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Leserforum

In dieser Rubrik beantwortet die Redaktion regelmäßig Fragen der Leserinnen und Leser des Deutschen Münzen Magazins. Besonders interessante und häufig gestellte Leserfragen finden Sie hier in unserer Online-Ausgabe.


Erhaltungsgrade bei Münzen

Was ist der Unterschied zwischen Spiegelglanz, Stempelglanz und Polierte Platte?

Uwe St., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Bei den Erhaltungsgraden von Münzen – wobei immer die schlechtere Seite den Gesamteindruck bestimmt – sind aus Sammlersicht vor allem die höheren Stufen, von Polierter Platte (PP) bzw. Spiegelglanz, über Stempelglanz (st), bis hin zu vorzüglich (vz), sehr schön (ss) und schön (s), von Bedeutung.

Eine Münze in „Polierter Platte“ – von deutschen Prägestätten als „Spiegelglanz“ bezeichnet – weist in extrem hoher Prägequalität ein mattiertes Relief auf hochglänzendem Hintergrund auf und muss absolut makellos sein (Achtung: Am besten nicht aus der Originalverpackung und nehmen und keinesfalls mit den bloßen Fingern berühren!).

Frisch geprägte Münzen in Normalausführung, die noch nicht in den Zahlungsverkehr gelangt und unbeschädigt sind, erscheinen in leicht glänzendem „Stempelglanz“. Den nächst niederen Erhaltungsgrad „vorzüglich“ haben Münzen, die kleinere Verletzungen aufweisen. Jedoch nicht im Relief, denn dann gehören sie – je nach Beschädigungsgrad – in die unteren Kategorien „sehr schön“ bis „schön“. Bei modernen Münzen gilt diese Erhaltung allerdings bereits nicht mehr als sammelwürdig. Lediglich bei wertvollen historischen Prägungen sind „sehr schön“ oder „schön“ erhaltene Münzen noch von Interesse. Allerdings: Ob ein Stück nun „vorzüglich“ oder nur noch „sehr schön“ ist, lässt man im Zweifelsfall eher einen Fachmann beurteilen.

Wer hat das Münzrecht in Euroland

Wer ist seit der Euro-Einführung für deutsche Münzen und Scheine verantwortlich – EU, Bundesbank oder Regierung? Und wie sieht es in anderen Ländern aus?

Florian G., 64385 Reichelsheim

Anmerkung der Redaktion:
Das Münzregal, also das alleinige Recht, Münzen prägen zu lassen, ist auch nach der Euro-Einführung bei den Finanzministern der Mitgliedsstaaten verblieben. Deshalb gibt es auch weiterhin deutsche, französische, österreichische oder spanische Kurs- und Gedenkmünzen - nur eben mit einheitlicher Währung. Anders bei Geldscheinen: Hier ist die Europäische Zentralbank für die ganze Eurozone verantwortlich.

Unbegrenzte Wertgarantie bei D-Mark-Münzen

Sie schreiben, dass das Bundesministerium der Finanzen für Gedenkmünzen eine Wertgarantie ohne zeitliche Begrenzung gibt. Bedeutet das, dass die DM-Gedenkmünzen ohne zeitliche Begrenzung zum ehemaligen Münzwert eingetauscht werden können? Sind dabei eventuell Gebühren zu entrichten?

Karl-R. G., 88709 Meersburg

Anmerkung der Redaktion: Die Bundesregierung garantiert unbegrenzt für den Nennwert aller DM-Münzen und -Geldscheine. Dies gilt selbstverständlich auch für Gedenkmünzen. Es besteht deshalb überhaupt kein Handlungsbedarf, D-Mark-Sammlermünzen übereilt zurückzugeben – zum aufgeprägten Nennwert, umgerechnet in Euro, kann man sie auch in zehn Jahren noch tauschen. Zumindest bei den Filialen der Deutschen Bundesbank wird der Umtausch in gültige Zahlungsmittel auch in Zukunft gebührenfrei möglich sein.

„4" auf Euro-Vorderseite?

Bei allen Euro-Münzen ist auf der Wertseite rechts ein mir unbekanntes Zeichen geprägt. Es sieht aus wie zwei miteinander verbundene „L“ oder eine „4“ mit Haken.

Hans-Jürgen K., 99867 Gotha

Anmerkung der Redaktion:
Es sind die Initialen „LL“ des belgischen Münzdesigners Luc Luycx, der die gemeinsamen Euro-Wertseiten gestaltet hat.

Messermünzen im alten China

Ich bin seit vielen Jahren im Besitz einer chinesischen Messermünze. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir etwas über diese Münzen berichten könnten.

Klaus M., 12619 Berlin

Anmerkung der Redaktion:
Chinesische Messermünzen sind eine interessante Form frühgeschichtlicher Zahlungsmittel, die während der Chou-Dynastie (12.-3. Jh. v. Chr.) für den Geldverkehr hergestellt wurden und sich im Umlauf befanden. Da die Bronzestücke vom Gebrauchsgegenstand Messer abgeleitet waren, stellten sie zunächst eine Zwischenform von Geräte- und Münzgeld dar. Mit fortschreitender Standardisierung und Miniaturisierung nahmen sie allerdings zunehmend Münzstatus an. Dies betrifft vor allem die ab dem 7. Jh. v. Chr. im Reich Qi mit Schriftzeichen versehenen Stücke, die sie als offizielles Zahlungsmittel des Staates ausweisen und dadurch mit zu den ältesten Münzen

„In God we trust" auf US-Münzen

Da ich mich sehr für amerikanische Münzen interessiere, würde ich gerne wissen, wann der erste US-Dollar geprägt wurde. Und auch wer dafür verantwortlich ist, dass auf den Münzen der USA das Glaubensbekenntnis „IN GOD WE TRUST“ auftaucht.

Michael K., 47906 Kempen

Anmerkung der Redaktion:
Die ersten offiziellen Ausgaben der U.S. Mint, der Staatlichen Münzstätte der Vereinigten Staaten von Amerika, erschienen im Jahr 1793 noch ohne den Wahlspruch „In God we trust“ (Wir vertrauen auf Gott). Den Anfang machten die in Kupfer geprägten 1/2- und 1-Cent-Stücke, auf denen die weibliche Landesallegorie „Liberty“ sowohl mit als auch ohne Freiheitsmütze zu sehen ist. Ab 1794 wurden dann auch die ersten Halbdollars und Dollars in Silber geprägt, auf denen die Liberty zunächst nach Entwürfen von Robert Scot mit offenem, nach hinten fließendem Haar dargestellt ist.

Das Motto „In God we trust“ auf Münzen der USA geht auf die Initiative eines Priesters aus Pennsylvania zurück, der zu Zeiten des Bürgerkriegs – stellvertretend für zahlreiche Appelle seitens gläubiger Menschen im ganzen Land – in einem Brief von 1861 an das Schatzamt forderte, Münzen sollten auch ein religiöses Bekenntnis tragen. Daraus entwickelte sich dann drei Jahre später das Münzmotto „In God we trust“, das erstmals per Gesetz vom 22. April 1864 beschlossen und noch im selben Jahr auf die neu eingeführten 2-Cent-Stücke geprägt wurde. Allerdings war es noch keine zwingende Vorgabe für sämtliche Wertstufen und Ausgaben. Erst am 11. Juli 1955 wurde die Aufschrift „In God we trust“ per Gesetz obligatorisch für alle Münzen der USA. Im Jahr darauf schließlich wurde „In God we trust“ sogar offiziell zur nationalen Losung der Vereinigten Staaten erklärt.

Fein- oder Raugewicht

Auf meinem Krügerrands von Südafrika steht aufgeprägt „1 OZ FINE GOLD“. Dies müsste doch bedeuten, dass es sich um eine Goldmünze von einer Unze Gewicht handelt, also rund 31,1 Gramm. Bei den technischen Daten zur Münze heißt es aber, sie sei fast 34 Gramm schwer. Was stimmt?

Kai S., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Grundsätzlich muss bei Edelmetallmünzen zwischen dem Feingewicht, also dem jeweiligen Anteil an purem Silber oder Gold bei einer Münze, sowie dem Rau- oder Gesamtgewicht unterschieden werden. Im Fall des Krügerrands heißt dies, dass sich die aufgeprägte Angabe „1 Unze Feingold“ auf die Masse an reinem Gold bezieht, die 31,1 Gramm beträgt. Da die Krügerrand-Münzen jedoch stets in einer Legierung von 22 Karat (917/1000) erscheinen, sind zusätzlich noch knapp drei Gramm Kupfer im Prägemetall enthalten. So kommt das Gesamtgewicht von 33,9 Gramm zustande – und der typische, etwas rötliche Gold-Farbton dieser südafrikanischen Anlagemünze

Die deutschen Prägestätten seit 1871

Ihrem Artikel „Vom Ursprung der deutschen Prägezeichen“ ist zu entnehmen, dass die Zuordnung der Prägebuchstaben offensichtlich alphabetisch vorgenommen wurde. Meine Fragen: Warum fehlt das „I“? Und: Existierten im Kaiserreich/Deutschland nur die genannten neun Prägestätten?



Stephan A., 10249 Berlin

Anmerkung der Redaktion:
Auf das große „i“ hat man wegen der Verwechslungsgefahr mit dem „J“ bei der Vergabe der Prägebuchstaben im Deutschen Reich verzichtet. 
Hier nochmals die komplette Aufstellung der deutschen Münzstätten (mit Jahreszahlen):


A = Berlin

B = Hannover (1872-1878)

B = Wien (1938-1944)

C = Frankfurt am Main (1872-1887)

D = München

E = Dresden (1872-1887)

E = Muldenhütten (1887-1953)

F = Stuttgart

G = Karlsruhe

H = Darmstadt (1872-1882)

J = Hamburg (ab 1875)

T = Tabora, Deutsch-Ostafrika (1916)

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