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Halbzeit bei der deutschen 20-Euro-Goldmünzenserie

„Heimische Vögel“ im Höhenflug

Mit dem „Uhu“ in einer achtel Unze Feingold sind die ersten drei Münzen der Sechser-Serie „Heimische Vögel“ komplett. Das neue Motiv stammt von der Bildhauerin Adelheid Fuss und erscheint am 21. Juni.

2016 startete die 20-Euro-Goldmünzenreihe „Heimische Vögel“. Sechs Jahre lang werden bundesdeutsche Achtelunzen zu diesem Thema geprägt. Nach dem großen Erfolg der Startausgabe „Nachtigall“ und dem Pirol von 2017 ist jetzt der Uhu an der Reihe.

Mit seinem massigen, bis zu 70 Zentimeter großen Körper und einer Spannweite von 1,60 Metern ist der Uhu die größte aller Eulen. Deren wesentliche Erkennungsmerkmale sind der Gesichtsschleier und die Federohren, die den wachsamen Eindruck der großen, gelb-orangen Augen noch verstärken. Im kräftig gezeichneten Gefieder dominieren Braun- und Schwarztöne.

Der deutsche Name „Uhu“ geht auf den lautmalerischen Eindruck seines Balzrufs zurück und ist schon seit dem 16. Jahrhundert belegt. Auch der Gattungsname „Bubo“ ahmt diesen charakteristischen Ruf nach.

Anders als Zugvögel bleibt der Uhu seiner Heimatregion treu und unternimmt keine saisonalen Wanderungen. Er gehört damit wie Spatz, Habicht oder Elster zu den sogenannten Standvögeln. In unseren Breiten brütet die Art gerne in den Felswänden und Steilhängen der Alpen oder der Mittelgebirge, seltener an Gebäuden oder auf dem Boden.

Gestaltung Vorder- und Rückseite: Adelheid Fuss

Auf ihrem Münzentwurf hat Adelheid Fuss aus Schwielowsee-Geltow den Uhu in typisch aufmerksam-aufrechter Haltung dargestellt und erhielt dafür im Gestaltungswettbewerb den ersten Preis. In der Beurteilung heißt es: „Der Vogel hockt auf einem Felsen oder Totholz und fixiert gespannt den Betrachter, mit aufgestellten Federohren und der sorgfältig modellierten Augenpartie. Der flaumige Körper ist in seiner Oberflächenwirkung ebenso gut getroffen wie der bis zu einzelnen Federn plastisch modellierte Flügel. Der feingliedrig gestaltete Schriftzug ist im Verhältnis zum Umriss des Vogels und dem Münzrund gut ausgespannt.“

Die gemeinsame Wertseite der Serie wurde ebenfalls von Adelheid Fuss kreiert. Ihr klassisch-schlichter Bundesadler besitze die notwendige Neutralität und trete damit nicht in Konkurrenz zu seinen „Artgenossen“ auf den Bildseiten, lobt die Jury.

War 2010 zu Beginn der Vorgängerserie „Deutscher Wald“ wegen des vergleichsweise kleinen Formats der Münzen noch vorgeschrieben worden, dass als Motive jeweils nur ein Blatt oder ein Zweig stellvertretend für den gesamten Baum gezeigt werden sollten, so blieb die Gestaltung diesmal ganz der künstlerischen Freiheit der beteiligten Bildhauer und Grafiker überlassen.

Seriencharakter gewahrt

Die waren sich aber überraschenderweise ziemlich einig, wie die Motive auszusehen hätten: Alle siegreichen Entwürfe stellen realitätsnah jeweils den ganzen Vogel zusammen mit Details aus seiner natürlichen Umgebung dar. Das gibt der Sechser-Reihe eine gestalterische Geschlossenheit, obwohl die Entwürfe von drei verschiedenen Künstlern stammen. Die Typografie der Umschriften fällt etwas unterschiedlich aus: Auf je zwei Münzen wird der Name des Vogels in großen, gesperrten Buchstaben ausgeführt (Weißstorch, Uhu, Gestaltung: Adelheid Fuss), dann in kleiner und erhabener Schrift (Pirol, Schwarzspecht, Gestaltung: Frantisek Chocholla) und schließlich mit vertieften Lettern (Nachtigall, Wanderfalke, Gestaltung: Bodo Broschat).

Der Seriencharakter wird jedoch durch die motivgleiche Adlerseite und einheitliche technischen Spezifikationen unterstrichen. Diese sind mit einem Durchmesser von 17,5 Millimetern und einem Gewicht von 1/8 Unze (= 3,89 Gramm) gleich wie beim Vorgängerthema. Unverändert blieben auch der 20-Euro-Nennwert, der Riffelrand und der sehr hohe Edelmetall-Feingehalt von 999,9/1000. Die Gesamtauflage betrug im Vorjahr 168000 Exemplare, die zu gleichen Teilen in allen fünf deutschen Münzstätten gefertigt wurden. Die Stückzahl für 2018 dürfte wohl auch nicht höher liegen.

Ausgegeben wird der Gold-Uhu gekapselt mit Echtheitszertifikat. Die passenden Sechser-Kassetten wurden bereits mit der Erstausgabe „Nachtigall“ geliefert. Sie bestehen aus massiven, 12 x 18 x 1,5 Zentimeter großen Plexiglasblöcken, aus denen jeweils sechs Aussparungen gefräst sind, in die die Münzen samt Kunststoffkapseln passen. Sie werden von einem transparenten Folienschuber gegen Herausfallen geschützt. Dass diese Folie mit schwarzen Vogel-Scherenschnitten bedruckt ist, wird von manchen Sammlern als störend empfunden. Kleiner Tipp: Ziehen Sie den Schuber probeweise falschherum auf, dann sind die Bildseiten der Münzen in voller Schönheit zu sehen.

Spezifikationen: Uhu (Serie „Heimische Vögel“), 2018, 20 Euro, 999,9/1000 Gold, Stempelglanz, ø 17,5 mm, 3,89 g (1/8 Unze), Auflage wird noch bekanntgegeben. Prägestätten A, D, F, G und J (je zu gleichen Teilen).


Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN Mai/Juni 2018.

 

Die fünf weiteren Ausgaben der Serie "Heimische Vögel".

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