Der Höhenflug des Silberpreises wirbelt das deutsche Münzausgabeprogramm durcheinander. Nach der Erhöhung der Nominale hat das Bundesfinanzministerium jetzt zusätzlich den Edelmetallgehalt und das Gewicht der Stempelglanz-Ausgaben reduziert.
Nachdem mit Beschluss vom 10. Dezember 2025 bereits die aufgeprägten Nennwerte der ehemaligen 20-Euro-Silbermünzen auf 35 Euro und die der 25-Euro-Weihnachtsmünzen auf 50 Euro erhöht wurden, hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) jetzt zusätzlich den Silbergehalt in der Prägequalität Stempelglanz reduziert. In einer Mitteilung vom 18. Februar 2026 heißt es: „Unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen auf dem Edelmetallmarkt hat der Bundesminister der Finanzen beschlossen, dass ab dem Ausgabejahr 2026 die technischen Parameter der deutschen Euro-Silbermünzen in Stempelglanzqualität neu festgelegt werden. Die Änderungen betreffen die Zusammensetzung und das Gewicht.
- 35-Euro-Sammlermünzen: Diese Münzen werden zukünftig aus einer Legierung mit einem Silberanteil von 500 Tausendteilen (Ag 500) gefertigt. Das Gewicht der Münzen wird auf circa 17 Gramm festgelegt.
- 50-Euro-Sammlermünzen: Diese Münzen werden aus einer Legierung mit einem Silberanteil von 625 Tausendteilen (Ag 625) bestehen und ein Gewicht von circa 21 Gramm aufweisen."
Weiter heißt es in der BMF-Mitteilung: „Die Änderung der Legierungen ist eine Reaktion auf die hohe Volatilität der Silberpreise in den vergangenen Monaten, da die Ausgabe der Stempelglanzmünzen in den ursprünglichen Legierungen Ag 925 und Ag 999 zwischenzeitlich rechtlich unmöglich geworden ist. Gleichzeitig tragen diese Anpassungen dem Wunsch der Sammlerschaft nach werthaltigen Produkten Rechnung."
Nichts geändert werden soll an den Spezifikationen der silbernen Ausgaben in der höchsten Prägequalität „Spiegelglanz“. Diese Sammlermünzen, die in speziellen Schmuckverpackungen ausgegeben werden, wurden auch schon zuvor deutlich über dem aufgeprägten Nennwert verkauft. So kann man hier von Ausgabe zu Ausgabe flexibel auf die Schwankungen der Edelmetallpreise reagieren. Wer also weiter die Münzen in Sterlingsilber (925/1000) beziehungsweise die Weihnachtsmünzen in Feinsilber (999/1000) besitzen will, muss künftig zu den Versionen in Spiegelglanz „Polierte Platte“ (PP) greifen.
Ersttage verlegt
Die Anpassungen bei den Stempelglanz-Silbermünzen haben auch zur Folge, dass die 35-Euro-Münze „Elisabeth Schwarzhaupt“ nicht wie geplant am 26. März 2026 erscheinen kann, denn es müssen zunächst neue Rohlinge mit den geänderten Spezifikationen (500er-Silber, 17 Gramm) beschafft werden. Als Erstverkaufstag dieser Münze ist nun die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen. Die genauen Ausgabetage der 2026er-Silbermünzen sollen „in Kürze" bekannt gegeben werden.
Die bereits geprägten Exemplare der 25-Euro-Weihnachtsmünze 2025 und der 20-Euro-Silbermünze „125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn“ werden eingeschmolzen und mit den geänderten Nennwerten und Spezifikationen neu geprägt. 2026 soll es dann im November zwei 50-Euro-Silbermünzen mit Weihnachtsmotiv geben: die neu geprägten „Heiligen Drei Könige“ aus 2025 und die Erstausgabe der „Weihnachtslieder“-Serie mit dem Titel „Stille Nacht, heilige Nacht“.
Goldmünzen von Nennwert-Erhöhungen nicht betroffen
Die deutschen Goldmünzen sind von Nennwerterhöhungen nicht betroffen, da sie ohnehin schon immer weit über Nominal verkauft wurden. Bei Silbermünzen in Normalprägung Stempelglanz sieht das Münzgesetz jedoch vor, dass diese wie normale Zahlungsmittel 1:1 von der Bundesbank in Umlauf gebracht werden. Wenn allerdings, wie jetzt geschehen, der Preis für das in den Münzen enthaltene Silber plötzlich über dem Erstausgabepreis liegt, dürfen sie nicht in Verkehr gebracht werden, da der Bund nicht sehenden Auges Minusgeschäfte auf Kosten der Steuerzahler machen darf.


So sehen beispielhaft die Wertseiten der neuen deutschen Silbermünzen zu 50 Euro (Weihnachten) und 35 Euro (ehemals 20 Euro) aus.
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