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Leserforum

In dieser Rubrik beantwortet die Redaktion regelmäßig Fragen der Leserinnen und Leser des Deutschen Münzen Magazins. Besonders interessante und häufig gestellte Leserfragen finden Sie hier in unserer Online-Ausgabe.


Deutschlands 25-Euro-Münze

Die 25-Euro-Silbermünze von Deutschland ist sehr schön und stellt auch etwas dar. Verblüfft war ich aber beim Erwerb der Münze schon einmal darüber, dass die 999-Ag-Münze von der Bundesbank völlig „blank“ – ohne Kapsel oder wenigstens eine Schutzhülle – ausgegeben wurde. Noch viel mehr hat mich aber irritiert, dass auf der Münze keinerlei Hinweis über Art und Höhe des Edelmetalls angebracht ist. Oder täusche ich mich da und ich habe etwas übersehen?

Hartmut D., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Die 25-Euro-Gedenkmünze ist offizielles Zahlungsmittel in Deutschland und wird in der Stempelglanz-Version von der Bundesbank wie alle bisherigen 10-Euro-Gedenkmünzen sowie ab 2016 die 20-Euro-Silberausgaben in Umlauf gebracht, und zwar zum Nennwert ohne weitere Verpackung, Zertifikate oder dergleichen. Von den Prägestätten werden diese Münzen in Rollen zu 25 Stück konfektioniert und so an die Banken und Münzhändler geliefert.

Dass der Feingehalt des Silbers nicht aufgeprägt ist, liegt an der deutschen Gedenkmünzen-Tradition. Bis Anfang 2011 wurden alle 10-Euro-Gedenkmünzen (und ihre Vorläufer zu 10 D-Mark) in 625er bzw. 925er Silber geprägt. Auf Edelmetallangaben wurde stets verzichtet. Mit der Umstellung auf Kupfer-Nickel bei der Normalprägung Mitte 2011 wurden zur Unterscheidung die Spiegelglanz-Ausgaben, die weiterhin aus Edelmetall waren, erstmals mit der Punze „Silber 625” versehen. Erst im Zuge der Rückkehr zum Silber wird die Feingehaltsangabe ab 2016 auf allen deutschen Silbermünzen (auch in Stempelglanz) eingeführt. Bei der noch 2015 herausgegebenen 25-Euro-Münze hat man deshalb wohl auf die Edelmetallangabe verzichtet, obwohl es sicherlich eine schöne Zusatzinformation gewesen wäre, handelt es sich doch um die erste bundesdeutsche Feinsilber-Münze (999/1000) überhaupt. Übrigens: Bei den deutschen Goldmünzen zu 20 und 100 Euro gibt es ebenfalls keinen aufgeprägten Hinweis zum Edelmetallgehalt.

Designerinitialen „BW“ als Münzzeichen

Heute bekam ich meine bestellte 25-Euro-Silbermünze. Bei näherer Betrachtung stellte ich die Prägung „BW“ fest. Mir sind jedoch nur die bisherigen Prägestätten mit einstelliger Buchstabenbezeichnung bekannt. Ist hier vielleicht mit BW Baden-Württemberg gemeint oder hat diese Prägung eine andere Bedeutung? Mir sind bisher für Baden-Württemberg nur F und G bekannt.

Klaus D., 99091 Erfurt

Anmerkung der Redaktion:
Das Kürzel „BW“ auf der 25-Euro-Silbermünze „25 Jahre Deutsche Einheit“ (rote Markierung im Bild oben) steht für den Münzgestalter Bernd Wendhut aus Bernkastel-Kues und nicht etwa für die Staatlichen Münzen Baden-Württemberg. Den (einstelligen) Prägebuchstaben A, D, F, G oder J finden Sie wie üblich auf der Wertseite, im abgebildeten Fall das „F“ unter der rechten Schwanzfeder des Bundesadlers. Gefertigt wurde die Prägung zu gleichen Teilen in allen fünf deutschen Staatsmünzen, deshalb gibt es sie in fünf Versionen. Ebenso die motivgleiche 2-Euro-Gedenkmünze vom Januar 2015, bei der allerdings Prägebuchstabe und Künstlerkürzel beide auf der Bildseite stehen, da die europaweit einheitliche 2-Euro-Wertseite stets unverändert bleibt.

„Euro-Fehlprägung" selbst prüfen

Kürzlich erhielt ich in der Kaufhalle als Rückgeld eine kupferfarbige 1-Euro-Münze. Durchmesser, Dicke und Riffelung sind wie gewohnt. Meine Frage: Handelt es sich um eine Fehlprägung oder ist es eine Fälschung?

Peter G., 18347 Dierhagen

Anmerkung der Redaktion:
Anhand des Fotos können wir leider nicht feststellen, ob es sich bei der Münze um eine Fehlprägung handelt. Aber Sie können die Echtheit auch selbst prüfen: Vielleicht erkennen Sie, ob die Münze aus Ring und Pille besteht, wie es auf dem Foto scheint. Wenn eine „Nahtstelle“ zwischen Ring und Innenteil zu erkennen ist und sie schwach magnetisch reagiert, handelt es sich um eine Manipulation (nachträglich verkupfert) oder eine Farbveränderung (Patina) aufgrund spezieller Umweltbedingungen bei der Lagerung. Sollte die Münze dagegen aus einem einzigen Münzplättchen hergestellt sein, ist die Möglichkeit einer Fehlprägung gegeben, auch wenn dies sehr unwahrscheinlich erscheint. Außerdem wäre ein 1-Euro-Stück auf dem Rohling einer 5-Cent-Münze (der größten verkupferten Eurocent-Ronde) wesentlich dünner und würde überdies stark magnetisch reagieren.

DDR-Münzen aus Berliner Prägung

Ich habe eine Frage zu den DDR-Münzen. Es gibt ja einige im Battenberg-Katalog, wo keine Prägestätte angegeben ist. Können Sie mir sagen, wo diese Münzen geprägt wurden? Kommen sie alle aus Berlin und haben nur keinen Prägebuchstaben?

Michael W., 53332 Bornheim

Anmerkung der Redaktion:
Fast alle Münzen der DDR wurden ab 1948 in Berlin geprägt, teilweise mit und teilweise ohne aufgeprägtem Buchstaben „A“. Dies betrifft auch sämtliche ab 1966 herausgegebenen Gedenkmünzen. Lediglich einige kleine Kursmünzen zwischen 1949 und 1953 zu 1, 5 und 10 Pfennig stammen aus der Prägestätte Muldenhütten mit Prägebuchstabe „E“.

Reichsmünzen nach 1948 im Umlauf

Waren die Münzen zu 1 bis 50 Reichspfennig, die bis zur Währungsreform im Juni 1948 gültig waren, nach der Umstellung noch im Umlauf, normal bzw. abgewertet?

Wolfgang G., 82327 Tutzing

Anmerkung der Redaktion:
Tatsächlich behielten selbst die alten Rentenpfennige aus der Weimarer Republik sowie sämtliche Kursmünzen zu 1, 5, 10 und 50 Reichspfennig nach der Währungsreform 1948 in Westdeutschland vorerst ihre Gültigkeit als Zahlungsmittel, allerdings nur noch zu einem Zehntel ihres Nennwertes. Damit wurden die einstelligen Renten- und Reichspfennig-Nominale (in Westdeutschland außer Kurs seit 1. September 1948) praktisch wertlos, während die 10- und 50-Reichspfennig-Stücke (in Westdeutschland außer Kurs: 1. April 1949) nur noch 1 bzw. 5 Deutschen Pfennigen entsprachen.

In der gesetzlichen Neuordnung des Geldwesens vom 20. Juni 1948 gab es damals die Fristsetzung, dass die am 1. März 1948 gegründete Bank deutscher Länder bis zum 31. Mai 1949 Münzen zu 10 und 50 Reichspfennig aus dem Verkehr zu ziehen hatte und durch die neuen eigenen Pfennige ersetzen sollte. Was dagegen die Münzen zu 1 und 5 Renten- oder Reichspfennig betrifft, wurden die Geldinstitute dazu aufgefordert, diese sofort einzubehalten.

Prägefrische 2-Euro-Gedenkmünzen bei der Sparkasse?

Ich habe heute sowohl bei der heimischen Genossenschaftsbank als auch bei der Stadtsparkasse versucht, die aktuelle 2-Euro-Gedenkmünze (Bundesländerserie) zu bekommen. Leider ohne Erfolg.

Wilfried B., 32457 Porta Westfalica

Anmerkung der Redaktion:
Die 2-Euro-Gedenkmünzen werden in Deutschland wie ganz normales Kleingeld in Umlauf gebracht, weshalb die Banken die neuen Ausgaben nur mehr oder weniger zufällig erhalten, wenn sie Bedarf an dem 2-Euro-Nominal haben. Außerdem gilt zu bedenken, dass die dort ankommenden Stücke vielfach bereits im Umlauf waren und mehr oder weniger starke Abnutzungsspuren aufweisen, weshalb sie nicht mehr als "prägefrisch" gelten. Ebenso wie das Wechselgeld, das Sie an der Kasse erhalten. Mit entsprechender Geduld kann man sicherlich auch hier einmal einen Glückstreffer landen. Wenn Sie aber die neuen 2-Euro-Gedenkmünzen sofort und in garantiert prägefrischem Zustand haben wollen, wenden Sie sich am besten an den Münzfachhandel, der die Stücke mit einem moderaten Aufpreis anbietet.

Olympiade – Olympische Spiele

Bei den vielen Berichten in den Medien stellt sich mir die Frage: Ist eigentlich Olympiade mit Olympischen Spielen gleichzusetzen? Im Duden heißt es dazu, dass Olympiade eine „alle vier Jahre stattfindende sportliche Veranstaltung“ bezeichnet und nur „selten einen Zeitraum von vier Jahren zwischen zwei Olympischen Spielen.“

Andrea Sch., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Auf unsere Nachfrage bei der Duden-Redaktion erhielten wir folgende Antwort von deren Leiter Dr. Werner Scholze-Stubenrecht: „Es kommt hin und wieder vor, dass fachliche oder fachsprachliche Festlegungen zum Gebrauch eines Wortes nicht mit dessen allgemeinsprachlicher Verwendung übereinstimmen. Das ist bei dem Wort ,Olympiade’ der Fall, das seit Jahrzehnten im Deutschen auch standardsprachlich als Synonym zu ,Olympische Spiele’ geläufig ist.“

Eindeutig fiel dagegen die fachliche Stellungnahme von Seiten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) aus: „Die Olympiade ist der Zeitraum von vier Jahren. Die Olympischen Spiele sind das Ereignis, das am Ende und als Höhepunkt einer Olympiade stattfindet. Also so, wie es in der Olympischen Charta (in der Fassung vom 8. Juli 2011) steht, die ,Olympiade’ eindeutig als ,eine Periode von vier aufeinanderfolgenden Kalenderjahren’ definiert und somit nicht mit den Spielen selbst gleichzusetzen wäre. Dies wird aber in der Tat häufig verwechselt.“

10 Baht aus Thailand statt 2 Euro

Um welche Münze handelt es sich auf dem Foto? Ich habe sie in meiner Geldbörse entdeckt, vermutlich als 2-Euro-Wechselgeld erhalten.

Manfred H., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Bei Ihrem Stück handelt es sich um ein Exemplar der 1988 – also lang vor den Euros – eingeführten 10-Baht-Münze aus Thailand mit König Bhumibol sowie umseitig dem Tempel der Morgenröte als Motiv. Sie ist einer 2-Euro-Kursmünze von den Spezifikationen (Größe, Gewicht und Bi-Metalle) her täuschend ähnlich und wird öfters verwechselt.

Deutschlands Wappenadler im Münzbild

Mir ist aufgefallen, dass auf deutschen Münzen der Adler auf der Wertseite vom Betrachter aus immer nach links blickt. Hat dies einen besonderen Grund?

Alexander Sch., München

Anmerkung der Redaktion:
Für die Gestaltung des Bundesadlers ist eine Bekanntmachung des ehemaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss vom 20. Januar 1950 maßgeblich. Die Beschreibung des Bundeswappens ist dort in Anlehnung an das Wappen der Weimarer Republik gehalten. Es heißt in der Bekanntmachung: „[…], dass das Bundeswappen auf goldgelbem Grund den einköpfigen schwarzen Adler zeigt, den Kopf nach rechts gewendet, die Flügel offen, aber mit geschlossenem Gefieder, Schnabel, Zunge und Fänge von roter Farbe. Wird der Bundesadler ohne Umrahmung dargestellt, so sind das gleiche Bild und die gleichen Farben wie beim Adler im Bundeswappen zu verwenden, doch sind die Spitzen des Gefieders nach außen gerichtet.“ Dabei ist „rechts“ heraldisch aus den Augen des Wappenträgers gesehen, der von seiner Position aus die Rückseite des Wappens betrachtet. Blickt man also von vorne auf den Adler, so ist sein Kopf nach links gerichtet. Die genauen Details sind nicht fest geregelt. Ganz im Gegenteil heißt es dort ausdrücklich weiter: „Die künstlerische Ausgestaltung bleibt für jeden besonderen Zweck vorbehalten.“

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