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Leserforum

In dieser Rubrik beantwortet die Redaktion regelmäßig Fragen der Leserinnen und Leser des Deutschen Münzen Magazins. Besonders interessante und häufig gestellte Leserfragen finden Sie hier in unserer Online-Ausgabe.


Kolorierter Madonnentaler

Seit einigen Jahrzehnten besitze ich eine Münze, von der ich nicht weiß, ob es so etwas tatsächlich gegeben hat. Möglicherweise ist es nur eine individuelle Ausführung. Wissen Sie mehr darüber?

Karl F., 80809 München

Anmerkung der Redaktion:
Bei dem Stück handelt es sich um einen sogenannten Madonnentaler aus Bayern von 1756 mit Maximilian III. Joseph auf der Vorder- und der „Patrona Bavariae” auf der Rückseite. Die auf dem Foto zu erkennende Kolorierung der bekrönten Muttergottes mit dem Jesuskind ist nicht original und muss nachträglich von privater Seite aufgebracht worden sein. Madonnentaler wurden früher häufig als Talisman mitgeführt und deshalb mitunter „verschönert“ oder zum Kettenanhänger umfunktioniert. Nicht selten haben sie heute aus diesem Grund auch sogenannte Henkelspuren. Das sind Feilspuren oder Reste von Ösen, die angelötet wurden, um die Münze als Schmuck tragen zu können.

Münzen deutscher Kolonien im Kaiserreich

Warum gab es in einigen deutschen Kolonien eigene Münzen des Deutschen Kaiserreichs, in anderen dagegen scheinbar nicht? Im Katalog kann ich jedenfalls keine Kolonialmünzen von so großen „Schutzgebieten“ wie Deutsch-Südwestafrika oder Kamerun finden.

Alex F., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Die Entscheidung, ob Münzen in deutschen Kolonien geprägt wurden oder nicht, entsprang in erster Linie den praktischen Erfordernissen im jeweiligen Fall vor Ort. Wenn keine Münzen in einer Kolonie geprägt wurden, dann war schlichtweg dafür kein Bedarf vorhanden. Die mitgebrachten deutschen Kaiserreichmünzen reichten für den Zahlungsverkehr aus, außerdem kursierten weiterhin andere ausländische Münzen, die ebenfalls als gültige Zahlungsmittel galten, zum Beispiel der Maria-Theresien-Taler in Kamerun und Togo, aber auch britisches und französisches Geld.

Bei den Kolonien Deutsch-Neuguinea, Deutsch-Ostafrika und Kiautschou, in denen vom Deutschen Kaiserreich eigene Münzen geprägt wurden, lagen die Gründe hierfür vor allem in chaotischen Währungsverhältnissen, oft gepaart mit dem Wunsch, andere ausländische Münzen zu verdrängen, wie in Deutsch-Ostafrika und Deutsch-Neuguinea.

In letzterem Fall kam noch ein steigender Münzenmangel hinzu, da die Beschäftigten der „Neuguinea-Compagnie“ ihre Ersparnisse in Form von Reichsmünzen im Heimaturlaub mit nach Hause nahmen.

1000 Jahre Leipzig

In Ihrem Magazin habe ich gelesen, dass am 2. Juli 2015 eine Gedenkprägung „1000 Jahre Leipzig“ erscheint. Im Jahre 1965 erschien in der DDR ein Briefmarkensatz  „800 Jahre Stadt Leipzig“ (Mi-Nr. 1126–1129). Sind das zwei verschiedene Ereignisse? Oder nach welcher mathematischen Formel ist man von 1965 bis 2015 auf 200 Jahre gekommen?

Joachim R., 08371 Glauchau

Anmerkung der Redaktion:
Mit irgendeiner obskuren mathematischen Formel hat der Sachverhalt glücklicherweise nichts zu tun. Tatsächlich beziehen sich die beiden von Ihnen genannten Jubiläen auf verschiedene historische Ereignisse: zum einen auf Leipzigs Ersterwähnung 1015, zum anderen auf die Verleihung der Stadtrechte 1165.

Europasterne auf Gedenkmünzen

Auf allen deutschen Gedenkmünzen sind auf der Wertseite die zwölf Europasterne abgebildet. In anderen Ländern wie Österreich dagegen nicht. Gibt es hier keine einheitliche Vorschrift?

Stefan B., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Im Gegensatz zu den europaweit kursgültigen 2-Euro-Gedenkmünzen gibt es für die nationalen Gedenkmünzen der Euro-Mitgliedsstaaten keine verbindliche Vorgabe, die zwölf Europa-Sterne zu zeigen.

Falsche WM-2006-Randprägung

Der Jahrgangssatz 2003 der deutschen Silbergedenkmünzen enthält auch die erste Münze zur Fußball-WM mit der Randschrift „DIE WELT ZU GAST BEI FREUNDEN“. Ich besitze diesen Satz mit der Fußball-WM-Münze mit der abweichenden Randschrift „RUHRPOTT KULTURLANDSCHAFT“. Sind weitere derartige Fehlprägungen bekannt? Welchen ungefähren Wert besitzt die Münze?

Dr. H. K., 55413 Weiler

Anmerkung der Redaktion:
Wenn die Münze echt ist, besitzen Sie eine wirkliche Rarität, und sicherlich werden jetzt viele unserer Leserinnen und Leser ihre Münzen nach dieser Fehlprägung durchforsten. Es ist bekannt, dass von der ersten Ausgabe der Silberserie zur Fußball-WM 2006 (Ausgabejahr 2003) einige Exemplare mit der Randschrift „Ruhrpott Kulturlandschaft“ existieren. Die Münze wurde seinerzeit in Stuttgart geprägt, wo gleichzeitig auch die 10-Euro-Gedenkmünze „Industrielandschaft Ruhrgebiet“ gefertigt wurde. So ist es offenbar zu einer Verwechslung der (bereits mit Randschrift versehenen) Ronden gekommen. Es sind bisher nur ganz wenige Exemplare aufgetaucht und alle stammen aus den Jahressätzen 2003. Im Jaeger-Katalog heißt es dazu „ca. fünf Ex. bekannt“, wobei der Wert der Fehlprägung nicht beziffert wird.

Münzexperten-Liste kostenlos

Häufig erreichen die Redaktion Zuschriften von Lesern, die den Wert bestimmter Münzen erfahren möchten. Wir können diese Anfragen leider nicht beantworten. Die beim Münzankauf bezahlten Preise werden vom Handel kalkuliert und sind oft sehr unterschiedlich. Angebot und Nachfrage regeln hier den Preis. Vor allem aber der Erhaltungsgrad ist bei der Beurteilung von Münzen und Geldscheinen von allergrößter Bedeutung. Ungefähre Wertangaben vermitteln Kataloge. Genaue Wertermittlungen liefern Münzhändler und von den Industrie-/Handelskammern öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige. Eine Liste mit IHK-Prüfern finden Sie hier.

Goldmünze mit roten Flecken

Meine Goldmünze 20 Euro „Deutscher Wald“ (Eiche), Prägestätte Berlin, hat an dem Eichenblatt zwei rote Flecken. Die Flecken sollen durch Verunreinigung mit Silber entstehen. Gibt es eine Möglichkeit die Flecken zu entfernen?

Harry Z., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Das Problem ist bekannt und tritt nicht nur auf deutschen 20-Euro-Goldmünzen auf. Das Nationale Analysezentrum für Münzen der Deutschen Bundesbank hat 2009 zu diesem Thema folgende Informationen geliefert:

„Die von Ihnen beschriebenen Farbveränderungen auf den Goldmünzen sind vermutlich auf im Lauf des Produktionsprozesses mechanisch aufgebrachte mikroskopisch kleine Silberpartikel zurückzuführen. Silberpartikel können überall dort auftreten, wo Silber und Gold parallel verarbeitet werden. In jedem Kaltverformungsprozess kann so ein winziger Silberpartikel von allen Kontrollen unbemerkt in die Oberfläche des Feingoldes eingedrückt werden. Durch Einwirkung von dem in der Umgebungsluft vorhandenem Schwefel können die von Ihnen festgestellten Farbveränderungen - ähnlich wie z.B. beim Silberbesteck - im Laufe der Zeit auftreten. Durchgeführte Materialanalysen belegen, dass die zugesicherte Materialqualität (999,9 Tausendteile Gold) von derartigen winzigen Silberpartikeln nicht beeinträchtigt wird; sie wurden eingehalten. Diese Farbveränderung kann ohne größeren Aufwand von Ihnen selbst temporär beseitigt werden, indem die Münze in eine warme Salzlösung mit eingelegtem Streifen aus Aluminium-Haushaltsfolie gelegt wird (ca. 1 Teelöffel Kochsalz in 100 ml Wasser lösen). In dieser warmen Salzlösung verschwindet der Fleck umgehend. Auch ein handelsübliches Silbertauchbad beseitigt derartige Farbflecken, wobei eine Erwärmung der Flüssigkeit den Prozess beschleunigt. Danach die Münze unter klarem Wasser nachspülen und vorsichtig mit einem weichen Tuch trocknen (z.B. Geschirrtuch, nicht reiben, nur abtupfen!!).“

Andere Quellen besagen, dass statt Kochsalz auch eine Sodalösung gut wirksam ist. Allerdings wird durch das „Kochen“ die Ursache nicht beseitigt. Die eingeschlossenen Silberpartikel können (müssen aber nicht) wieder Patina bilden.

Sternenkreis auf Euro-Ring

Vor einigen Jahren hat die EZB eine Vorschrift herausgebracht, dass auf den Rändern der Euromünzen nur noch die Europasterne geprägt sein dürfen. Wie kommt es nun, dass bei den Kursmünzen aus Litauen auf diesem Rand nicht nur die Europasterne, sondern auch die Hufe der Pferde geprägt wurden? Gibt es für Litauen eine Sonderregelung oder können Sie mir das erklären?

Jürgen K., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Die Verordnung besagt, dass die Sterne „wie auf der Flagge der Union dargestellt“ gezeigt werden müssen, das heißt fünfstrahlig, in regelmäßigen Abständen wie die Zahlen auf dem Ziffernblatt einer Uhr und jeweils mit einer Spitze nach oben. Der Sternenkreis darf also nicht durch andere Elemente unterbrochen werden, die ihre Anordnung verändern (wie zum Beispiel im Falle der deutschen 2-Euro-Gedenkmünzen bis einschließlich 2009). Die Verordnung schließt jedoch eine Gestaltung wie in dem von Ihnen genannten Beispiel nicht aus. Wörtlich heißt es in Artikel 1e, Absatz 1 der EU-Verordnung 566/2012: „Dessen ungeachtet dürfen einzelne Elemente der Gestaltung in den Kreis aus Sternen hineinragen, solange alle Sterne deutlich und vollständig sichtbar bleiben.“ Es sollte damit eine größere künstlerische Freiheit ermöglicht werden, wie sie etwa Luxemburg oder Portugal 2014 nutzten, als sie Linien aus dem Motiv im Münzkern bis in den Ring zwischen die Sterne verlängerten – oder eben Litauen mit den Hufen des Wappenrosses.

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