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Editorial März/April 2018

Vor 15 Jahren: EU-Kommission genehmigt 2-Euro-Gedenkmünzen

Vor 15 Jahren hat die Europäische Kommission grünes Licht für die Ausgabe von 2-Euro-Gedenkmünzen gegeben. Dieses größte Umlauf-Nominal erschien den Verantwortlichen auf Europa-Ebene am ehesten geeignet, Persönlichkeiten, Jahrestage oder Ereignisse von europaweiter Bedeutung gebührend zu würdigen. Diese „2-Euro-Umlaufmünzen mit Gedenkcharakter“, die in der ganzen Eurozone gesetzliches Zahlungsmittel sind, haben sich schnell zum absoluten Top-Sammelgebiet entwickelt: Sie haben wechselnde, landestypische Motive, aber gleiche Spezifikationen mit identischen Wertseiten, und ihre Auflagen sind, anders als beim normalen Umlaufgeld, staatlich limitiert. Das ist der Stoff, aus dem Sammlerträume gemacht sind.

Griechenland nutzte als erstes Land bereits im Folgejahr die neue Möglichkeit und gab den 2-Euro-Pionier mit dem Motiv eines antiken Diskuswerfers zu den Olympischen Sommerspielen in Athen 2004 heraus. Gerade Einsteiger und Sammler, die nicht so viel Geld in ihr Hobby stecken möchten, waren begeistert, denn die Doppeleuros sind auch in prägefrischer Qualität für jeden erschwinglich.

Aber auch für den ambitionierten Sammler sind 2-Euro-Gedenkmünzen durchaus ein ernst zu nehmendes Thema – beispielsweise, wenn er sich auf die höchste Prägequalität „Spiegelglanz“ oder „Polierte Platte“ spezialisiert. Hier sind die Auflagen oft so gering, dass die wenigen verfügbaren Stücke nur für stattliche Liebhaberpreise den Besitzer wechseln. Ähnliches gilt für die Münzen der Kleinstaaten. Wer auch in diesem Bereich komplett sein will, muss schon tiefer in die Tasche greifen. Angeführt wird die Wertskala unangefochten von der ersten 2-Euro-Gedenkmünze Monacos zum 25. Todestag der schönen Fürstin Gracia Patricia 2007. Nur 20000 Mal geprägt, wird sie heute für deutlich vierstellige Euro-Beträge gehandelt!

Seit Ende 2012 steht es den Mitgliedsstaaten frei, zwei statt zuvor nur ein 2-Euro-Motiv pro Jahr zu prägen. Deutschland und Frankreich gehörten mit ihrem Wunsch nach einer zusätzlichen Gemeinschaftsausgabe zum 50. Jahrestag des Élysée-Vertrags 2013 zu den großen Befürwortern dieser neuen Regelung. Heute nutzen regelmäßig verschiedene Euro-Länder diese Freiheit und geben jährlich zwei neue nationale 2-Euro-Gedenkmünzen heraus. Auch die Bundesrepublik ist 2018 wieder mit zwei Doppel-euros dabei: Neben der „Berlin“-Ausgabe der Bundesländerserie gibt es zusätzlich eine Münze auf Altkanzler Helmut Schmidt, der im November 100 Jahre alt geworden wäre. Es bleibt zu hoffen, dass der Bundesfinanzminister in den nächsten beiden Jahren auch die 100. Geburtstage der früheren Bundespräsidenten Walter Scheel (2019) und Richard von Weizsäcker (2020) auf 2-Euro-Münzen würdigt und damit an die unvergessene 2-DM-„Politikerserie“ aus Vor-Euro-Zeiten anknüpft.

Erzinger
Wolfgang Erzinger,
Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin

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