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Leserforum

In dieser Rubrik beantwortet die Redaktion regelmäßig Fragen der Leserinnen und Leser des Deutschen Münzen Magazins. Besonders interessante und häufig gestellte Leserfragen finden Sie hier in unserer Online-Ausgabe.


Deutsche Prägebuchstaben, Ergänzung

In Ihrer Antwort auf die Leserfrage haben Sie eine „komplette“ Aufstellung der deutschen Münzstätten angefügt, die jedoch keineswegs komplett ist. Darf ich Sie darauf hinweisen, dass Sie zum Beispiel die (bis 1688) größte Münzstätte von Brandenburg-Preußen, nämlich Königsberg (Prägezeichen „E“), nicht aufgeführt haben, wie auch B = Breslau, F = Magdeburg, D = Düsseldorf u. a. fehlen. In Ihrer Aufstellung wäre demnach nachzutragen:


B = Breslau (1750-1768, 
1799-1803, 1812-1826)

B = Glatz (1813)
C = Kleve (1750-1767)

D = Düsseldorf (1817-1848)

D = Aurich (1750-1763)
E = Königsberg (1261-1309, 
1456-1728, 1751-1803)

F = Magdeburg (1750-1769)

G = Stettin (1752-1754). 



Friedrich B.
, 21682 Stade

Anmerkung der Redaktion:
Vielen Dank für den Nachtrag. Allerdings bezog sich die Leseranfrage von Stephan A. in unserer vorigen Ausgabe auf die Prägestätten im deutschen Kaiserreich, weshalb wir in der Antwort eben nur die deutschen Münzstätten ab 1871 aufgeführt haben.

Adler und Schlange auf Kaiserreich-Münze

Auf der 3-Mark-Münze zum 100jährigen Jubiläum der Freiheitskriege von 1913 ist ein Adler mit einer Schlange in den Fängen abgebildet. Was hat diese Symboldarstellung aus dem Kaiserreich zu bedeuten? 



Bernhard W., per E-Mail

Anmerkung der Redaktion:
Das Bild „Adler packt Schlange“ stand bei dieser Münze symbolisch für die Fremdherrschaft in Deutschland unter Napoleon und ist damit älter als das deutsche Kaiserreich. Interessant ist, dass das mexikanische Wappen ebenfalls einen Adler mit einer Schlange zeigt. Diese Darstellung erzählt die Legende um die Gründung der Aztekenhauptstadt Tenochtitlan, heute Mexiko City, vor etwa 8000 Jahren. Danach sollten die Azteken sich dort niederlassen, wo sie einen Adler erblickten, der mit gespreizten Flügeln auf einem Kaktus sitzt und eine Schlange im Schnabel hält.

Zehn eine feine Mark

Ich besitze eine Münze aus dem Königreich Sachsen. Vorderseite: Brustbild mit Uniform, Friedrich August, König von Sachsen. Rückseite: Wappen mit Krone 1824 „ZEHN EINE FEINE MARK“. Was bedeutet diese Wertbezeichnung? Was ist ein Ausbeutetaler?



Rosa L., 56076 Koblenz

Anmerkung der Redaktion:
Die Wertbezeichnung „ZEHN EINE FEINE MARK“ in der Umschrift bedeutet, dass aus einer Mark (Gewichtseinheit: 1 Kölner Mark = ca. 234 g) zehn Taler geprägt wurden. Das heißt, ein Taler enthielt damals 23,4 Gramm Feinsilber.
Zu Ihrer zweiten Frage: Neben Ihrer Talermünze wurde in den Jahren 1824 bis 1827 auch ein sogenannter Ausbeutetaler in Sachsen geprägt, mit fast identischem Design, lediglich auf der Wappenseite ist der Zusatz „DER SEGEN DES BERGBAUS“ zu lesen. Dies deutet darauf hin, dass die Silbermünze aus der Erz-Ausbeute bestimmter Bergwerke oder Regionen stammt, in dem Fall aus Sachsen.

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