Internationale Fachzeitschrift für
alte und neue Numismatik

Spezifikationen wie "Insekten"-Serie

Mit „Ariane 6“ startet 2026 eine neue 5-Euro-Farbmünzen-Serie

2026 gibt es in Deutschland wieder eine 5-Euro-Farbdruckmünze. Sie ist der europäischen Trägerrakete Ariane 6 gewidmet und ist der Start in eine neue Serie unter dem Titel „Erforschung des Weltraums“.

Nachdem es 2025 nach Ende der Insekten-Serie keine 5-Euro-Farbmünzen gegeben hatte, kehrt diese Münzgattung 2026 ins deutsche Ausgabeprogramm zurück. Ob es bei der neuen Weltraum-Serie in den Folgejahren bei einer Münzausgabe bleiben wird, ist noch nicht bekannt. Als sicher jedoch gilt, dass – anders als bei der Reihe „Wunderwelt Insekten“ (2022–2024) – nicht wieder vier verschiedene Motive pro Jahr geprägt werden. Und anderes als bei der Insekten-Reihe werden die neuen Weltraum-Münzen (wie 2-Euro- oder Goldmünzen) jeweils von allen fünf staatlichen Münzstätten in Berlin (A), München (D), Stuttgart (F), Karlsruhe (G) und Hamburg (J) hergestellt. Die Spezifikationen wurden ansonsten unverändert von der 5-Euro-Vorgängerserie übernommen: Kupfer-Nickel (9,68 g, Ø 27,25 mm), im Digitaldruck teilkoloriert. 

Europäisches Weltraumprogramm

In einer Welt, in der das tägliche Leben – von der Konnektivität über die Navigation bis hin zu Klima und Wetter – von der Raumfahrt abhängt, ist die Fähigkeit, eigenständig in den Weltraum zu starten, wichtiger denn je. Besonders als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt muss Europa für einen sicheren und eigenständigen Zugang zum Weltraum sorgen, um nicht von den Kompetenzen und Prioritäten anderer Nationen abhängig zu sein.

Mit dem ersten Start der neuen Trägerrakete Ariane 6 am 9. Juli 2024 hat Europa nicht nur eine Rakete ins All geschickt, sondern auch seine Stellung unter den internationalen Raumfahrtnationen behauptet. Die Ariane 6 folgt auf die Ariane 5, der über Jahrzehnte hinweg zuverlässigsten und wettbewerbsfähigsten Trägerrakete. Der erste Ariane-Träger wurde 1979 vom europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guayana gestartet, und mit der Ariane 6 wird dieses Projekt der Europäischen Weltraumagentur ESA nun fortgesetzt. Am Ariane 6-Programm sind 13 Staaten beteiligt: Belgien, Deutschland, Frankreich, Irland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Rumänien, Schweden, die Schweiz, Spanien und die Tschechische Republik.

Die Ariane 6 kommt jetzt auch zu numismatischen Ehren: Sie ist Motiv der Erstausgabe einer neuen deutschen 5-Euro-Farbmünzen-Serie unter dem Titel „Erforschung des Weltraums“.

1. Preis: Sascha Morawetz

Der 1. Preis im Gestaltungswettbewerb ging an den Designer und Illustrator Sascha Morawetz aus Hamburg. Sein Entwurf gliedert sich in eine grafisch-technische Darstellung der Versionen der Rakete und eine bildliche Darstellung des Flugkörpers vor dem Planet Erde. Das Preisgericht schreibt in seiner Beurteilung: „Die Umlaufbahnen halten die Bildinhalte gekonnt zusammen und erzeugen ein dynamisches Bild. Die Aufschrift Ariane 6 ist typografisch gut gesetzt und folgt der Umlaufbahn. Der spannende Einsatz der Farbe im Bereich des Planeten Erde hebt die interessante Form der Rakete hervor. Der stimmige, wie hochwertige Siegerentwurf überzeugt mit klarer Strukturierung und ausgewogener Anordnung der Bildelemente in der Fläche.“ Die Randschrift nennt das Motto der Münzserie: ERFORSCHUNG DES WELTRAUMS.

Serien-Wertseite von Stefanie Radtke

Die gemeinsame Wertseite des neuen 5-Euro-Programms wurde von Stefanie Radtke aus Leipzig gestaltet und schafft durch die Anordnung der Sterne und die Flügelstellung des Adlers in Form einer Umlaufbahn einen, so die Jury, „eleganten, wie dynamischen Bezug zum Thema der Serie.“ Gleichzeitig sei der Entwurf in seiner Abstraktion „eine geeignete Klammer für zukünftige Editionen einer stimmigen Serie der Bildseiten“.

2. Preis: Detlef Behr

Den 2. Preis im Münzwettbewerb sicherte sich Detlef Behr aus Köln, dessen Arbeit eine startende Ariane-6-Rakete – angeschnitten vom linken Bildrand – über dem blau eingefärbten europäischen Kontinent zeigt. Das Preisgericht lobt die „plastisch fein ausmodellierte Oberfläche“ des Entwurfs und weist besonders auf die ungewöhnliche typografische Gestaltung des Münzthemas „Ariane 6“ hin, dessen Buchstaben in freier Anordnung und in unterschiedlichen Größen auch als Satelliten oder Himmelskörper interpretiert werden könnten.

 

 

3. Preis: Stefanie Radtke

Stefanie Radtke, die die gemeinsame Serien-Rückseite gestaltete, kam mit ihrem Entwurf für die Bildseite auf Platz 3. Gestalterisch im Mittelpunkt steht der technische Aufbau der Trägerrakete Ariane 6: Neben einem Schnitt mit Details der Zündelemente und der Nutzlastverkleidung an der Spitze zeigt das Motiv auch die Vergrößerung der sogenannten Oberstufe. Im Hintergrund ist ein Teil der Weltkugel mit Blick auf Europa zu sehen, deren Wasserflächen blau koloriert sind. Die Jury in Ihrer Beurteilung: „Die Anmutung einer technischen Zeichnung wird durch die auf zwei Ebenen konzentrierte Darstellungsform erzeugt … Der Entwurf lädt, unterstützt durch Andeutungen von Umlaufbahnen, zur Entdeckung ein.“

Spezifikationen: Ariane 6 (Serie „Erforschung des Weltraums“), 2026, 5 Euro, Kupfer-Nickel, teilkoloriert, 9,68 g, Ø 27,25 mm, Prägestätten A, D, F, G, J; die Auflagen wurden noch nicht bekannt gegeben.



Die erste Farbmünze der neuen 5-Euro-Reihe "Erforschung des Weltraums": Ariane 6. Sie wurde gestaltet von dem Hamburger Designer Sascha Morawetz.

© DEUTSCHES MÜNZEN MAGAZIN - Alle Rechte vorbehalten