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World Money Fair 2017 Berlin

Messepremiere: 5 Euro Polymer „Tropische Zone“

Auf der World Money Fair wurde der Nachfolger der Erfolgsmünze „Planet Erde“ von 2016 präsentiert.  Die „Tropische Zone“ mit rotem Kunststoffring in Spiegelglanz war bereits nach drei Tagen ausverkauft.

Mit Staatssekretär Dr. Michael Meister war ein ranghoher Vertreter des Bundesministeriums der Finanzen im Estrel Kongresszentrum erschienen, um die wohl begehrteste deutsche Münzneuheit des Jahres vorzustellen:  Die 5-Euro-Gedenkmünze „Tropische Zone“ aus der neuen Serie „Klimazonen der Erde“. Nach der Weltpremiere einer Münze mit lichtdurchlässigem Polymerring im vergangenen Jahr ist dies die zweite Prägung mit dieser Spezifikation. Sie hat – nach dem Blau der „Planet Erde“-Münze von 2016 – nun einen rot leuchtenden Kunststoffring.

Zu kaufen gab es die Münze zwar auf der Messe noch nicht, aber die Präsentation am 3. Februar markierte gleichzeitig den Reservierungsstart für die „Spiegelglanz“-Ausgabe. So wurden auf der World Money Fair schriftliche Orders entgegengenommen und auf der amtlichen Internetseite an jenem  Freitag Bestellmöglichkeiten freigeschaltet – mit der Folge, dass wegen der hohen Zahl der Zugriffe das Computernetz der Verkaufsstelle  kollabierte und die Website für Stunden nicht erreichbar war. Wer es nach der Messe am Montag nochmals probierte, war bereits zu spät dran. Es erschien unter dem elektronischen Bestellformular nur noch die lapidare Zeile: „Aufgrund der hohen Nachfrage ist die 5-Euro-Sammlermünze ‚Tropische Zone‘ in der Prägequalität ‚Spiegelglanz‘ nicht mehr bestellbar.“ Die – gegenüber 2016 bereits um 20 Prozent erhöhte – Gesamtauflage in „Spiegelglanz“ von 300.000 Exemplaren war nach drei Tagen komplett ausverkauft!

Die Stempelglanz-Version, die in einer unveränderten Auflage von zwei Millionen zum Nennwert in Umlauf gebracht wird, ist dagegen über die Bundesbank-Filialen überhaupt nicht reservierbar. Verkaufsstart ist dort der 27. April 2017 und schon heute wird darauf hingewiesen, dass jeder Interessierte nur ein Exemplar bekommt. Wie im Vorjahr werden sich am Ausgabetag und auch danach wohl wieder lange Schlangen bilden – nicht nur, wer sich für eine weitere Münze ein zweites Mal anstellen will, muss viel Zeit mitbringen. Und die Filialen der Bundesbank beabsichtigen nicht, deshalb ihre nicht gerade kundenfreundlichen vormittäglichen Öffnungszeiten zu ändern – sie schließen Montag bis Freitag spätestens um 13 Uhr.

Alle Sammler, denen das zu aufwendig und kompliziert ist, sollten die „Tropische Zone“ rechtzeitig im Münzhandel reservieren. Diese Vorbestellungen sind bei seriösen Händlern unverbindlich  und der Kunde kann am Verkaufstag immer noch überlegen, ob ihm die Münze das verlangte Aufgeld wert ist. Mit garantiertem Rücktrittsrecht sind diese Reservierungen risikolos und daher zu empfehlen.

Die mangelnde Verfügbarkeit hat aber auch seine Vorteile und trägt ein Gutteil zum Hype um diese Münze bei: Der „Blaue Planet Erde“ stieg binnen weniger Monate im Jahr 2016 um das Acht- bis Zehnfache im Wert und bescherte so seinen Besitzern – zumindest auf dem Papier – einen ordentlichen Gewinn. Denn verkaufen will offenbar fast niemand, sonst wären die Preise nicht so hoch. Finanz-Staatssekretär Meister gestand bei der Präsentation der 2017er Ausgabe ein: „Mit einem derart großen Erfolg der Münze hatten wir nicht gerechnet. ... Die Resonanz und Nachfrage war überwältigend. Unser Ziel, ein breites Interesse an deutschen Sammlermünzen zu wecken und vor allem auch junge Menschen anzusprechen, ist mehr als erreicht worden.“

Am deutschen Messestand auf der World Money Fair wurde auch die offizielle Verpackung für die „Spiegelglanz“-Version 2017 gezeigt. Es handelt sich dabei um die gleiche Präsentationsbox wie bei der Erstausgabe 2016, diesmal jedoch, passend zur Münze, mit einem roten Silikonband. Aus diesem Acrylglasbehälter kann die gekapselte Münze problemlos und beschädigungsfrei entnommen werden. Wem diese Box also nicht gefällt oder zu sperrig ist, für den bieten Handel und Zubehörhersteller eine Vielzahl weiterer Aufbewahrungsmöglichkeiten für die neue 5-Euro-Serie an – von der klassischen Kassette über verschiedene Alben bis hin zur Schatulle mit LED-Hintergrundbeleuchtung, die die Farbringe zum Strahlen bringt. Ein Tipp: Bewahren Sie die offizielle Box dennoch auf, denn bei einem eventuellen späteren Verkauf der Münze muss mit Preisabschlägen gerechnet werden, wenn die Originalverpackung fehlt.


Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN März/April 2017.

Vor zahlreichen Vertretern der Presse und der internationalen Münzbranche präsentierte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, Dr. Michael Meister, auf der World Money Fair die Erstausgabe der neuen Serie „Klimazonen der Erde“.

Freude über die neue 5-Euro-Münze am deutschen Messestand. Links im Vordergrund Günther Waadt und Dr. Peter Huber, Münzleiter aus München und Stuttgart, dahinter BADV-Vizepräsident Dr. Thomas Dress und Staatssekretär Dr. Michael Meister.

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