Die Bundesregierung hat beschlossen, zur Würdigung des Lebenswerkes der 2025 verstorbenen Holocaust-Zeitzeugin Margot Friedländer eine 35-Euro-Sammlermünze prägen zu lassen.
Margot Friedländer, geboren in Berlin am 5. November 1921 als Tochter jüdischer Eltern, wurde 1944 nach Theresienstadt deportiert, nachdem ihre Mutter und ihr Bruder zuvor von der Gestapo verhaftet und ermordet worden waren. Nach der Befreiung im Mai 1945 lebte sie viele Jahrzehnte in den USA, bevor sie 2010 dauerhaft nach Berlin zurückkehrte, wo sie am 5. Mai 2025 im Alter von 103 Jahren verstarb.
Mit ihren Erinnerungen – insbesondere in ihrem Buch „Versuche, dein Leben zu machen“ – gab Margot Friedländer Einblicke in das Leben vor, während und nach der Verfolgung. Bis ins höchste Alter reiste sie zu Schulen, Gedenkveranstaltungen und Diskussionen, um gegen das Vergessen zu wirken. Ihre Haltung, ihr Mut und ihre ausgestreckte Hand der Versöhnung haben Millionen berührt. Sie ist nicht müde geworden, jungen Menschen zu begegnen und ihnen zu sagen: „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschehen ist. Aber dafür, dass es nie wieder geschieht.“ Diese Verantwortung hat sie vorgelebt.
Gestaltung: Anna Steinmann
Die nach ihrem Tod 2025 zusätzlich ins Ausgabeprogramm aufgenommene Silbermünze zu ihrem Gedenken wurde gestaltet von Anna Steinmann aus Berlin und erscheint am 5. November. Die Bildseite zeigt nicht etwa ein Porträt der prominenten Holocaust-Zeitzeugin, sondern als zentrales Motiv eine gewundene Bernsteinkette – ein persönliches Erinnerungsstück, das Margot Friedländer von ihrer Mutter Auguste Bendheim vermacht wurde und das sie ihr Leben lang begleitete. Einige Steine der Kette werden auf der Münze durch Buchstaben ersetzt, die das Zitat „SCHAUT AUF DAS, WAS EUCH VERBINDET“ bilden. Im Mittelpunkt des Münzrunds stehen die Lebensdaten 1921–2025, während der Name MARGOT FRIEDLÄNDER im oberen Bereich der Münze angeordnet ist. „Das Motiv transportiert eines der zentralen Anliegen der Geehrten auf subtile Weise und besticht durch seine ästhetische Gestaltung“, so das Preisgericht. Der glatte Münzrand enthält in vertiefter Prägung die Inschrift: „SEID MENSCHEN • IHR HABT ES IN DER HAND •“
Prämierte Konkurrenzentwürfe
Der 2. Preis im Gestaltungswettbewerb ging an Marianne Dietz aus Berlin. Das nach links schauende Porträt Margot Friedländers in Dreiviertelansicht zeichnet sich, so die Jury, „durch seine feine Modellierung und hohe handwerkliche Qualität aus“. Es zeigt die Berliner Ehrenbürgerin mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland neben dem Zitat „Erinnern allein reicht nicht“.
Platz 3 belegte Michael Otto aus Rodenbach. Das Relief zeigt eine in die Ferne blickende, „äußerst gelungene Porträtdarstellung Friedländers“, so das Preisgericht lobend, sowie einen Schwarm Friedenstauben. Der in Schreibschrift schräg darunter gesetzte Appell Margot Friedländers „seid Menschen!“ ergänzt das Motiv.
Spezifikationen: Margot Friedländer, 2026, 35 Euro, Silber 500/1000, 17 g (Stempelglanz), Silber 925/1000, 18 g (Spiegelglanz, Auflage max. 63.000 Exemplare), Ø 32,5 mm, Prägestätte Berlin (A). Die Höhe der Stempelglanz-Auflage ist noch nicht veröffentlicht.

Die berühmte Bernsteinkette von Margot Friedländer wurde jetzt auf Anna Steinmanns Münzentwurf zum Hauptmotiv.
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