Als vorletzte Ausgabe der 20-Euro-Goldmünzenreihe „Rückkehr der Wildtiere“ erscheint am 5. Oktober 2026 das Motiv „Wisent“.
Die kleinsten bundesdeutschen Gedenkmünzen aus 1/8 Unze (3,89 Gramm) reinstem Gold sind seit 2022 dem Thema „Rückkehr der Wildtiere“ gewidmet. Gewürdigt werden dabei Tiere, die in der Vergangenheit in Deutschland schon fast ausgerottet waren und zwischenzeitlich wieder häufiger anzutreffen sind.
Der Europäische Bison
Das 2026er-Motiv, der Wisent (Bison bonasus), ist das größte landlebende Säugetier Europas. Ein ausgewachsener Bulle kann eine Schulterhöhe von bis zu zwei Metern und ein Gewicht von über 900 Kilogramm erreichen. Einst durch übermäßige Bejagung und Lebensraumverlust in freier Wildbahn vollständig verschwunden, überlebte er lediglich in einem Jagdgatter und später auch in zoologischen Gärten. Intensive Schutz- und Auswilderungsprogramme ermöglichen heute seine Rückkehr in ausgewählte Regionen Europas – auch in Deutschland, beispielsweise in der Döberitzer Heide unweit von Berlin in einem riesigen, naturnahen und eingezäunten Gebiet.
Als reine Pflanzenfresser durchstreifen Wisentherden täglich große Gebiete auf der Suche nach Gräsern, Kräutern, Rinde und jungen Trieben. Ihre bevorzugten Lebensräume sind lichte Wälder, Waldwiesen und offene Flächen mit ausreichendem Nahrungsangebot. Der Wisent gilt als sogenannter „Ökosystem-Ingenieur“. Durch seine Fressgewohnheiten und das Wühlen mit dem Kopf lockert er den Boden, verbreitet Pflanzensamen und ermöglicht anderen Arten das Gedeihen. Seine Rückkehr ist daher nicht nur eine Erfolgsgeschichte des Artenschutzes, sondern auch ein Gewinn für das gesamte Ökosystem.
1. Preis: Jasmin Lewis
Die 20-Euro-Goldmünze wurde geschaffen von Jasmin Lewis (Signatur „JL“) aus dem hessischen Linsengericht, der Siegerin im Gestaltungswettbewerb. Das Motiv zeigt einen Wisent schräg von vorne, dessen Blick dem Betrachter zugewandt ist. Das Preisgericht hebt die besonders plastische Darstellung hervor und lobt: „Der wache Ausdruck in den Augen und die für diese Tierart typische Fellstruktur werden gekonnt genutzt, um Raumtiefe darzustellen. Scharfe Silhouettenrisse kontrastieren mit gespannt modellierten Körperflächen.“ Mittig auf dem Untergrund, der mit Grasbüscheln das Habitat des Tieres symbolisiert, findet sich halbrund der invertierte Schriftzug „WISENT“.
2. Preis: Anna Martha Napp
Anna Martha Napp aus Lübow in Nordwestmecklenburg belegte Platz 2 im Münzwettbewerb mit der dynamischen Darstellung eines Wisents, der mit seinem mächtigen Kopf wie ein angriffslustiger Stier direkt auf den Betrachter zugeht. Die Jury dazu: „Die anatomischen Merkmale des Wisents sind treffend erfasst. Seine typische Fellstruktur ist zart angedeutet und fein moduliert. Die Körperhaltung drückt insgesamt Kraft und Konzentriertheit aus.“
3. Preis: Katharina Günther
Der 3. Preis ging an Katharina Günther aus Mansfeld im östlichen Harzvorland. Ihr Gipsmodell zeigt einen Wisent in ähnlicher Perspektive wie der Siegerentwurf, allerdings ohne angedeuteten Lebensraum. In der Beurteilung heißt es dazu: „Das Tier ist plastisch anspruchsvoll gestaltet und das Fell sorgsam modelliert. Die urwüchsige Kraft des Wisents wird auch in der kleinen Form der Münze fasslich.“
Spezifikationen: Wisent (Serie „Rückkehr der Wildtiere“), 2026, 20 Euro, Gold 999,9/1000, 3,89 g, Ø 17,5 mm, Stgl., Riffelrand, Prägestätten A, D, F, G und J, Auflage: 57.000 Exemplare.

Der Wisent war hierzulande schon fast ausgerottet, heute leben wieder etwa 500 Tiere in Deutschland – vornehmlich in Wildgehegen. Die Goldmünze zum Thema wurde von Jasmin Lewis gestaltet.
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