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20-Euro-Gedenkmünze „Grimms Märchen“ 2018

Silberner Froschkönig

Fortsetzung der beliebten „Grimms Märchen“-Serie: 2018 erscheint in 20 Euro Silber mit dem Motiv „Froschkönig“ die siebte Ausgabe dieser Gedenkmünzenserie.

Nach ursprünglicher Planung sollte die 2012 noch mit 10 Euro Nennwert gestartete Serie „Grimms Märchen“ dieses Jahr enden. Sie erfreut sich bei den Sammlern jedoch so großer Beliebtheit, dass man sich im Bundesfinanzministerium zu einer Fortsetzung bis zunächst 2022 entschlossen hat. Die Märchen-Motive belegten stets vordere Plätze bei der Wahl zur „Münze des Jahres“. 2015 wurde „Dornröschen“ beispielsweise zur schönsten deutschen 10-Euro-Gedenkmünze gekürt. Nach dem Doppelporträt der Brüder Grimm von 2012 und den Märchenmotiven Schneewittchen (2013), Hänsel und Gretel (2014), Dornröschen (2015), Rotkäppchen (2016) und die Bremer Stadtmusikanten (2017) wird das Programm 2018 um eine 20-Euro-Silbermünze mit dem Motiv Froschkönig bereichert.

In der Literaturforschung wird das Märchen als „KHM 1“ geführt, was bedeutet, dass es in der Erstausgabe von Grimms „Kinder und Hausmärchen“ (KHM) von 1812 als erster Text überhaupt erschien. Es erzählt von einer Prinzessin, der beim Spielen ihre goldene Kugel in einen Brunnen fällt. Ein Frosch erklärt sich bereit, ihr die Kugel wiederzubringen, wenn sie dafür Tisch und Bett mit ihm teilen würde. Die Prinzessin verspricht es, will sich später aber nicht an die Abmachung halten. Doch die hässliche Kröte verfolgt sie und der König drängt seine Tochter, das Versprechen einzulösen. Als sie den Frosch jedoch mit ins Bett nehmen soll, ekelt sie sich so sehr, dass sie das schleimige Tier an die Wand wirft. In diesem Augenblick verwandelt sich der Frosch in einen Prinzen – er war zuvor von einer Hexe verwünscht worden. Schließlich gibt es ein Happy End: Nach seiner Erlösung durch die schöne Königstochter wird er deren Gemahl und beide leben glücklich bis an ihr Lebensende.

1. Preis: Anne Karen Hentschel

Der siegreiche Entwurf im Münzwettbewerb, gestaltet von Anne Karen Hentschel aus Bremen, zeigt die drei herausragenden Elemente des Märchens: Frosch, goldene Kugel und Prinzessin. Das Preisgericht lobt die dynamische Perspektive und führt aus: „Der plastisch außergewöhnlich gut gestaltete Frosch, der im Besitz der Goldkugel ist und diese als Symbol seiner Ansprüche vorweist, steht mit seiner raumbestimmenden Geste im Zentrum des Bildes. Durch das dominante Froschmotiv im Vordergrund entsteht eine starke Spannung zur im Hintergrund widerwillig zurückblickenden Königstochter. Mit dieser Darstellung wird das zentrale Spannungsverhältnis des Märchens trefflich auf den Punkt gebracht.“ Und weiter: „Der würdige Adler auf der Wertseite erreicht mit seiner Konzentration auf das Mittelfeld eine stimmige Ausdruckskraft. Formale Gestaltungsmittel der Bildseite werden dabei aufgegriffen, z. B. Kugelformen, wodurch mit leichtem Augenzwinkern ein Bezug zum Thema der Münze hergestellt wird.“ Die Randschrift zitiert Worte des Froschkönigs: KÖ- NIGSTOCHTER JÜNGSTE MACH MIR AUF!

2. Preis: Antje Born

Platz 2 im Münzwettbewerb belegte die Bildhauerin Antje Born aus Halle/Saale. In einem kreisförmigen Relief wird die Schlüsselszene dargestellt, als der Prinzessin die goldene Kugel ins Wasser fällt. Die Jury beschreibt das Motiv folgendermaßen: „Am Rande des Brunnens kniet die

Königstochter. Betroffen blickt sie der Kugel nach, die gerade im Wasser versinkt. Der Frosch als das wichtige Gegen- über taucht im Vordergrund auf und dominiert das Brunnenbecken. Die Mitte der Bildseite nimmt die kniende Prinzessin ein, gerahmt durch zwei stilisiert gestaltete Bäume, deren Wipfel miteinander verschränkt sind. Der Zwischenraum bildet eine Herzform. Die Gestaltung der Bildseite ist erfindungsreich.“

3. Preis: Elena Gerber

Die Künstlerin Elena Gerber aus Berlin war bereits mit zwei Motiven aus der Märchenserie erfolgreich: Die 20-Euro-Silbermünzen „Rotkäppchen“ und „Bremer Stadtmusikanten“ stammen von ihr. Diesmal landete ihr Entwurf auf Platz 3. Die Wettbewerbsjury überzeugte dabei die „moderne plastische Ausarbeitung der Bildseite“. Wörtlich heißt es: „Diese rückt die Brunnenszene in den Mittelpunkt, deutet aber durch den Weg und das Schloss in der Ferne den Fortgang des Märchens an. Der expressive Ausdruck der Figur lässt insbesondere durch die begierig greifenden Hände die Ambivalenz der Szene durchscheinen. Die Bildseite wirkt harmonisch und korrespondiert in der Flächenaufteilung mit dem würdigen Adler der Wertseite mit seinem ausdifferenzierten Federkleid.“

Spezifikationen: Grimms Märchen – Froschkönig, 2018, 20 Euro, Silber 925/1000, 18 g, Ø 32,5 mm, Prägestätte Hamburg (J), Auflagen in Stempelglanz und Spiegelglanz werden noch bekanntgegeben.


Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN Mai/Juni 2017.

1. Preis im Münzwettbewerb: Anne Karen Hentschel konzentriert sich auf die drei wichtigsten Elemente des Märchens: Frosch, Prinzessin, goldene Kugel.

 

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