Die erste deutsche Silber-Gedenkmünze mit dem neuen 35-Euro-Nennwert gilt der CDU-Politikerin Elisabeth Schwarzhaupt im Rahmen der Serie „Prägende Frauen“. Sie erscheint im März 2026.
Der extreme Anstieg des Silberpreises zwang die Bundesregierung dazu, die Nennwerte der deutschen Silber-Gedenkmünzen zu erhöhen. Als erste Münze mit dem neuen Nominal für die Sterlingsilber-Prägungen (früher: 20 Euro) erscheint im März eine weitere Ausgabe der Reihe „Prägende Frauen“. Sie ist Elisabeth Schwarzhaupt (1901–1986) zum 125. Geburtstag gewidmet, der ersten Bundesministerin der Bundesrepublik Deutschland.
Elisabeth Schwarzhaupt (CDU) übernahm im November 1961 als „Alibifrau“ im ansonsten männlich besetzten Kabinett von Konrad Adenauer das Amt der Gesundheitsministerin, das die Unionsfrauen, unter anderem mit einem Sitzstreik, gegen den Widerstand des Bundeskanzlers durchsetzten. Die promovierte Juristin war eine aktive Vorkämpferin für die Gleichberechtigung der Frauen schon seit den 30er-Jahren. Nicht nur war sie eine der ersten Jurastudentinnen in Berlin und erste weibliche Oberkirchenrätin, 1957 votierte sie auch sehr couragiert gegen die Mehrheit ihrer eigenen Fraktion für ein zukunftsweisendes „Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts“. 1966 wurde ihr als erster Frau überhaupt der Bundesverdienstorden verliehen.
Elisabeth Schwarzhaupts politische Weitsicht wird bis heute nur wenig gewürdigt und in der Erinnerungskultur zu weiblichen Politikerinnen wird sie kaum erwähnt. Die Silbermünze zu ihren Ehren ist also auch ein Stück Wiedergutmachung.
1. Preis: Marianne Dietz
Als Siegerin im Gestaltungswettbewerb ging Marianne Dietz aus Berlin hervor, deren Entwurf ein Porträt Elisabeth Schwarzhaupts zeigt – und zwar „in einer fein modellierten ausdrucksstarken Weise“, wie das Preisgericht ausdrücklich lobt. Weiter heißt es in der Beurteilung: „Die Büste richtet einen nachdenklich beobachtenden Blick auf die Betrachtenden. Der Name fügt sich gestalterisch gekonnt im Münzrund ein, wobei der Nachname akzentuiert im unteren Büstenrand invertiert gesetzt ist.“ Die Randschrift lautet: „ERSTE BUNDESMINISTERIN 1961–1966“.
2. Preis: Claudius Riedmiller
Den zweiten Preis im Design-wettbewerb holte sich Claudius Riedmiller aus Stuttgart, der ein nach rechts blickendes Kopfprofil der CDU-Politikerin als Vorlage für sein Relief verwendete. Die Jury dazu: „Die Bildseite überzeugt in ihrer Darstellung von Dr. Elisabeth Schwarzhaupt als engagierte Politikerin. Die plastische Gestaltung der Büste harmoniert mit der Typographie und beides wirkt zusammen sehr stimmig.“
3. Preis: Katrin Pannicke
Katrin Pannicke aus Halle/Saale belegte mit ihrem Entwurf Platz 3. Sie gestaltete das Porträt mit Konturlinien und verzichtete auf eine plastische Ausarbeitung. „Die dadurch entstehende skizzenhafte Anmutung und Leichtigkeit findet sich auch auf der Wertseite, auf der der würdige Adler ebenfalls zentriert gesetzt ist“, so das Preisgericht.
Spezifikationen: Elisabeth Schwarzhaupt, Serie „Prägende Frauen“, 2026, 35 Euro, Silber 925/1000, 18 g, Ø 32,5 mm, Prägestätte Karlsruhe (G). Die Auflagen wurden noch nicht bekannt gegeben.

Der Siegerentwurf für die Sterlingsilber-Münze "Elisabeth Schwarzhaupt" – ursprünglich noch mit 20-Euro-Nennwert – stammt von Marianne Dietz.
© DEUTSCHES MÜNZEN MAGAZIN - Alle Rechte vorbehalten