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Letzte 20-Euro-Gedenkmünze 2016

125. Geburtstag des Malers Otto Dix

Ein bedeutender Grafiker und Maler des 20. Jahrhunderts wird auf der letzten deutschen 20-Euro-Silbermünze des Jahres geehrt: Otto Dix zu seinem 125. Geburtstag.

Am 2. Dezember 1891 wurde in Gera der Kunstmaler und Grafiker Otto Dix geboren. Er gehörte zu den wichtigsten bildenden Künstlern Deutschlands im 20. Jahrhundert. Die bekanntesten Arbeiten seines stilistisch äußerst vielfältigen Werks werden der Stilrichtung „Neue Sachlichkeit“ zugerechnet, die er entscheidend prägte. Zum 125. Geburtstag von Otto Dix gibt die Bundesrepublik Deutschland am 3. November ihre letzte von fünf 20-Euro-Silbergedenkmünzen des Jahrgangs 2016 heraus.

1. Preis: Friedrich Brenner, Diedorf

Den 1. Preis im Gestaltungswettbewerb sicherte sich der Bildhauer Friedrich Brenner aus Diedorf bei Augsburg. Sein Entwurf zeigt ein nach links gewandtes Selbstporträt von Otto Dix mit grimmigem Blick und Zigarette zwischen den nach vorn geschobenen Lippen. Im Vordergrund ist eine typische Szene mit Nachtclub-Tänzerin aus Dix‘ bewegten 1920er Jahren dargestellt. Das Preisgericht lobte: „Das Relief auf der Bildseite verbindet in virtuoser Collage Portrait, ein bildnerisches Zitat eines Hauptmotivs seines Schaffens und seine Signatur. Dadurch entsteht eine Komposition, die in gewisser Weise das Montageprinzip von Dix und die Virulenz seines Frühwerks in einer neuen künstlerischen Sprache widerspiegelt.“ Dix sagte einmal im Zusammenhang mit seinen Selbstdarstellungen: „Du musst alles selber sein!“ – ein Zitat, das jetzt die Randschrift der 20-Euro-Münze bildet.

2. Preis: Erich Ott, München

Auf dem zweiten Platz im Künstlerwettbewerb landete Erich Ott aus München, der einen sehr klassischen Münzentwurf mit einem stilisierten Selbstporträt von Otto Dix vorlegte. „Es ist“, so die Jury, „das Bildnis eines Mannes, der sich als Zeuge von Krieg, Unruhen und der bewegten Welt der Zwanziger Jahre sah: realistisch und kritisch. Dem Künstler ist es gelungen, diese Selbstwahrnehmung in den Entwurf für die Gedenkmünze zu übersetzen. Damit gibt er nicht nur eine typische Arbeit von Dix wieder, sondern zugleich auch ein repräsentatives Beispiel für die deutsche Kunstboheme der Zwanzigerjahre. Die Arbeit ist in allen Teilen gestalterisch überzeugend.“

Zwei 3. Preise: Heinz Hoyer und Bodo Broschat

Bei den nächsten Platzierungen konnte sich die Jury nicht entscheiden und vergab zwei gleichberechtigte dritte Preise. Der eine ging an Heinz Hoyer aus Berlin. Er stellte ein Selbstporträt von Otto Dix in Form eines gerahmten Holzschnitts in den Mittelpunkt, der von dem Namen des Geehrten und dessen Lebensdaten „1891 – 1969“ umgeben ist. Allerdings bemängelte die Jury, dass Otto Dix vom Betrachter nicht unmittelbar erkannt werde – dennoch: „Der Entwurf überzeugt durch seine formale Konsequenz in der Verbindung von Bild und Typografie. Das Leben und Werk von Otto Dix spiegeln sich in der ausdrucksstarken grafischen Umsetzung beeindruckend wider.“
Der weitere 3. Preis ging ebenfalls nach Berlin, an Bodo Broschat. Die Arbeit des erfolgreichen Münzgestalters überzeugte die Jury durch die hohe Qualität des Porträts von Otto Dix, das von Ausschnitten zweier seiner Werke flankiert wird. Das Preisgericht: „Hier erscheinen mit einer bewegten Szene aus dem Nachtleben der 20er Jahre und einer Gruppe in den ersten Weltkrieg ziehender Soldaten zwei der Themen, die in seinem Gesamtschaffen einen prägenden Platz hatten. Bild- und Wertseite harmonieren in ihrer räumlichen Aufteilung und im Einsatz der klug eingesetzten Typographie.“

Spezifikationen: „125. Geburtstag Otto Dix“, 2016, 20 Euro, Silber 925/1000, 18 g, ø 32,5 mm, Prägestätte Karlsruhe (G). Die Auflagen wurden noch nicht bekanntgegeben.


Vollständiger Artikel mit Abbildungen der Konkurrenzentwürfe im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN Januar/Februar 2016.



Eine bewegte Collage aus grimmigem Selbstporträt, Signatur und Zwanzigerjahre-Szene beherrscht den Entwurf von Friedrich Brenner.

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