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Leserforum

In dieser Rubrik beantwortet die Redaktion regelmäßig Fragen der Leserinnen und Leser des Deutschen Münzen Magazins. Besonders interessante und häufig gestellte Leserfragen finden Sie hier in unserer Online-Ausgabe.


Münzen aus Weißgold?

Gibt oder gab es Münzen, die aus echtem Rotgold bzw. Weißgold geprägt wurden? Den Krügerrand kann man ja nicht mitzählen, da dieser nur etwas rötlicher erscheint als „normale“ Goldmünzen, aber nicht die Farbe hat von Rotgold.

Thomas L., 65189 Wiesbaden

Anmerkung der Redaktion:
Anders als die bekannte Münzlegierung „Sterlingsilber“, die eindeutig 925 Tausendstel Silber enthalten muss, sind Bezeichnungen wie „Rotgold“ oder „Weißgold“ nicht klar definiert. Grundsätzlich wird die rötlichere bzw. blassere/weißlichere Färbung gegenüber Feingold durch einen erhöhten Anteil von Kupfer bzw. Palladium, Silber oder Nickel in Goldlegierungen erreicht. Nehmen wir als Beispiel die 2012 geprägte 2-Pfund-Bimetallmünze der Königlichen Münzstätte Großbritanniens mit 22 Karat Gold (916,7/1000) zur „olympischen Stabübergabe“ von London nach Rio. Die Prägestätte selbst bezeichnet die Legierung des Kerns als Gelbgold, bei dem die restlichen Anteile je zur Hälfte aus Silber und Kupfer bestehen. Der Außenring dagegen sei Rotgold, denn hier bestehen die restlichen Anteile nur aus Kupfer. Dies gilt übrigens auch für den berühmten Krügerrand Südafrikas.

Münzen aus Weißgold sind wiederum bereits aus der griechischen Antike bekannt, und zwar als natürlich vorkommende Legierung aus Gold und Silber namens Elektron. Schon im 7./6. Jh. v. Chr. wurden in Lydien erste Münzen aus diesem damals hoch geschätzten Metall geprägt, das zwar anfangs heller ist als reines Gold, doch durch Korrosion des Silbers sich bald dunkler färbt. Der Goldanteil kann sowohl beim natürlichen Elektron als auch dem später künstlich hergestellten Weißgold erheblich schwanken, weshalb auch hier keine klare Definition der jeweiligen Anteile an Gold und sonstigem Metall existiert.

Münzstätte Muldenhütten „E“

Die ersten kleinen Alumünzen der DDR (1, 5 und 10 Pfennig) wurden 1949 bis 1953 in der Münzstätte „E“ geprägt. Leider kann ich den betreffenden Ort „Muldenhütten“ weder auf einer Karte der DDR noch der BRD finden. Auch im Postleitzahlenverzeichnis gibt es diesen Ort nicht. Können Sie mir bei meiner Suche helfen?

Ehrhard G., 15234 Frankfurt/Oder

Anmerkung der Redaktion:
Muldenhütten ist keine selbstständige Gemeinde mit eigener Postleitzahl, sondern gehört seit 2012 als Industriegebiet zur Großen Kreisstadt Freiberg (davor war es ein Ortsteil von Hilbersdorf) und liegt am Ostrand des Stadtgebiets. Der Name Muldenhütten verweist zum einen auf die mittelalterliche Entstehung als Schmelzhütte für den sächsischen Silberbergbau, zum anderen auf die Lage am rechten Ufer des Flusses Freiberger Mulde bzw. Östliche Mulde.

Nach dem Anschluss an die Eisenbahnverbindung von Freiberg nach Dresden im Jahr 1862 lieferte Muldenhütten das für die Münzprägung benötigte Silber direkt an die Staatliche Münzstätte Sachsens in Dresden mit Prägebuchstabe „E“. 1887 wurde die Münzstätte unter Beibehaltung des Prägebuchstabens nach Muldenhütten verlegt, wo bis 1953 Münzen geprägt wurden.

Mehrwertsteuer auf Umlaufmünzen?

Ich habe mir beim Händler eine 2-Euro-Münze „50 Jahre Elysée-Vertrag“ von Frankreich und eine 2-Euro-Münze der Slowakei „10 Jahre EU-Beitritt“ 2014 in Proof (Polierte Platte) gekauft – es sind Münzen, die normalerweise im Umlauf sind, ich wollte aber keine aus dem Geldbeutel, sondern gut erhaltene. Ist es normal, dass man für Umlaufmünzen 19 Prozent Mehrwertsteuer bezahlen muss?

Rolf Sch., 71032 Böblingen

Anmerkung der Redaktion:

Münzhändler müssen – abgesehen von wenigen Ausnahmen, die vor allem Goldmünzen betreffen – die Mehrwertsteuer auf den Verkaufspreis von Münzen abführen, wenn dieser über dem Nennwert liegt. Das gilt auch für Umlaufmünzen, insbesondere aber natürlich, wenn sie in der höchsten Prägequalität „Polierte Platte“ ausgeführt sind. Nur wenn das Stück 1:1 zum Nennwert getauscht oder von privat verkauft wird, ist keine Umsatzsteuer fällig.

Chinesische Glückszahl 8

Die Monnaie de Paris gab anlässlich des 50. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen China und Frankreich eine 10-Euro-Sondermünze heraus. Die Auflage beträgt nicht wie üblich 5000 oder 10000 Stück, sondern 8888. Was hat es mit dieser „runden“ Zahl für eine Bewandtnis?

Dietrich Sch., 085323 Plauen

Anmerkung der Redaktion:
Die Acht gilt in China als Glückszahl. Dieser Aberglaube beruht auf dem sehr ähnlichen Klang von „ba“ (Acht) und „fa“ (Wohlstand, Reichtum). Autokennzeichen, Konto- oder Telefonnummern, die möglichst viele Achten enthalten, sind deshalb in China sehr begehrt. Und wer am 8. August, möglichst um 8 Uhr, geboren ist, gilt als Glückspilz. Frankreich ist auf diese Tradition des Partnerlandes in Fernost mit der Auflagenzahl eingegangen, wie ein Sprecher der Monnaie de Paris auf Anfrage bestätigte. Motivgleich gibt es die Münze übrigens auch noch in Gold mit 50 Euro Nennwert. Diese Version hat eine Auflage von 888 Stück.

Kolorierter Madonnentaler

Seit einigen Jahrzehnten besitze ich eine Münze, von der ich nicht weiß, ob es so etwas tatsächlich gegeben hat. Möglicherweise ist es nur eine individuelle Ausführung. Wissen Sie mehr darüber?

Karl F., 80809 München

Anmerkung der Redaktion:
Bei dem Stück handelt es sich um einen sogenannten Madonnentaler aus Bayern von 1756 mit Maximilian III. Joseph auf der Vorder- und der „Patrona Bavariae” auf der Rückseite. Die auf dem Foto zu erkennende Kolorierung der bekrönten Muttergottes mit dem Jesuskind ist nicht original und muss nachträglich von privater Seite aufgebracht worden sein. Madonnentaler wurden früher häufig als Talisman mitgeführt und deshalb mitunter „verschönert“ oder zum Kettenanhänger umfunktioniert. Nicht selten haben sie heute aus diesem Grund auch sogenannte Henkelspuren. Das sind Feilspuren oder Reste von Ösen, die angelötet wurden, um die Münze als Schmuck tragen zu können.

Münzen deutscher Kolonien im Kaiserreich

Warum gab es in einigen deutschen Kolonien eigene Münzen des Deutschen Kaiserreichs, in anderen dagegen scheinbar nicht? Im Katalog kann ich jedenfalls keine Kolonialmünzen von so großen „Schutzgebieten“ wie Deutsch-Südwestafrika oder Kamerun finden.

Alex F., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Die Entscheidung, ob Münzen in deutschen Kolonien geprägt wurden oder nicht, entsprang in erster Linie den praktischen Erfordernissen im jeweiligen Fall vor Ort. Wenn keine Münzen in einer Kolonie geprägt wurden, dann war schlichtweg dafür kein Bedarf vorhanden. Die mitgebrachten deutschen Kaiserreichmünzen reichten für den Zahlungsverkehr aus, außerdem kursierten weiterhin andere ausländische Münzen, die ebenfalls als gültige Zahlungsmittel galten, zum Beispiel der Maria-Theresien-Taler in Kamerun und Togo, aber auch britisches und französisches Geld.

Bei den Kolonien Deutsch-Neuguinea, Deutsch-Ostafrika und Kiautschou, in denen vom Deutschen Kaiserreich eigene Münzen geprägt wurden, lagen die Gründe hierfür vor allem in chaotischen Währungsverhältnissen, oft gepaart mit dem Wunsch, andere ausländische Münzen zu verdrängen, wie in Deutsch-Ostafrika und Deutsch-Neuguinea.

In letzterem Fall kam noch ein steigender Münzenmangel hinzu, da die Beschäftigten der „Neuguinea-Compagnie“ ihre Ersparnisse in Form von Reichsmünzen im Heimaturlaub mit nach Hause nahmen.

1000 Jahre Leipzig

In Ihrem Magazin habe ich gelesen, dass am 2. Juli 2015 eine Gedenkprägung „1000 Jahre Leipzig“ erscheint. Im Jahre 1965 erschien in der DDR ein Briefmarkensatz  „800 Jahre Stadt Leipzig“ (Mi-Nr. 1126–1129). Sind das zwei verschiedene Ereignisse? Oder nach welcher mathematischen Formel ist man von 1965 bis 2015 auf 200 Jahre gekommen?

Joachim R., 08371 Glauchau

Anmerkung der Redaktion:
Mit irgendeiner obskuren mathematischen Formel hat der Sachverhalt glücklicherweise nichts zu tun. Tatsächlich beziehen sich die beiden von Ihnen genannten Jubiläen auf verschiedene historische Ereignisse: zum einen auf Leipzigs Ersterwähnung 1015, zum anderen auf die Verleihung der Stadtrechte 1165.

Europasterne auf Gedenkmünzen

Auf allen deutschen Gedenkmünzen sind auf der Wertseite die zwölf Europasterne abgebildet. In anderen Ländern wie Österreich dagegen nicht. Gibt es hier keine einheitliche Vorschrift?

Stefan B., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Im Gegensatz zu den europaweit kursgültigen 2-Euro-Gedenkmünzen gibt es für die nationalen Gedenkmünzen der Euro-Mitgliedsstaaten keine verbindliche Vorgabe, die zwölf Europa-Sterne zu zeigen.

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