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Leserforum

In dieser Rubrik beantwortet die Redaktion regelmäßig Fragen der Leserinnen und Leser des Deutschen Münzen Magazins. Besonders interessante und häufig gestellte Leserfragen finden Sie hier in unserer Online-Ausgabe.


Euro-Umrechnungskurse

Als Sammler haben mich bei Währungsreformen und -umstellungen immer die jeweiligen Umrechnungskurse interessiert, so auch die nationalen Währungen bei Einführung des Euro. Es fehlen mir jedoch die Angaben für Lettland, Litauen und Andorra. Können Sie mir weiterhelfen?

Klaus-Peter R., 18273 Güstrow

Anmerkung der Redaktion: Für die beiden jüngsten Vollmitglieder der Eurozone gilt: Lettland seit 2014 / 1 Euro = 1,422872 Lats, Litauen seit 2015 / 1 Euro = 3,4528 Litas. Bei Andorra verhält sich die Sache etwas anders. Im zwischen Frankreich und Spanien gelegenen Fürstentum galten vor Einführung der Währungsunion sowohl Franc als auch Peseta. Deshalb wurden in Andorra auch beide Umrechnungskurse angewandt: Mit Einführung der Währungsunion wurden 6,55957 Französische Franc bzw. 166,386 Spanische Peseten gegen einen Euro getauscht. Seit Einführung des Euro wird Andorra noch von Spanien mit Bargeld versorgt. So gab es im Dezember 2001 für die  Bevölkerung des Pyrenäenstaats auch nur spanische „Starterkits“  zu 12,02 Euro (= 2000 PTS). Die Einführung andorranischer Kursmünzen in Euro-Währung per 1. Januar 2015 hat deshalb keinen neuen Wechselkurs ergeben, da das Land de facto seit 2002 den Euro als offizielles Zahlungsmittel besitzt.

„Deutsche Anlagemünzen nicht ausgeschlossen“

Warum verausgabt das Bundesfinanzministerium keine Anlagemünzen in verschiedenen Stückelungen (z.B. 1oz, 1/2 oz, 1/4 oz, 1/8 oz) aus Gold bzw. Silber, wie es u.a. Kanada mit dem „Maple Leaf“ macht? Dies würde die Sammler in erheblichem Maße erfreuen und das Münzensammeln noch attraktiver machen. Als Motiv würde sich das Brandenburger Tor als Symbol der Deutschen Einheit anbieten.         

Klaus B., 51645 Gummersbach

Anmerkung der Redaktion: Auf Nachfrage antwortete Ministerialrätin Ulrike Bohm, Leiterin des Münzreferats im Bundesministerium der Finanzen: „Die aktuelle Position des Bundesfinanzministeriums zur Emission deutscher Anlagemünzen ist gegenüber den Ausführungen, die ich im Rahmen des Interviews im Deutschen Münzen Magazin 4/2015 zu diesem Punkt gemacht habe, grundsätzlich unverändert: Anlagemünzen sind aus Sicht des Bundesministeriums der Finanzen ein durchaus interessantes Produkt. Wir verfolgen daher aufmerksam die Entwicklungen in diesem besonderen Marktsegment und beobachten die Aktivitäten der dort präsenten Anbieter. Ob auch das Ausgabeprogramm der Bundesregierung künftig um Anlagemünzen erweitert wird, ist offen. Konkrete Planungen für die Ausgabe entsprechender Stücke gibt es derzeit jedoch nicht. Für die Zukunft ist die Emission deutscher Anlagemünzen allerdings nicht ausgeschlossen.“

Reinigung der Polymer-Münze?

Die neue Kupfer-Nickel-Münze mit Polymerring ging ja in der bankfrischen Ausführung durch mehrere Hände und ist dadurch mit diversen Fingerabdrücken behaftet. Gibt es von den Entwicklern oder den beteiligten Prägeanstalten schon Hinweise, wie die „Planet Erde“-Münze entsprechend behandelt bzw. gereinigt werden kann?

Rolf W., 73207 Plochingen

Anmerkung der Redaktion: Das ist in der Tat eine Frage, die sicher viele Sammler beschäftigen dürfte. Die Münzexperten des Bundesfinanzministeriums (BMF) empfehlen grundsätzlich einen vorsichtigen Umgang mit der neuen Münze und schlagen für die Reinigung den Einsatz einer Geschirrspülmittel-Lösung vor. Alternativ oder zusätzlich könne auch ein Kombinations-Tauchbad mit wässrigen Lösungen aus Zitronensaft und Natron verwendet werden: Die Münze zuerst fünf Minuten in Zitronensaft legen, dann weitere fünf Minuten mit Natriumbikarbonat (Natron) behandeln. Weiter heißt es wörtlich: „Vorsicht ist bei kommerziellen Reinigungsbädern für Münzen angebracht, vor allem wenn Ingredienzien nicht bekannt sind. Man sollte organische Lösungsmittel vermeiden, insbesondere Chloroform, Dichloromethan, N-Methyl-2-pyrrolidon, Dimethylacetamide. Diese können die Kunststoffoberfläche angreifen und bei langzeitiger Einwirkung Trübungseffekte oder sogar Quellung verursachen. Da es genaue, auf die neue 5-Euro-Münze abgestimmte Reinigungsempfehlungen bislang nicht gibt, sei „seitens der Entwicklergruppe die Erarbeitung einer genauen Spezifikationsliste für die Reinigung und Pflege der Münze beabsichtigt“, so das BMF.

Europa-Porträt als Sicherheitsmerkmal

Können Sie mir erklären, wer die „Figur“ auf dem neuen 20-Euro-Schein ist? Ein Heiliger? Ein Fensterbild?             

Werner Sch.,12053 Berlin

Anmerkung der Redaktion: Bei dem Bild im sogenannten „Porträtfenster“ auf der neuen 20-Euro-Banknote handelt es sich um eine Darstellung der Mythengestalt Europa, wie sie auf einer über 2000 Jahre alten süditalienischen Vase im Pariser Louvre zu sehen ist. Namensgeberin ist eine phönizische Prinzessin, die der Legende nach vom Göttervater Zeus (in Gestalt eines weißen Stiers) ver- und entführt worden sein soll. Das beschriebene Porträt der Europa ist übrigens als Wasserzeichen und als Hologramm auf allen Scheinen der nach ihr benannten „Europa-Serie“ zu finden, die im Mai 2013 mit dem neuen 5-Euro-Schein startete und dann auf 10 Euro fortgeführt wurde. Beim neuen Zwanziger ist das Hologramm nun erstmals als innovatives Sicherheitsmerkmal durchsichtig, wenn man den Schein gegen das Licht hält.

Manipulierte 2-Euro-Münze

Anbei schicke ich Ihnen Fotos von einer 2-Euro-Münze aus Frankreich (1999) mit der Bitte um Beurteilung. Handelt es sich um eine Fehlprägung?

Wolfgang R., 75242 Neuhausen

Anmerkung der Redaktion:
Bei Ihrem 2-Euro-Stück handelt es sich um eine nachträglich manipulierte Münze. Eine Fehlprägung scheidet aus, da bei den 1- und 2-Euro-Bimetallmünzen Ring und Pille (Kern) gleichzeitig mit einem Prägestempel geprägt werden. Deshalb ist weder ein Vertauschen von Vorder- und Rückseite noch ein Verrutschen des Kerns gegenüber dem Ring beim Prägevorgang möglich. Dieser geht unter enormem Druck maschinell vonstatten und kann beispielsweise bei der Münze Berlin eigenen Angaben zufolge bis zu 100 Tonnen entsprechen, beim Bayerischen Hauptmünzamt in München sogar bis zu 200 Tonnen. Danach wird an Belegstücken überprüft, ob Ring und Pille auch vorschriftsgemäß miteinander verbunden sind. Das Bayerische Hauptmünzamt in München verlautet dazu: „Bei Bicolormünzen und gefügten Plättchen wird stichprobenweise die Kraft gemessen, die nötig ist, um die Kerne aus den Ringen herauszudrücken. Für 2-Euro-Münzen ist eine minimale Auspresskraft von 2000 N vorgeschrieben“ (Anm. d. Red.: 2 Kilo-Newton entsprechen 200 Kilogramm).

Bei einem Praxisversuch in unserer Redaktion mit einem deutschen 2-Euro-Stück hat sich erwiesen, dass ein präziser Hammerschlag die durch eine mittige Nut im Ring verankerte Pille bereits herauslösen kann. Anschließend lassen sich die beiden Teile – sofern nicht zu sehr beschädigt – auf beliebige Art, ob seitenvertauscht oder verdreht, mit dem Hammer wieder zusammenpressen. Die aus solcher Manipulation resultierenden Stücke sind somit keine Fehlprägungen, reichen aber sicherlich, um Verwirrung zu stiften.

Deutschlands 25-Euro-Münze

Die 25-Euro-Silbermünze von Deutschland ist sehr schön und stellt auch etwas dar. Verblüfft war ich aber beim Erwerb der Münze schon einmal darüber, dass die 999-Ag-Münze von der Bundesbank völlig „blank“ – ohne Kapsel oder wenigstens eine Schutzhülle – ausgegeben wurde. Noch viel mehr hat mich aber irritiert, dass auf der Münze keinerlei Hinweis über Art und Höhe des Edelmetalls angebracht ist. Oder täusche ich mich da und ich habe etwas übersehen?

Hartmut D., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Die 25-Euro-Gedenkmünze ist offizielles Zahlungsmittel in Deutschland und wird in der Stempelglanz-Version von der Bundesbank wie alle bisherigen 10-Euro-Gedenkmünzen sowie ab 2016 die 20-Euro-Silberausgaben in Umlauf gebracht, und zwar zum Nennwert ohne weitere Verpackung, Zertifikate oder dergleichen. Von den Prägestätten werden diese Münzen in Rollen zu 25 Stück konfektioniert und so an die Banken und Münzhändler geliefert.

Dass der Feingehalt des Silbers nicht aufgeprägt ist, liegt an der deutschen Gedenkmünzen-Tradition. Bis Anfang 2011 wurden alle 10-Euro-Gedenkmünzen (und ihre Vorläufer zu 10 D-Mark) in 625er bzw. 925er Silber geprägt. Auf Edelmetallangaben wurde stets verzichtet. Mit der Umstellung auf Kupfer-Nickel bei der Normalprägung Mitte 2011 wurden zur Unterscheidung die Spiegelglanz-Ausgaben, die weiterhin aus Edelmetall waren, erstmals mit der Punze „Silber 625” versehen. Erst im Zuge der Rückkehr zum Silber wird die Feingehaltsangabe ab 2016 auf allen deutschen Silbermünzen (auch in Stempelglanz) eingeführt. Bei der noch 2015 herausgegebenen 25-Euro-Münze hat man deshalb wohl auf die Edelmetallangabe verzichtet, obwohl es sicherlich eine schöne Zusatzinformation gewesen wäre, handelt es sich doch um die erste bundesdeutsche Feinsilber-Münze (999/1000) überhaupt. Übrigens: Bei den deutschen Goldmünzen zu 20 und 100 Euro gibt es ebenfalls keinen aufgeprägten Hinweis zum Edelmetallgehalt.

Designerinitialen „BW“ als Münzzeichen

Heute bekam ich meine bestellte 25-Euro-Silbermünze. Bei näherer Betrachtung stellte ich die Prägung „BW“ fest. Mir sind jedoch nur die bisherigen Prägestätten mit einstelliger Buchstabenbezeichnung bekannt. Ist hier vielleicht mit BW Baden-Württemberg gemeint oder hat diese Prägung eine andere Bedeutung? Mir sind bisher für Baden-Württemberg nur F und G bekannt.

Klaus D., 99091 Erfurt

Anmerkung der Redaktion:
Das Kürzel „BW“ auf der 25-Euro-Silbermünze „25 Jahre Deutsche Einheit“ (rote Markierung im Bild oben) steht für den Münzgestalter Bernd Wendhut aus Bernkastel-Kues und nicht etwa für die Staatlichen Münzen Baden-Württemberg. Den (einstelligen) Prägebuchstaben A, D, F, G oder J finden Sie wie üblich auf der Wertseite, im abgebildeten Fall das „F“ unter der rechten Schwanzfeder des Bundesadlers. Gefertigt wurde die Prägung zu gleichen Teilen in allen fünf deutschen Staatsmünzen, deshalb gibt es sie in fünf Versionen. Ebenso die motivgleiche 2-Euro-Gedenkmünze vom Januar 2015, bei der allerdings Prägebuchstabe und Künstlerkürzel beide auf der Bildseite stehen, da die europaweit einheitliche 2-Euro-Wertseite stets unverändert bleibt.

„Euro-Fehlprägung" selbst prüfen

Kürzlich erhielt ich in der Kaufhalle als Rückgeld eine kupferfarbige 1-Euro-Münze. Durchmesser, Dicke und Riffelung sind wie gewohnt. Meine Frage: Handelt es sich um eine Fehlprägung oder ist es eine Fälschung?

Peter G., 18347 Dierhagen

Anmerkung der Redaktion:
Anhand des Fotos können wir leider nicht feststellen, ob es sich bei der Münze um eine Fehlprägung handelt. Aber Sie können die Echtheit auch selbst prüfen: Vielleicht erkennen Sie, ob die Münze aus Ring und Pille besteht, wie es auf dem Foto scheint. Wenn eine „Nahtstelle“ zwischen Ring und Innenteil zu erkennen ist und sie schwach magnetisch reagiert, handelt es sich um eine Manipulation (nachträglich verkupfert) oder eine Farbveränderung (Patina) aufgrund spezieller Umweltbedingungen bei der Lagerung. Sollte die Münze dagegen aus einem einzigen Münzplättchen hergestellt sein, ist die Möglichkeit einer Fehlprägung gegeben, auch wenn dies sehr unwahrscheinlich erscheint. Außerdem wäre ein 1-Euro-Stück auf dem Rohling einer 5-Cent-Münze (der größten verkupferten Eurocent-Ronde) wesentlich dünner und würde überdies stark magnetisch reagieren.

DDR-Münzen aus Berliner Prägung

Ich habe eine Frage zu den DDR-Münzen. Es gibt ja einige im Battenberg-Katalog, wo keine Prägestätte angegeben ist. Können Sie mir sagen, wo diese Münzen geprägt wurden? Kommen sie alle aus Berlin und haben nur keinen Prägebuchstaben?

Michael W., 53332 Bornheim

Anmerkung der Redaktion:
Fast alle Münzen der DDR wurden ab 1948 in Berlin geprägt, teilweise mit und teilweise ohne aufgeprägtem Buchstaben „A“. Dies betrifft auch sämtliche ab 1966 herausgegebenen Gedenkmünzen. Lediglich einige kleine Kursmünzen zwischen 1949 und 1953 zu 1, 5 und 10 Pfennig stammen aus der Prägestätte Muldenhütten mit Prägebuchstabe „E“.

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