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Leserforum

In dieser Rubrik beantwortet die Redaktion regelmäßig Fragen der Leserinnen und Leser des Deutschen Münzen Magazins. Besonders interessante und häufig gestellte Leserfragen finden Sie hier in unserer Online-Ausgabe.


„In God we trust" auf US-Münzen

Da ich mich sehr für amerikanische Münzen interessiere, würde ich gerne wissen, wann der erste US-Dollar geprägt wurde. Und auch wer dafür verantwortlich ist, dass auf den Münzen der USA das Glaubensbekenntnis „IN GOD WE TRUST“ auftaucht.

Michael K., 47906 Kempen

Anmerkung der Redaktion:
Die ersten offiziellen Ausgaben der U.S. Mint, der Staatlichen Münzstätte der Vereinigten Staaten von Amerika, erschienen im Jahr 1793 noch ohne den Wahlspruch „In God we trust“ (Wir vertrauen auf Gott). Den Anfang machten die in Kupfer geprägten 1/2- und 1-Cent-Stücke, auf denen die weibliche Landesallegorie „Liberty“ sowohl mit als auch ohne Freiheitsmütze zu sehen ist. Ab 1794 wurden dann auch die ersten Halbdollars und Dollars in Silber geprägt, auf denen die Liberty zunächst nach Entwürfen von Robert Scot mit offenem, nach hinten fließendem Haar dargestellt ist.

Das Motto „In God we trust“ auf Münzen der USA geht auf die Initiative eines Priesters aus Pennsylvania zurück, der zu Zeiten des Bürgerkriegs – stellvertretend für zahlreiche Appelle seitens gläubiger Menschen im ganzen Land – in einem Brief von 1861 an das Schatzamt forderte, Münzen sollten auch ein religiöses Bekenntnis tragen. Daraus entwickelte sich dann drei Jahre später das Münzmotto „In God we trust“, das erstmals per Gesetz vom 22. April 1864 beschlossen und noch im selben Jahr auf die neu eingeführten 2-Cent-Stücke geprägt wurde. Allerdings war es noch keine zwingende Vorgabe für sämtliche Wertstufen und Ausgaben. Erst am 11. Juli 1955 wurde die Aufschrift „In God we trust“ per Gesetz obligatorisch für alle Münzen der USA. Im Jahr darauf schließlich wurde „In God we trust“ sogar offiziell zur nationalen Losung der Vereinigten Staaten erklärt.

Fein- oder Raugewicht

Auf meinem Krügerrands von Südafrika steht aufgeprägt „1 OZ FINE GOLD“. Dies müsste doch bedeuten, dass es sich um eine Goldmünze von einer Unze Gewicht handelt, also rund 31,1 Gramm. Bei den technischen Daten zur Münze heißt es aber, sie sei fast 34 Gramm schwer. Was stimmt?

Kai S., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Grundsätzlich muss bei Edelmetallmünzen zwischen dem Feingewicht, also dem jeweiligen Anteil an purem Silber oder Gold bei einer Münze, sowie dem Rau- oder Gesamtgewicht unterschieden werden. Im Fall des Krügerrands heißt dies, dass sich die aufgeprägte Angabe „1 Unze Feingold“ auf die Masse an reinem Gold bezieht, die 31,1 Gramm beträgt. Da die Krügerrand-Münzen jedoch stets in einer Legierung von 22 Karat (917/1000) erscheinen, sind zusätzlich noch knapp drei Gramm Kupfer im Prägemetall enthalten. So kommt das Gesamtgewicht von 33,9 Gramm zustande – und der typische, etwas rötliche Gold-Farbton dieser südafrikanischen Anlagemünze

Die deutschen Prägestätten seit 1871

Ihrem Artikel „Vom Ursprung der deutschen Prägezeichen“ ist zu entnehmen, dass die Zuordnung der Prägebuchstaben offensichtlich alphabetisch vorgenommen wurde. Meine Fragen: Warum fehlt das „I“? Und: Existierten im Kaiserreich/Deutschland nur die genannten neun Prägestätten?



Stephan A., 10249 Berlin

Anmerkung der Redaktion:
Auf das große „i“ hat man wegen der Verwechslungsgefahr mit dem „J“ bei der Vergabe der Prägebuchstaben im Deutschen Reich verzichtet. 
Hier nochmals die komplette Aufstellung der deutschen Münzstätten (mit Jahreszahlen):


A = Berlin

B = Hannover (1872-1878)

B = Wien (1938-1944)

C = Frankfurt am Main (1872-1887)

D = München

E = Dresden (1872-1887)

E = Muldenhütten (1887-1953)

F = Stuttgart

G = Karlsruhe

H = Darmstadt (1872-1882)

J = Hamburg (ab 1875)

T = Tabora, Deutsch-Ostafrika (1916)

Deutsche Prägebuchstaben, Ergänzung

In Ihrer Antwort auf die Leserfrage haben Sie eine „komplette“ Aufstellung der deutschen Münzstätten angefügt, die jedoch keineswegs komplett ist. Darf ich Sie darauf hinweisen, dass Sie zum Beispiel die (bis 1688) größte Münzstätte von Brandenburg-Preußen, nämlich Königsberg (Prägezeichen „E“), nicht aufgeführt haben, wie auch B = Breslau, F = Magdeburg, D = Düsseldorf u. a. fehlen. In Ihrer Aufstellung wäre demnach nachzutragen:


B = Breslau (1750-1768, 
1799-1803, 1812-1826)

B = Glatz (1813)
C = Kleve (1750-1767)

D = Düsseldorf (1817-1848)

D = Aurich (1750-1763)
E = Königsberg (1261-1309, 
1456-1728, 1751-1803)

F = Magdeburg (1750-1769)

G = Stettin (1752-1754). 



Friedrich B.
, 21682 Stade

Anmerkung der Redaktion:
Vielen Dank für den Nachtrag. Allerdings bezog sich die Leseranfrage von Stephan A. in unserer vorigen Ausgabe auf die Prägestätten im deutschen Kaiserreich, weshalb wir in der Antwort eben nur die deutschen Münzstätten ab 1871 aufgeführt haben.

Adler und Schlange auf Kaiserreich-Münze

Auf der 3-Mark-Münze zum 100jährigen Jubiläum der Freiheitskriege von 1913 ist ein Adler mit einer Schlange in den Fängen abgebildet. Was hat diese Symboldarstellung aus dem Kaiserreich zu bedeuten? 



Bernhard W., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Das Bild „Adler packt Schlange“ stand bei dieser Münze symbolisch für die Fremdherrschaft in Deutschland unter Napoleon und ist damit älter als das deutsche Kaiserreich. Interessant ist, dass das mexikanische Wappen ebenfalls einen Adler mit einer Schlange zeigt. Diese Darstellung erzählt die Legende um die Gründung der Aztekenhauptstadt Tenochtitlan, heute Mexiko City, vor etwa 8000 Jahren. Danach sollten die Azteken sich dort niederlassen, wo sie einen Adler erblickten, der mit gespreizten Flügeln auf einem Kaktus sitzt und eine Schlange im Schnabel hält.

Zehn eine feine Mark

Ich besitze eine Münze aus dem Königreich Sachsen. Vorderseite: Brustbild mit Uniform, Friedrich August, König von Sachsen. Rückseite: Wappen mit Krone 1824 „ZEHN EINE FEINE MARK“. Was bedeutet diese Wertbezeichnung? Was ist ein Ausbeutetaler?



Rosa L., 56076 Koblenz

Anmerkung der Redaktion:
Die Wertbezeichnung „ZEHN EINE FEINE MARK“ in der Umschrift bedeutet, dass aus einer Mark (Gewichtseinheit: 1 Kölner Mark = ca. 234 g) zehn Taler geprägt wurden. Das heißt, ein Taler enthielt damals 23,4 Gramm Feinsilber.
Zu Ihrer zweiten Frage: Neben Ihrer Talermünze wurde in den Jahren 1824 bis 1827 auch ein sogenannter Ausbeutetaler in Sachsen geprägt, mit fast identischem Design, lediglich auf der Wappenseite ist der Zusatz „DER SEGEN DES BERGBAUS“ zu lesen. Dies deutet darauf hin, dass die Silbermünze aus der Erz-Ausbeute bestimmter Bergwerke oder Regionen stammt, in dem Fall aus Sachsen.

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