siegel des großen Reformators.

Größe, Ausgabeanlass und Design sind also durchaus verkaufsfördernd – und das Material, aus dem das schöne Stück gefertigt ist, sowieso: reines 999,9er Gold, das (zumindest offiziell) aus den Beständen der deutschen Bundesbank stammt. Wer wollte eine solche Münze nicht besitzen, die dank des geringeren Gewichts gegenüber der Halbunze obendrein zu einem deutlich günstigeren Einstandspreis angeboten werden kann? Wir dürfen gespannt sein, wie schnell die geplante Auflage von 150000 Exemplaren vergriffen ist. Ein Ladenhüter wird das jedenfalls nicht, diese Prognose kann man getrost wagen.

Ob die 50-Euro-Viertelunze ab 2018 schließlich als dritte deutsche Goldmünzenreihe etabliert wird? Das sei noch nicht beschlossene Sache, ist zu hören. Die Wahrscheinlichkeit aber scheint mir sehr groß, wenn die Rahmenbedingungen so bleiben wie sie sind. Gerade die Nullzinspolitik spricht für Gold, denn auch andere sichere Sparanlagen bringen derzeit keine laufenden Erträge. Der ehemalige Chef der Großbank UBS sagte neulich in einem Interview mit dem „Manager Magazin“: „Ich kann nur empfehlen: Erhöhen Sie den Goldanteil bei Ihren Anlagen auf 30 Prozent!“ Soweit muss man vielleicht gar nicht gehen. Aber wer – zumal als Sammler – sowieso etwas auf die hohe Kante legen möchte, für den sind Goldmünzen heute und auch in absehbarer Zukunft sicher eine gute Wahl.

Erzinger
Wolfgang Erzinger,
Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin

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