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Editorial März/April 2017

Das deutsche Münzprogramm wird vielfältiger

Die deutsche Münzpolitik hat in den letzten Jahren bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Begonnen hat die Erweiterung des Ausgabeprogramms mit einer zweiten Goldmünzen-Reihe zu 20 Euro Nennwert, die auch für den kleineren Geldbeutel erschwinglich ist. Mit einer stabilen Auflage von 200000 Exemplaren pro jährlichem Motiv haben die Achtelunzen mittlerweile sogar dem klassischen Gold-Hunderter der UNESCO-Serie den Rang abgelaufen. Der steht in der jetzt veröffentlichten Prägestatistik für 2016 nur noch mit 147000 Exemplaren.

Das ist für eine Gedenkmünze im Gewicht einer halben Unze Gold zwar noch immer Weltspitze, aber es waren zu Zeiten der Euro-Einführung vor 15 Jahren schon mal deutlich mehr – über das Dreifache! Mit mangelndem Sammlerinteresse hat dies allerdings nur wenig zu tun, sondern eher mit dem Goldpreis der sich seit Jahren im Dauer-Hoch befindet – 2002 kostete das 15,55 Gramm schwere Goldstück eben auch nur ein Drittel (was Erstausgabe-Käufer heute freudig als Wertsteigerung verbuchen).

Ein weiterer Schritt in Richtung größerer Vielfalt war die Ausgabe der ersten 25-Euro-Feinsilbermünze – passend zum 25. Jahrestag der deutschen Einheit 2015. Im selben Jahr erschien zuvor motivgleich auch die erste nationale 2-Euro-Gedenkmünze zusätzlich zur Bundesländer-Ausgabe und 2016 feierten die Sammler mit der ersten 20-Euro-Silbermünze die Rückkehr zum Edelmetall bei den klassischen Gedenkmünzen.  

Schließlich die 5-Euro-Münze mit Polymerring! Darüber muss ich hier keine großen Worte mehr verlieren. Einfach sensationell. Sie hat ihren Wert in wenigen Monaten vervielfacht und die Spiegelglanz-Ausgabe der 2017er Nachfolgemünze „Tropische Zone“ war wieder bereits nach drei Tagen offiziell ausverkauft. 

Und am 24. Mai erscheint die erste deutsche Münze zu 50 Euro. Sie besteht aus einer viertel Unze purem Gold und hat zum 500. Jahrestag der Reformation als Motiv die „Lutherrose“. Wie der Polymer-Fünfer soll auch sie keine einmalige Erscheinung bleiben. Dem Vernehmen nach ist eine weitere Serie geplant, die mit dieser Spezifikation ab 2018 startet. Gut so!

Jetzt fehlt uns eigentlich nur noch eine gelungene deutsche Anlagemünze zum Glück. Sammler und Anleger würden die Verkaufsstellen stürmen, denn in Zeiten wie diesen ist der Run auf Sachwerte, Gold vor allem, übergroß. So schön das Geburtstagskind Krügerrand auch sein mag – Barrenmünzen aus dem eigenen Land wären nicht zu toppen.

Erzinger
Wolfgang Erzinger,
Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin

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