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Leserforum

In dieser Rubrik beantwortet die Redaktion regelmäßig Fragen der Leserinnen und Leser des Deutschen Münzen Magazins. Besonders interessante und häufig gestellte Leserfragen finden Sie hier in unserer Online-Ausgabe.


Angelaufene Silbermünzen

Ich beziehe die deutschen 10-Euro-Gedenkmünzen in PP. Diese werden gekapselt verschickt. Ich musste jetzt feststellen, dass einige dieser Münzen eine Patina entwickeln, was mir gar nicht gefällt. Ich habe die Kapseln nie geöffnet. Ich bitte um einen Rat von Ihnen, was ich machen kann, dass meine Sammlung wieder sauber aussieht.

Claus Sch., 50823 Köln

Anmerkung der Redaktion:
Da die Kapseln nicht luftdicht verschlossen sind, schützen sie auch nicht dauerhaft vor dem Anlaufen der Münzen. Umwelteinflüsse können mit der Zeit eine mehr oder weniger schöne Patina entstehen lassen. Falls Sie Wert auf makellosen Glanz legen, so leistet ein frisch angesetztes Silbertauchbad gute Dienste. Allerdings gibt es viele Sammler, die eine Reinigung von PP-Münzen grundsätzlich ablehnen. In jedem Fall aber sollte man die empfindliche Spiegelglanz-Oberfläche noch schonender als das sprichwörtliche rohe Ei behandeln und die Anleitungen zu den Edelmetall-Tauchbädern strikt befolgen.

Münz-Latein

Im letzten Heft bildeten Sie eine britische 2-Pfund-Münze zum Ausbruch des 1. Weltkriegs ab. Können Sie mir sagen, was die Buchstabenfolge „D · G · REG · FID · DEF“ neben dem Namen von Königin Elizabeth II. bedeutet?

Franz M., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Die genannte Abkürzung steht für lateinisch: Dei Gratia Regina, Fidei Defensor (Königin von Gottes Gnaden, Verteidiger des Glaubens). Sie ist – so oder ähnlich – auf allen britischen Münzen mit dem Porträt von Elizabeth II. zu finden, wobei die beiden letzten Begriffe aus Platzgründen oft auch nur mit „F · D“ abgekürzt sind oder das „D · G“ als „DEI · GRA“ aufgeprägt ist.

50 Pfennig „Bank Deutscher Länder"

Ich habe gehört, dass 50-Pfennig-Münzen aus dem Jahr 1950 mit dem Aufdruck „BANK DEUTSCHER LÄNDER“ und Prägbuchstabe „G" einen hohen Wert haben. Nun habe ich kürzlich eine dieser Münzen, allerdings aus dem Jahr 1949 „J“ entdeckt. Hat auch diese Münze einen Sammlerwert?

Wolfgang J., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Sofern Ihre deutsche 50-Pfennig-Münze noch den Erhaltungsgrad „vorzüglich“ aufweist, ist sie – wie alle übrigen 50-Pfennig-Ausgaben mit Aufschrift „BANK DEUTSCHER LÄNDER“ – mit bis zu 15 Euro katalogisiert. Sie sind jeweils in Millionenauflagen erschienen. Lediglich vom 1950er Jahrgang wurden in Karlsruhe (Prägebuchstabe „G“) irrtümlich nur 30.000 Stück geprägt, weshalb diese Münzen sehr wertvoll sind und hohe dreistellige Preise rechtfertiugen.

Erhaltungsgrade bei Münzen

Was ist der Unterschied zwischen Spiegelglanz, Stempelglanz und Polierte Platte?

Uwe St., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Bei den Erhaltungsgraden von Münzen – wobei immer die schlechtere Seite den Gesamteindruck bestimmt – sind aus Sammlersicht vor allem die höheren Stufen, von Polierter Platte (PP) bzw. Spiegelglanz, über Stempelglanz (st), bis hin zu vorzüglich (vz), sehr schön (ss) und schön (s), von Bedeutung.

Eine Münze in „Polierter Platte“ – von deutschen Prägestätten als „Spiegelglanz“ bezeichnet – weist in extrem hoher Prägequalität ein mattiertes Relief auf hochglänzendem Hintergrund auf und muss absolut makellos sein (Achtung: Am besten nicht aus der Originalverpackung und nehmen und keinesfalls mit den bloßen Fingern berühren!).

Frisch geprägte Münzen in Normalausführung, die noch nicht in den Zahlungsverkehr gelangt und unbeschädigt sind, erscheinen in leicht glänzendem „Stempelglanz“. Den nächst niederen Erhaltungsgrad „vorzüglich“ haben Münzen, die kleinere Verletzungen aufweisen. Jedoch nicht im Relief, denn dann gehören sie – je nach Beschädigungsgrad – in die unteren Kategorien „sehr schön“ bis „schön“. Bei modernen Münzen gilt diese Erhaltung allerdings bereits nicht mehr als sammelwürdig. Lediglich bei wertvollen historischen Prägungen sind „sehr schön“ oder „schön“ erhaltene Münzen noch von Interesse. Allerdings: Ob ein Stück nun „vorzüglich“ oder nur noch „sehr schön“ ist, lässt man im Zweifelsfall eher einen Fachmann beurteilen.

Wer hat das Münzrecht in Euroland

Wer ist seit der Euro-Einführung für deutsche Münzen und Scheine verantwortlich – EU, Bundesbank oder Regierung? Und wie sieht es in anderen Ländern aus?

Florian G., 64385 Reichelsheim

Anmerkung der Redaktion:
Das Münzregal, also das alleinige Recht, Münzen prägen zu lassen, ist auch nach der Euro-Einführung bei den Finanzministern der Mitgliedsstaaten verblieben. Deshalb gibt es auch weiterhin deutsche, französische, österreichische oder spanische Kurs- und Gedenkmünzen - nur eben mit einheitlicher Währung. Anders bei Geldscheinen: Hier ist die Europäische Zentralbank für die ganze Eurozone verantwortlich.

Unbegrenzte Wertgarantie bei D-Mark-Münzen

Sie schreiben, dass das Bundesministerium der Finanzen für Gedenkmünzen eine Wertgarantie ohne zeitliche Begrenzung gibt. Bedeutet das, dass die DM-Gedenkmünzen ohne zeitliche Begrenzung zum ehemaligen Münzwert eingetauscht werden können? Sind dabei eventuell Gebühren zu entrichten?

Karl-R. G., 88709 Meersburg

Anmerkung der Redaktion: Die Bundesregierung garantiert unbegrenzt für den Nennwert aller DM-Münzen und -Geldscheine. Dies gilt selbstverständlich auch für Gedenkmünzen. Es besteht deshalb überhaupt kein Handlungsbedarf, D-Mark-Sammlermünzen übereilt zurückzugeben – zum aufgeprägten Nennwert, umgerechnet in Euro, kann man sie auch in zehn Jahren noch tauschen. Zumindest bei den Filialen der Deutschen Bundesbank wird der Umtausch in gültige Zahlungsmittel auch in Zukunft gebührenfrei möglich sein.

„4" auf Euro-Vorderseite?

Bei allen Euro-Münzen ist auf der Wertseite rechts ein mir unbekanntes Zeichen geprägt. Es sieht aus wie zwei miteinander verbundene „L“ oder eine „4“ mit Haken.

Hans-Jürgen K., 99867 Gotha

Anmerkung der Redaktion:
Es sind die Initialen „LL“ des belgischen Münzdesigners Luc Luycx, der die gemeinsamen Euro-Wertseiten gestaltet hat.

Messermünzen im alten China

Ich bin seit vielen Jahren im Besitz einer chinesischen Messermünze. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir etwas über diese Münzen berichten könnten.

Klaus M., 12619 Berlin

Anmerkung der Redaktion:
Chinesische Messermünzen sind eine interessante Form frühgeschichtlicher Zahlungsmittel, die während der Chou-Dynastie (12.-3. Jh. v. Chr.) für den Geldverkehr hergestellt wurden und sich im Umlauf befanden. Da die Bronzestücke vom Gebrauchsgegenstand Messer abgeleitet waren, stellten sie zunächst eine Zwischenform von Geräte- und Münzgeld dar. Mit fortschreitender Standardisierung und Miniaturisierung nahmen sie allerdings zunehmend Münzstatus an. Dies betrifft vor allem die ab dem 7. Jh. v. Chr. im Reich Qi mit Schriftzeichen versehenen Stücke, die sie als offizielles Zahlungsmittel des Staates ausweisen und dadurch mit zu den ältesten Münzen

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