Der Höhenflug des Silberpreises wirbelt das deutsche Münzausgabeprogramm durcheinander. Die Weihnachtsmünze 2025 und die 20-Euro-Münze „Wuppertaler Schwebebahn“ vom Januar werden eingeschmolzen und mit Nennwerten von 50 bzw. 35 Euro neu geprägt.
Ursprünglich sollten die 20-Euro-Stücke ab März ein aufgeprägtes Nominal von 25 Euro tragen, das der Weihnachtsmünze sollte auf 35 Euro angehoben werden – so berichteten wir in unserer Oktober-Ausgabe des Deutschen Münzen Magazins. Unterdessen ist der Weltmarktpreis für Silber weiter gestiegen und die Nominale müssen jetzt noch deutlicher nach oben angepasst werden: 35 Euro für die bisherigen Zwanziger und 50 Euro für die Weihnachtsmünze – so hat es das Bundeskabinett am 10. Dezember 2025 beschlossen.
Die bereits geprägten Exemplare der 25-Euro-Weihnachtsmünze 2025 und der 20-Euro-Silbermünze „125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn“ werden eingeschmolzen und mit den geänderten Nennwerten neu geprägt. 2026 soll es dann im November zwei 50-Euro-Feinsilbermünzen mit Weihnachtsmotiv geben: die neu geprägten „Heiligen Drei Könige“ aus 2025 und die Erstausgabe der „Weihnachtslieder“-Serie mit dem Titel „Stille Nacht, heilige Nacht“.
Die Gedenkmünze zum Schwebebahn-Jubiläum mit angepasstem 35-Euro-Nominal wird nach derzeitiger Planung am 20. August erscheinen. An den übrigen Ausgabeterminen 2026 will man festhalten. Notwendig wurden die Nennwerterhöhungen durch die 2025 sprunghaft angestiegenen Edelmetallpreise. Kurz vor Weihnachten markierte der Weltmnarktpreis für Silber ein neues Allzeithoch von über 65 US-Dollar (56 Euro). Nie zuvor war Silber teurer.
Goldmünzen von Nennwert-Erhöhungen nicht betroffen
Die deutschen Goldmünzen sind von Nennwerterhöhungen nicht betroffen, da sie ohnehin schon immer weit über dem aufgeprägten Wert verkauft wurden. Bei Silbermünzen in Normalprägung Stempelglanz sieht das Münzgesetz jedoch vor, dass diese wie normale Zahlungsmittel 1:1 von der Bundesbank in Umlauf gebracht werden. Wenn allerdings, wie jetzt geschehen, der Preis für das in den Münzen enthaltene Silber plötzlich über dem Erstausgabepreis liegt, dürfen sie nicht in Verkehr gebracht werden, da der Bund nicht sehenden Auges Minusgeschäfte auf Kosten der Steuerzahler machen darf.
Bei der Weihnachtsmünze 2025 etwa lag der Wert der 22 Gramm Feinsilber am ursprünglich geplanten Ausgabetag, dem 20. November 2025, bei über 30 Euro. Im Dezember 2025 betrug der Wert zweiteweise bereits nie zuvor dagewesene 40 Euro! Die Alternative zur Nennwert-Erhöhung wäre die Prägung der Gedenkmünzen in Kupfer-Nickel. Dazu hatte man sich bei der letzten Silber-Hausse vor 15 Jahren entschlossen. Dies hatte allerdings für ein großes Durcheinander und lange Verspätungen beim Münzjahrgang 2011 gesorgt – und sehr viele Sammler waren zudem unglücklich damit, dass die Stempelglanz-Münzen nun nicht mehr aus Edelmetall waren. Diesen Fehler wollte man nicht noch einmal machen.
Ein Chaos wie vor 15 Jahren sollte vermieden werden
Die Vorgänge vor 15 Jahren konnten also nicht Vorbild sein für die heutige Entscheidung. So hat man sich jetzt darauf geeinigt, den aufgeprägten Nennwert zu erhöhen und nicht wieder auf unedle Metalle umzusteigen. Für den Sammler ist eine Nennwerterhöhung an sich kein Problem, da der Staat ja für das aufgeprägte Nominal garantiert. Die Münzen können jederzeit bei der Bank 1:1 zurückgetauscht werden. Ob es nun 20 für 20 Euro sind oder 35 für 35 Euro, spielt dabei keine so große Rolle. Nach einer Umfrage im Deutschen Münzen Magazin von 2011 sprachen sich übrigens 80 Prozent für eine Nennwerterhöhung aus. Sie nahmen lieber den höheren Preis in Kauf, als auf das Edelmetall zu verzichten und dafür wieder Münzen aus Kupfer-Nickel zu bekommen. Daran dürfte sich bis heute nichts geändert haben.


So sehen beispielhaft die Wertseiten der neuen deutschen Silbermünzen zu 50 Euro (Feinsilber, Weihnachten) und 35 Euro (Sterlingsilber, ehemals 20 Euro) aus.
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