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Gustav Stresemann und Aristide Briand

Friedensnobelpreis für die deutsch-französische Aussöhnung

Am 10. Dezember 1926 wurde der Friedensnobelpreis an den  deutschen Außenminister Gustav Stresemann und seinen französischen Amtskollegen Aristide Briand verliehen. Zum 100. Jahrestag gibt es am 15. Oktober eine 35-Euro-Silbermünze.  

In den Jahren nach Ende des Ersten Weltkriegs gab es zwischen den „Erbfeinden“ Frankreich und Deutschland nach wie vor große Vorbehalte gegen eine Annäherung der beiden Nachbarstaaten, jedoch wuchs das Interesse an einer stärkeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit unter anderem in der Kohleförderung und der Stahlproduktion. Außerdem sollte ein dauerhafter Frieden durch internationale Sicherheitsgarantien erreicht werden.

Bei Verhandlungen im schweizerischen Locarno am Lago Maggiore kam es schließlich zu einer Verständigung, die in den Verträgen von Locarno im Dezember 1925 festgeschrieben wurde. Dass es zu einer solchen Annäherung der beiden Länder gekommen ist, gilt vor allem als das Verdienst der beiden Außenminister:  Gustav Stresemann (Deutschland) und Aristide Briand (Frankreich), die dafür ein Jahr später, im Dezember 1926, gemeinsam mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurden.

1. Preis: Ulf Schüler

Der 100. Jahrestag dieses historischen Ereignisses wird nun mit einer deutschen 35-Euro-Silbermünze geehrt. Das Motiv stammt von dem Potsdamer Bildhauer und Grafiker Ulf Schüler, der den 1. Preis im Gestaltungswettbewerb gewonnen hat. Umgeben von der Aufschrift „STRESEMANN · FRIEDENSNOBELPREIS · 1926 · BRIAND“ stehen die Porträts der beiden Staatsmänner im Mittelpunkt. Das Preisgericht: „Die feinmodellierte Darstellung zeigt links Gustav Stresemann und rechts Aristide Briand, die Betrachtenden fokussiert anblickend. Im unteren Bereich ist mittig ein Anschnitt der Friedensnobelpreismedaille platziert, der die Verbindung zwischen den Geehrten und dem Anlass plastisch vor Augen führt … Die siegreiche Arbeit besticht nicht nur durch die motivische Umsetzung, sondern auch durch ihre handwerkliche Ausführung und klare Bildsprache.“ 

Die Konkurrenzentwürfe

Der zweitplatzierte Entwurf von Olaf Stoy aus Rabenau überzeugte die Jury durch „die lebensnah herausmodellierten, annähernd bildfüllenden Brustbilder Briands (links) und Stresemanns (rechts) und die sehr gelungene feine Reliefarbeit. Die anlassgebende Aufschrift (FRIEDENSNOBELPREIS 1926) in serifenloser Typografie am Münzrand schließt die Szenerie nach oben hin ab.“ 

Der 3. Preis ging an Chiara Principe aus Rom, die bei ihrem Gipsmodell nur mit zwei Ebenen arbeitete. Auch dieser Entwurf zeigt die – hier scherenschnittartig verfremdeten – Porträts von Stresemann und Briand. Unterhalb der Büsten breitet eine Friedenstaube die Schwingen aus, deren Enden in die Namenszüge der Politiker übergehen.

Die Randschrift lautet zweisprachig in Deutsch und Französisch: FRIEDEN IN EUROPA – PAIX EN EUROPE.

Spezifikationen: 100 Jahre Friedensnobelpreis für Gustav Stresemann und  Aristide Briand, 2026, 35 Euro, Silber 500/1000, 17 g (Stempelglanz), Silber 925/1000, 18 g (Spiegelglanz, Auflage max. 63.000 Exemplare), Ø 32,5 mm, Prägestätte Stuttgart (F). Die Höhe der Stempelglanz-Auflage ist noch nicht veröffentlicht.  

Gustav Stresemann und  Aristide Briand auf der Silbergedenkmünze nach einem Entwurf von Ulf Schüler.

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