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Leserforum

In dieser Rubrik beantwortet die Redaktion regelmäßig Fragen der Leserinnen und Leser des Deutschen Münzen Magazins. Besonders interessante und häufig gestellte Leserfragen finden Sie hier in unserer Online-Ausgabe.


Reichsmünzen nach 1948 im Umlauf

Waren die Münzen zu 1 bis 50 Reichspfennig, die bis zur Währungsreform im Juni 1948 gültig waren, nach der Umstellung noch im Umlauf, normal bzw. abgewertet?

Wolfgang G., 82327 Tutzing

Anmerkung der Redaktion:
Tatsächlich behielten selbst die alten Rentenpfennige aus der Weimarer Republik sowie sämtliche Kursmünzen zu 1, 5, 10 und 50 Reichspfennig nach der Währungsreform 1948 in Westdeutschland vorerst ihre Gültigkeit als Zahlungsmittel, allerdings nur noch zu einem Zehntel ihres Nennwertes. Damit wurden die einstelligen Renten- und Reichspfennig-Nominale (in Westdeutschland außer Kurs seit 1. September 1948) praktisch wertlos, während die 10- und 50-Reichspfennig-Stücke (in Westdeutschland außer Kurs: 1. April 1949) nur noch 1 bzw. 5 Deutschen Pfennigen entsprachen.

In der gesetzlichen Neuordnung des Geldwesens vom 20. Juni 1948 gab es damals die Fristsetzung, dass die am 1. März 1948 gegründete Bank deutscher Länder bis zum 31. Mai 1949 Münzen zu 10 und 50 Reichspfennig aus dem Verkehr zu ziehen hatte und durch die neuen eigenen Pfennige ersetzen sollte. Was dagegen die Münzen zu 1 und 5 Renten- oder Reichspfennig betrifft, wurden die Geldinstitute dazu aufgefordert, diese sofort einzubehalten.

Prägefrische 2-Euro-Gedenkmünzen bei der Sparkasse?

Ich habe heute sowohl bei der heimischen Genossenschaftsbank als auch bei der Stadtsparkasse versucht, die aktuelle 2-Euro-Gedenkmünze (Bundesländerserie) zu bekommen. Leider ohne Erfolg.

Wilfried B., 32457 Porta Westfalica

Anmerkung der Redaktion:
Die 2-Euro-Gedenkmünzen werden in Deutschland wie ganz normales Kleingeld in Umlauf gebracht, weshalb die Banken die neuen Ausgaben nur mehr oder weniger zufällig erhalten, wenn sie Bedarf an dem 2-Euro-Nominal haben. Außerdem gilt zu bedenken, dass die dort ankommenden Stücke vielfach bereits im Umlauf waren und mehr oder weniger starke Abnutzungsspuren aufweisen, weshalb sie nicht mehr als "prägefrisch" gelten. Ebenso wie das Wechselgeld, das Sie an der Kasse erhalten. Mit entsprechender Geduld kann man sicherlich auch hier einmal einen Glückstreffer landen. Wenn Sie aber die neuen 2-Euro-Gedenkmünzen sofort und in garantiert prägefrischem Zustand haben wollen, wenden Sie sich am besten an den Münzfachhandel, der die Stücke mit einem moderaten Aufpreis anbietet.

Olympiade – Olympische Spiele

Bei den vielen Berichten in den Medien stellt sich mir die Frage: Ist eigentlich Olympiade mit Olympischen Spielen gleichzusetzen? Im Duden heißt es dazu, dass Olympiade eine „alle vier Jahre stattfindende sportliche Veranstaltung“ bezeichnet und nur „selten einen Zeitraum von vier Jahren zwischen zwei Olympischen Spielen.“

Andrea Sch., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Auf unsere Nachfrage bei der Duden-Redaktion erhielten wir folgende Antwort von deren Leiter Dr. Werner Scholze-Stubenrecht: „Es kommt hin und wieder vor, dass fachliche oder fachsprachliche Festlegungen zum Gebrauch eines Wortes nicht mit dessen allgemeinsprachlicher Verwendung übereinstimmen. Das ist bei dem Wort ,Olympiade’ der Fall, das seit Jahrzehnten im Deutschen auch standardsprachlich als Synonym zu ,Olympische Spiele’ geläufig ist.“

Eindeutig fiel dagegen die fachliche Stellungnahme von Seiten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) aus: „Die Olympiade ist der Zeitraum von vier Jahren. Die Olympischen Spiele sind das Ereignis, das am Ende und als Höhepunkt einer Olympiade stattfindet. Also so, wie es in der Olympischen Charta (in der Fassung vom 8. Juli 2011) steht, die ,Olympiade’ eindeutig als ,eine Periode von vier aufeinanderfolgenden Kalenderjahren’ definiert und somit nicht mit den Spielen selbst gleichzusetzen wäre. Dies wird aber in der Tat häufig verwechselt.“

10 Baht aus Thailand statt 2 Euro

Um welche Münze handelt es sich auf dem Foto? Ich habe sie in meiner Geldbörse entdeckt, vermutlich als 2-Euro-Wechselgeld erhalten.

Manfred H., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Bei Ihrem Stück handelt es sich um ein Exemplar der 1988 – also lang vor dem Euro – eingeführten 10-Baht-Münze aus Thailand mit König Bhumibol sowie umseitig dem Tempel der Morgenröte als Motiv. Sie ist einer 2-Euro-Kursmünze von den Spezifikationen (Größe, Gewicht und Bi-Metalle) her täuschend ähnlich und wird öfters verwechselt.

Deutschlands Wappenadler im Münzbild

Mir ist aufgefallen, dass auf deutschen Münzen der Adler auf der Wertseite vom Betrachter aus immer nach links blickt. Hat dies einen besonderen Grund?

Alexander Sch., München

Anmerkung der Redaktion:
Für die Gestaltung des Bundesadlers ist eine Bekanntmachung des ehemaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss vom 20. Januar 1950 maßgeblich. Die Beschreibung des Bundeswappens ist dort in Anlehnung an das Wappen der Weimarer Republik gehalten. Es heißt in der Bekanntmachung: „[…], dass das Bundeswappen auf goldgelbem Grund den einköpfigen schwarzen Adler zeigt, den Kopf nach rechts gewendet, die Flügel offen, aber mit geschlossenem Gefieder, Schnabel, Zunge und Fänge von roter Farbe. Wird der Bundesadler ohne Umrahmung dargestellt, so sind das gleiche Bild und die gleichen Farben wie beim Adler im Bundeswappen zu verwenden, doch sind die Spitzen des Gefieders nach außen gerichtet.“ Dabei ist „rechts“ heraldisch aus den Augen des Wappenträgers gesehen, der von seiner Position aus die Rückseite des Wappens betrachtet. Blickt man also von vorne auf den Adler, so ist sein Kopf nach links gerichtet. Die genauen Details sind nicht fest geregelt. Ganz im Gegenteil heißt es dort ausdrücklich weiter: „Die künstlerische Ausgestaltung bleibt für jeden besonderen Zweck vorbehalten.“

Kehr- oder Wendeprägung

Im Heft zeigten Sie den Quarter-Dollar „Delaware“ von 1999 aus der amerikanischen Münzenserie zu Ehren der US-Bundesstaaten. Ich besitze so einen Vierteldollar und stelle fest, dass das Washington-Porträt auf der Rückseite um 180 Grad verkehrt herum steht, wenn ich die Münze drehe. Handelt es sich um einen Prägefehler oder um ein typisches Merkmal von Münzen der USA? Bei den Euromünzen ist dies nämlich nicht der Fall.

Frank W., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Besonders von USA-Münzsammlern erreichen uns häufig solche Anfragen. Die Stellung der Prägestempel bei der Münzherstellung ist international unterschiedlich. So wird als Wendeprägung oder auch „deutsche Prägung“ bezeichnet, wenn die Motive von Vorder- und Rückseite bei einer Drehung der Münze um ihre Längsachse gleich ausgerichtet sind. Im Gegensatz hierzu stehen bei der Kehrprägung oder „französischen Prägung“ die Münzbilder von Vorder- und Rückseite bei gleicher vertikaler Drehung einmal aufrecht und einmal kopf. Da die USA ihre Münzen traditionell in Kehrprägung fertigen lassen, handelt es sich bei Ihrem Quarter-Dollar also um keine Fehlprägung. Übrigens: Aufrecht oder kopfstehend ist bei den beiden unterschiedlichen Prägetechniken eine Frage der Perspektive. Wenn Sie nämlich die Münze stattdessen um deren horizontale Achse drehen, verhält es sich genau umgekehrt. Die Bildmotive der US-Münzen stehen immer richtig, während nun etwa ein deutsches Eurostück mal aufrecht ist und mal auf dem Kopf steht.

Länderkennung auf deutschen 2-Euro-Gedenkmünzen

Ich sammle die BRD-Kursmünzensätze in Polierter Platte und Stempelglanz. Mit Schrecken ist mir 2014 aufgefallen, dass die 2-Euro-Gedenkmünze „Niedersachsen“ immer mit dem Prägebuchstaben D versehen ist, obwohl sie wie die restlichen Münzen im Satz die Buchstaben A, F, G oder J haben müsste.

Günter Th., 18435 Stralsund

Anmerkung der Redaktion:
Bei dem „D“ handelt es sich nicht um den Prägebuchstaben für das Bayerische Hauptmünzamt in München, sondern um die Länderkennung für Deutschland. Das Münzstätten-Zeichen finden Sie etwas kleiner an anderer Stelle im goldfarbenen Kern des 2-Euro-Stücks – bei der aktuellen Ausgabe direkt neben dem linken Turm der Hildesheimer St. Michaeliskirche. Dieser Prägebuchstabe entspricht dann auch dem der anderen Münzen im Jahrgangssatz.

Hintergrund: Die 2-Euro-Gedenkmünze „Niedersachsen“ ist nach „Baden-Württemberg“ (2013) die zweite Ausgabe der Bundesländerserie mit geänderten Designvorgaben. Gemäß einer aktuellen EU-Leitlinie darf der äußere Sternenkranz auf Euro- und Cent-Umlaufmünzen nun nicht mehr unterbrochen sein, wie es bis dahin bei den nationalen Seiten der deutschen 2-Euro-Gedenkmünzen der Fall gewesen war. Hier stand auf dem silberfarbenen Münzring bis 2012 für das Ausgabeland anfangs „Bundesrepublik Deutschland“ bzw. später nur noch die Abkürzung „D“.

Umtauschfristen bei Vor-Euro-Währungen

Mir geht es wahrscheinlich wie vielen anderen Lesern vom Deutschen Münzen Magazin, dass man durch den Urlaub oder Beruf noch einige Währungsreste der Vor-Euro-Zeit aus den Nachbarländern hat. Wie sind die Umtauschfristen in den Ländern, die jetzt den Euro eingeführt haben? 

Gerhard P., 32457 Porta Westfalica

Anmerkung der Redaktion:
Das wird in den einzelnen Ländern recht unterschiedlich gehandhabt. Die meisten haben den Umtausch ihrer alten Banknoten und Münzen in Euro zeitlich befristet. Als rühmliche Ausnahmen sind hier neben Deutschland und Österreich auch Estland, Lettland und Irland zu nennen. Die Europäische Zentralbank führt eine Aufstellung mit den Umtauschfristen, die wir hier veröffentlichen.

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