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5-Euro-Gedenkmünze mit orangem Polymerring

Mediterranes Münzmotiv wurde zum Messe-Highlight

Ein Münzmotiv mit Mittelmeer-Flair wurde zum Messe-Highlight im kalten Berlin: Auf der World Money Fair wurde die zweite Ausgabe der 5-Euro-Serie „Klimazonen der Erde“ präsentiert. Der „subtropische“ Polymerring leuchtet in fünf Orangetönen.

Nicht der (geschäftsführenden) Regierungschefin selbst, sondern einem ranghohen Vertreter des Bundesfinanzministeriums blieb es vorbehalten, den Messebesuchern in Berlin die vielleicht begehrteste Münze des Jahres aus Deutschland zu präsentieren: die neue 5-Euro-Gedenkmünze mit durchscheinend-farbigem Polymerring. Nach der Weltpremiere von „Blauer Planet Erde“ 2016 und der „Tropischen Zone“, die letztes Jahr den Beginn der Serie „Klimazonen der Erde“ markierte, galt das Thema jetzt den Subtropen, die durch einen Kunststoffring in Orangetönen charakterisiert werden. Dr. Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, freute sich bei der Vorstellung im voll besetzten Saal des Media-Forums auf der World Money Fair über die „überwältigende Resonanz und Nachfrage auf die bisherigen Ausgaben der Münzen mit den farbigen Polymerringen“.

Er spielte damit auf den Hype um die beiden ersten Ausgaben jener innovativen Tri-Material-Prägungen an, die den Münzenmarkt in Deutschland in den letzten beiden Jahren bestimmten. Die millimeterfeine, lichtdurchlässige Kunststoff-einlage zwischen metallischem äußeren Ring und der zentralen „Pille“ wird seither als Innovation in der Prägetechnik gefeiert und löste in Deutschland ein regelrechtes Sammelfieber aus. Denn es war nicht nur die Innovation oder das Thema, das die Leute faszinierte, sondern auch die Tatsache, dass die Preise für diese Gedenkmünzen geradezu explodierten. Jeder wollte sie haben – aber das Angebot war und ist knapp. Das ist der Stoff, aus dem Wertsteigerungsträume gemacht sind.

Die „Subtropische Zone“ erscheint am 19. April 2018

Auf der World Money Fair wurden die beiden ersten 5-Euro-Ausgaben denn auch eifrig gehandelt. Die neue „Subtropische Zone“ dagegen gab es noch nicht zu kaufen. Sie erscheint erst am 19. April und ist ab dann bei den Filialen der Bundesbank und im Münzhandel erhältlich. Lediglich vorbestellen konnte man die Polymer-Neuheit auf der Messe – zumindest die Version in der höchsten Prägequalität „Spiegelglanz“.

Der Ansturm auf die Bestellkarten am Gemeinschaftsstand der deutschen Prägestätten und die unmittelbar nach der offiziellen Präsentation geöffneten Internetseiten der bundeseigenen Verkaufsstelle war wieder riesig. Aber die (verstärkten) Computernetze brachen diesmal wenigstens nicht zusammen, wie noch 2017. Trotz einer Erhöhung der Auflage in Spiegelglanz um 100.000 auf jetzt 400.000 Exemplare wird jedoch wieder mit einer deutlichen Überzeichnung der verfügbaren Menge gerechnet, was Zuteilungskürzungen und damit fast zwangsläufig auch Preissteigerungen auf dem Sammlermarkt zur Folge haben dürfte. Vor allem die Tatsache, dass sich die je 80.000 Stücke aus den fünf verschiedenen Münzstätten nicht nur durch den Prägebuchstaben unterscheiden, sondern durch einen anderen Orangeton des Polymerrings, wird dafür sorgen, dass viele Sammler wieder versuchen, den ganzen Fünfer-Satz zu bekommen. Das verknappt die Auflage zusätzlich.

Wie schon bei der „Tropischen Zone“ erhielten auch die „subtropischen“ Varianten jeweils eigene Namen, die von den Verantwortlichen der beiden Prägestätten in Karlsruhe und München vergeben wurden, wo die drei Bestandteile zu prägbaren Münzrohlingen zusammengefügt werden. Nach Rosenrot (A), Tempranillo (D), Merlot (F), Kirsche (G) und Johannisbeere (J) im Jahr 2017 lauten die Orangetöne der „Subtropischen Zone“ 2018: Mirabelle (A), Kaki (D), Aprikose (F), Sanddorn (G) und Orange (J), wobei die Buchstaben in Klammern jeweils die Prägestätten bezeichnen.

Subtropisches Münzmotiv aus dem Mittelmeerraum

Das Motiv der neuen Polymer-Münze – gestaltet von Patrick Niesel aus Nürnberg – zeigt symbolisch für die subtropische Zone eine karge Mittelmeerlandschaft mit Ziegen und einem knorrigen Olivenbaum mit windzerzauster Schirmkrone. Ohne verwechselbar zu sein, lehnt sich das Motiv an die Bildsprache der 2017er Tropen-Ausgabe an und betont so den Seriencharakter des „Klimazonen“-Programms. Dieser wird auch deutlich durch die einheitliche Wertseite der Münzreihe. Es handelt sich dabei das Relief, das von Stefanie Radtke aus Leipzig für die Erstausgabe 2017 geschaffen wurde.

Neue Aufbewahrungs-Lösungen

Höchst interessiert zeigten sich auf der World Money Fair die Besucher am Angebot der Zubehörhersteller und -händler, auch was Aufbewahrungssysteme für die neuen Polymermünzen angeht. Bekanntermaßen werden die Spiegelglanzstücke in trapezförmigen Plexiglasboxen ausgeliefert, die mit einem Gummiring in der jeweiligen Farbe des Polymerrings verschlossen sind. Diese Verpackungen sind unter den Sammlern aber nicht ganz unumstritten. Immer wieder wird bemängelt, dass sich die Münzen in diesen Boxen nicht schön geordnet und platzsparend sammeln lassen. Deshalb wird nach anderen Lösungen gesucht. Und die stellen die Albumverlage und Kassettenfabrikanten bereit.

Fünfer-Kassette für einen Jahrgang in Spiegelglanz

Eine sehr ansprechende Aufbewahrungsmöglichkeit für die 5-Euro-Münzen in den offiziellen Kunststoffboxen der Firma Koziol aus Erbach im Odenwald bietet eine etwa 40 Zentimeter breite Kassette aus hochwertiger schwarzer Pappe, die innen fünf passende trapezförmige Aussparungen für die Original-Plexiglasboxen hat. Die goldgeprägte Aufschrift „Die offiziellen 5-Euro-Gedenkmünzen der Bundesrepublik Deutschland“ sorgt dafür, dass in dieser Klapp-Kassette sowohl ganze Fünfer-Sätze eines Jahrgangs (also zum Beispiel die „Tropische Zone“ mit allen Prägebuchstaben A, D, G, F und J) oder aber Einzelmünzen, etwa alle fünf Ausgaben der „Klimazonen der Erde“ sauber präsentiert werden können.

Wer seine Spiegelglanz-Polys dagegen platzsparender aufbewahren will (oder muss), der kann die gekapselten Münzen beschädigungsfrei aus den Plexiglasboxen entnehmen und sie wie die Pendants in Normalprägung in neutralen oder entsprechend gestalteten Alben und Kassetten sammeln. Dafür gibt es eine ganze Reihe geeigneter Angebote, etwa Fünfer- und Sechser-Aufbewahrungssysteme („Klimazonen“ plus „Planet Erde“) oder solche mit 25 beziehungsweise 30 Aussparungen für die ganzen „ADFGJ“-Sätze aller Jahrgänge bis zum Serienende 2021. Ob bunt mit passenden Bildern bedruckte Sammelfolder oder klassische Holz- oder Velourskassetten – mittlerweile ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Der Clou sind aber die bereits früher vorgestellten Rundkassetten mit LED-Hintergrundbeleuchtung. Nirgendwo sonst kommt die ganz spezielle Eigenschaft der transparenten Polymerringe besser zur Geltung: Werden die (sparsamen) batteriebetriebenen LED-Lampen eingeschaltet, leuchten die Ringe in den schönsten Farben. Im wahrsten Sinne des Wortes: ein echter Hingucker – nicht nur am Messestand, sondern auch im privaten Zuhause. Erstmals werden diese LED-Kassetten jetzt auch für die „Subtropische Zone“ und als Sechser-Version für alle bislang angekündigten 5-Euro-Münzen dieser Spezifikation angeboten.

 


Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN März/April 2018.

Vor Vertretern der Presse und der internationalen Münzbranche präsentierte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, Dr. Michael Meister, auf der World Money Fair die 5-Euro-Münze "Subtropische Zone" als zweite Ausgabe der Serie „Klimazonen der Erde“.

Aufbewahrungssysteme für die 5-Euro-Polymermünzen: Vordruckalbum (oben) und Fünferkassette für die originalverpackte Spiegelglanz-Version. Unten: Rund-Box mit LED-Hintergrundbeleuchtung.

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