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Leserforum

In dieser Rubrik beantwortet die Redaktion regelmäßig Fragen der Leserinnen und Leser des Deutschen Münzen Magazins. Besonders interessante und häufig gestellte Leserfragen finden Sie hier in unserer Online-Ausgabe.


Falsche WM-2006-Randprägung

Der Jahrgangssatz 2003 der deutschen Silbergedenkmünzen enthält auch die erste Münze zur Fußball-WM mit der Randschrift „DIE WELT ZU GAST BEI FREUNDEN“. Ich besitze diesen Satz mit der Fußball-WM-Münze mit der abweichenden Randschrift „RUHRPOTT KULTURLANDSCHAFT“. Sind weitere derartige Fehlprägungen bekannt? Welchen ungefähren Wert besitzt die Münze?

Dr. H. K., 55413 Weiler

Anmerkung der Redaktion:
Wenn die Münze echt ist, besitzen Sie eine wirkliche Rarität, und sicherlich werden jetzt viele unserer Leserinnen und Leser ihre Münzen nach dieser Fehlprägung durchforsten. Es ist bekannt, dass von der ersten Ausgabe der Silberserie zur Fußball-WM 2006 (Ausgabejahr 2003) einige Exemplare mit der Randschrift „Ruhrpott Kulturlandschaft“ existieren. Die Münze wurde seinerzeit in Stuttgart geprägt, wo gleichzeitig auch die 10-Euro-Gedenkmünze „Industrielandschaft Ruhrgebiet“ gefertigt wurde. So ist es offenbar zu einer Verwechslung der (bereits mit Randschrift versehenen) Ronden gekommen. Es sind bisher nur ganz wenige Exemplare aufgetaucht und alle stammen aus den Jahressätzen 2003. Im Jaeger-Katalog heißt es dazu „ca. fünf Ex. bekannt“, wobei der Wert der Fehlprägung nicht beziffert wird.

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Häufig erreichen die Redaktion Zuschriften von Lesern, die den Wert bestimmter Münzen erfahren möchten. Wir können diese Anfragen leider nicht beantworten. Die beim Münzankauf bezahlten Preise werden vom Handel kalkuliert und sind oft sehr unterschiedlich. Angebot und Nachfrage regeln hier den Preis. Vor allem aber der Erhaltungsgrad ist bei der Beurteilung von Münzen und Geldscheinen von allergrößter Bedeutung. Ungefähre Wertangaben vermitteln Kataloge. Genaue Wertermittlungen liefern Münzhändler und von den Industrie-/Handelskammern öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige. Eine Liste mit IHK-Prüfern finden Sie hier.

Goldmünze mit roten Flecken

Meine Goldmünze 20 Euro „Deutscher Wald“ (Eiche), Prägestätte Berlin, hat an dem Eichenblatt zwei rote Flecken. Die Flecken sollen durch Verunreinigung mit Silber entstehen. Gibt es eine Möglichkeit die Flecken zu entfernen?

Harry Z., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Das Problem ist bekannt und tritt nicht nur auf deutschen 20-Euro-Goldmünzen auf. Das Nationale Analysezentrum für Münzen der Deutschen Bundesbank hat 2009 zu diesem Thema folgende Informationen geliefert:

„Die von Ihnen beschriebenen Farbveränderungen auf den Goldmünzen sind vermutlich auf im Lauf des Produktionsprozesses mechanisch aufgebrachte mikroskopisch kleine Silberpartikel zurückzuführen. Silberpartikel können überall dort auftreten, wo Silber und Gold parallel verarbeitet werden. In jedem Kaltverformungsprozess kann so ein winziger Silberpartikel von allen Kontrollen unbemerkt in die Oberfläche des Feingoldes eingedrückt werden. Durch Einwirkung von dem in der Umgebungsluft vorhandenem Schwefel können die von Ihnen festgestellten Farbveränderungen - ähnlich wie z.B. beim Silberbesteck - im Laufe der Zeit auftreten. Durchgeführte Materialanalysen belegen, dass die zugesicherte Materialqualität (999,9 Tausendteile Gold) von derartigen winzigen Silberpartikeln nicht beeinträchtigt wird; sie wurden eingehalten. Diese Farbveränderung kann ohne größeren Aufwand von Ihnen selbst temporär beseitigt werden, indem die Münze in eine warme Salzlösung mit eingelegtem Streifen aus Aluminium-Haushaltsfolie gelegt wird (ca. 1 Teelöffel Kochsalz in 100 ml Wasser lösen). In dieser warmen Salzlösung verschwindet der Fleck umgehend. Auch ein handelsübliches Silbertauchbad beseitigt derartige Farbflecken, wobei eine Erwärmung der Flüssigkeit den Prozess beschleunigt. Danach die Münze unter klarem Wasser nachspülen und vorsichtig mit einem weichen Tuch trocknen (z.B. Geschirrtuch, nicht reiben, nur abtupfen!!).“

Andere Quellen besagen, dass statt Kochsalz auch eine Sodalösung gut wirksam ist. Allerdings wird durch das „Kochen“ die Ursache nicht beseitigt. Die eingeschlossenen Silberpartikel können (müssen aber nicht) wieder Patina bilden.

Sternenkreis auf Euro-Ring

Vor einigen Jahren hat die EZB eine Vorschrift herausgebracht, dass auf den Rändern der Euromünzen nur noch die Europasterne geprägt sein dürfen. Wie kommt es nun, dass bei den Kursmünzen aus Litauen auf diesem Rand nicht nur die Europasterne, sondern auch die Hufe der Pferde geprägt wurden? Gibt es für Litauen eine Sonderregelung oder können Sie mir das erklären?

Jürgen K., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Die Verordnung besagt, dass die Sterne „wie auf der Flagge der Union dargestellt“ gezeigt werden müssen, das heißt fünfstrahlig, in regelmäßigen Abständen wie die Zahlen auf dem Ziffernblatt einer Uhr und jeweils mit einer Spitze nach oben. Der Sternenkreis darf also nicht durch andere Elemente unterbrochen werden, die ihre Anordnung verändern (wie zum Beispiel im Falle der deutschen 2-Euro-Gedenkmünzen bis einschließlich 2009). Die Verordnung schließt jedoch eine Gestaltung wie in dem von Ihnen genannten Beispiel nicht aus. Wörtlich heißt es in Artikel 1e, Absatz 1 der EU-Verordnung 566/2012: „Dessen ungeachtet dürfen einzelne Elemente der Gestaltung in den Kreis aus Sternen hineinragen, solange alle Sterne deutlich und vollständig sichtbar bleiben.“ Es sollte damit eine größere künstlerische Freiheit ermöglicht werden, wie sie etwa Luxemburg oder Portugal 2014 nutzten, als sie Linien aus dem Motiv im Münzkern bis in den Ring zwischen die Sterne verlängerten – oder eben Litauen mit den Hufen des Wappenrosses.

Angelaufene Silbermünzen

Ich beziehe die deutschen 10-Euro-Gedenkmünzen in PP. Diese werden gekapselt verschickt. Ich musste jetzt feststellen, dass einige dieser Münzen eine Patina entwickeln, was mir gar nicht gefällt. Ich habe die Kapseln nie geöffnet. Ich bitte um einen Rat von Ihnen, was ich machen kann, dass meine Sammlung wieder sauber aussieht.

Claus Sch., 50823 Köln

Anmerkung der Redaktion:
Da die Kapseln nicht luftdicht verschlossen sind, schützen sie auch nicht dauerhaft vor dem Anlaufen der Münzen. Umwelteinflüsse können mit der Zeit eine mehr oder weniger schöne Patina entstehen lassen. Falls Sie Wert auf makellosen Glanz legen, so leistet ein frisch angesetztes Silbertauchbad gute Dienste. Allerdings gibt es viele Sammler, die eine Reinigung von PP-Münzen grundsätzlich ablehnen. In jedem Fall aber sollte man die empfindliche Spiegelglanz-Oberfläche noch schonender als das sprichwörtliche rohe Ei behandeln und die Anleitungen zu den Edelmetall-Tauchbädern strikt befolgen.

Münz-Latein

Im letzten Heft bildeten Sie eine britische 2-Pfund-Münze zum Ausbruch des 1. Weltkriegs ab. Können Sie mir sagen, was die Buchstabenfolge „D · G · REG · FID · DEF“ neben dem Namen von Königin Elizabeth II. bedeutet?

Franz M., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Die genannte Abkürzung steht für lateinisch: Dei Gratia Regina, Fidei Defensor (Königin von Gottes Gnaden, Verteidiger des Glaubens). Sie ist – so oder ähnlich – auf allen britischen Münzen mit dem Porträt von Elizabeth II. zu finden, wobei die beiden letzten Begriffe aus Platzgründen oft auch nur mit „F · D“ abgekürzt sind oder das „D · G“ als „DEI · GRA“ aufgeprägt ist.

50 Pfennig „Bank Deutscher Länder"

Ich habe gehört, dass 50-Pfennig-Münzen aus dem Jahr 1950 mit dem Aufdruck „BANK DEUTSCHER LÄNDER“ und Prägbuchstabe „G" einen hohen Wert haben. Nun habe ich kürzlich eine dieser Münzen, allerdings aus dem Jahr 1949 „J“ entdeckt. Hat auch diese Münze einen Sammlerwert?

Wolfgang J., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Sofern Ihre deutsche 50-Pfennig-Münze noch den Erhaltungsgrad „vorzüglich“ aufweist, ist sie – wie alle übrigen 50-Pfennig-Ausgaben mit Aufschrift „BANK DEUTSCHER LÄNDER“ – mit bis zu 15 Euro katalogisiert. Sie sind jeweils in Millionenauflagen erschienen. Lediglich vom 1950er Jahrgang wurden in Karlsruhe (Prägebuchstabe „G“) irrtümlich nur 30.000 Stück geprägt, weshalb diese Münzen sehr wertvoll sind und hohe dreistellige Preise rechtfertiugen.

Erhaltungsgrade bei Münzen

Was ist der Unterschied zwischen Spiegelglanz, Stempelglanz und Polierte Platte?

Uwe St., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Bei den Erhaltungsgraden von Münzen – wobei immer die schlechtere Seite den Gesamteindruck bestimmt – sind aus Sammlersicht vor allem die höheren Stufen, von Polierter Platte (PP) bzw. Spiegelglanz, über Stempelglanz (st), bis hin zu vorzüglich (vz), sehr schön (ss) und schön (s), von Bedeutung.

Eine Münze in „Polierter Platte“ – von deutschen Prägestätten als „Spiegelglanz“ bezeichnet – weist in extrem hoher Prägequalität ein mattiertes Relief auf hochglänzendem Hintergrund auf und muss absolut makellos sein (Achtung: Am besten nicht aus der Originalverpackung und nehmen und keinesfalls mit den bloßen Fingern berühren!).

Frisch geprägte Münzen in Normalausführung, die noch nicht in den Zahlungsverkehr gelangt und unbeschädigt sind, erscheinen in leicht glänzendem „Stempelglanz“. Den nächst niederen Erhaltungsgrad „vorzüglich“ haben Münzen, die kleinere Verletzungen aufweisen. Jedoch nicht im Relief, denn dann gehören sie – je nach Beschädigungsgrad – in die unteren Kategorien „sehr schön“ bis „schön“. Bei modernen Münzen gilt diese Erhaltung allerdings bereits nicht mehr als sammelwürdig. Lediglich bei wertvollen historischen Prägungen sind „sehr schön“ oder „schön“ erhaltene Münzen noch von Interesse. Allerdings: Ob ein Stück nun „vorzüglich“ oder nur noch „sehr schön“ ist, lässt man im Zweifelsfall eher einen Fachmann beurteilen.

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