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alte und neue Numismatik

„Luft bewegt – Auf dem Wasser“ macht das Dreier-Set mit transparentem Polymerring komplett

Duplikat von Erstmals blaues Niob-Metall auf deutscher Münze

Die Polymer-Serie „Luft bewegt“ bringt eine weitere numismatische Premiere: Nach dem erstmaligen Einsatz von Rotbronze in diesem Jahr folgt 2021 die Deutschland-Premiere von Niob als Münzmetall. Es lässt den äußeren Ring blau schimmern – passend zum Thema „Auf dem Wasser“.

Im März nächsten Jahres wird die 2019 gestartete Dreier-Serie „Luft bewegt“ komplettiert. Die 10-Euro-Gedenkmünzenreihe, die dynamischen Trendsportarten gewidmet ist, bei denen die Fortbewegung ausschließlich durch Wind (Luft) erfolgt, ist neuer Rekordhalter in Sachen Innovationen. Sie vereint gleich drei Deutschland-Premieren prägetechnischer Art:

• Erstmals wurde ein transparenter, glasklarer Polymerring eingesetzt,
• erstmals wurde Rotbronze als Münzmetall verarbeitet,
• erstmals kommt eine Niob-Beschichtung zum Einsatz, die blau gefärbt ist.

Und auch thematisch wurde mit dieser Serie Neuland betreten: Nie zuvor hat es in Deutschland Gedenkmünzen gegeben, die ohne äußeren Anlass, etwa Weltmeisterschaften, bestimmten Sportarten gewidmet waren. Und dazu noch speziellen Trendsportarten, die nicht gerade als breitensporttauglich zu bezeichnen sind.

Entstanden ist die Idee zu der Serie aus dem Gedanken, Münzen zu schaffen, die gerade auch jüngere Menschen ansprechen, um damit etwas für den dringend erwünschten Sammlernachwuchs zu tun. Deshalb wurde zunächst das Erfolgskonzept der Polymerringe von den 5-Euro-Münzen adaptiert. Allerdings sollten die Kunststoffeinlagen diesmal nicht die Farbe ins Spiel bringen, sondern der äußere Metallring. Das Polymer selbst ist dabei fast glasklar – mit etwas gutem Willen kann man durch es hindurch Zeitung lesen. Der äußere Ring dagegen ist jeweils zum Thema passend gefärbt: silberfarben-neutral bei „In der Luft“ (Motiv: Gleitschirmfliegen), in einem erdfarbenen Rotbraun bei „An Land“ (Motiv Standsegeln) und hellblau bei „Auf dem Wasser“ (Motiv Windsurfen).

Das „wässrige Blau“ entsteht dabei durch eine Niob-Beschichtung des Kupfer-Nickel-Rings, die durch sogenannte anodische Oxydation in allen Farben des Regenbogens zum Schimmern gebracht werden kann. Entscheidend ist die Dicke der Oxydschicht, die jeweils nur eine bestimmte Wellenlänge des Lichts erzeugt – und so vom menschlichen Auge beispielsweise als Blau wahrgenommen wird. Das Prinzip kennt man von der seit 2003 erfolgreich ausgegebenen Silber-Niob-Serie der Münze Österreich.

1. Preis: Daniel Engelberg

Das Motiv der 2021er Ausgabe ist dem Windsurfen gewidmet, einer Trendsportart, die in den 1960er-Jahren aus dem Wellenreiten entstand und bei der ein besegeltes, stromlinienförmiges Brett vom Wind fortbewegt wird – und zwar „Auf dem Wasser“, wie der als Umschrift aufgeprägte Münztitel lautet. Gestaltet wurde das 10-Euro-Stück von dem Künstler Daniel Engelberg aus München, der erstmals an einem Münzwettbewerb teilgenommen hatte und gleich den 1. Preis holte. In der Begründung heißt es: „Der Entwurf gibt die wesentlichen Aspekte des modernen Windsurfens auf sehr eindrucksvolle Art wieder. Die Segel der in der Gruppe surfenden Sportler sind mit dem Wellengang verwoben. Die Komposition in ihrer Gewichtung von rechts nach links im Münzgrund betont die Geschwindigkeit auf dem Wasser. Die grafisch gehaltene Darstellung schafft große Transparenz und Tiefe. Das Bildmotiv wird hervorragend in die drei verschiedenen Segmente der Münze mit Polymerring eingepasst.“

2. Preis: Florian Huhoff

Platz 2 im Gestaltungswettbewerb belegte Florian Huhoff aus Berlin, der einen einzelnen Windsurfer darstellte. Das Preisgericht dazu: „Ein Windsurfer bewegt sich in dynamischer Haltung auf den Betrachter zu. Der Polymerring übernimmt dabei die Funktion eines Fokus auf das Motiv. Das Segel ragt bis in den äußeren Metallring hinein und verdeutlicht die Dimension des Sportgeräts, das sich präzise vom herausragend modellierten Gewässer und Horizont abhebt.“

3. Preis: Björn Bernt

Die Arbeit des drittplatzierten Björn Bernt wird im Ergebnisprotokoll des Münzwettbewerbs so beschrieben: „Die Bildseite zeigt passend zum Thema eine Regattaformation. Die damals typischen Segelnummern sind hier durch Jahreszahlen ersetzt. Sie symbolisieren entscheidende Meilensteine des Windsurfsports, unter anderem die erste olympische Teilnahme im Jahre 1984. Die unbemannten Windsurfbretter zeigen die klassische Segelform, welche bis in die 1980er-Jahre verwendet wurde. Die ruhige See und die markante Horizontlinie geben dem Münzentwurf eine klare Struktur.“

Die Wertseite der 10-Euro-Münze stammt von Andre Witting aus Berlin und ist bei allen Ausgaben der Dreierserie (bis auf die Jahreszahl) identisch. Sie zeigt einen vergleichsweise kleinen, modern wirkenden Adler, den Schriftzug „BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND“, Wertziffer und Wertbezeichnung, die Jahreszahl 2020, die zwölf Europasterne sowie das Münzzeichen von Berlin, München, Stuttgart, Karlsruhe oder Hamburg. „Die kompositorische Idee, dem Adler in der Fläche freien Raum zu lassen“, so die Jury, „hebt seine Bedeutung heraus.“

Spezifikationen: „Auf dem Wasser“ aus der Serie „Luft bewegt“, 2020, 10 Euro, Kupfer-Nickel/transparenter Polymerring/Kupfer-Nickel mit Niobbeschichtung, Stgl. + PP, Ø 28,75 mm, 9,7 g, ohne Randschrift, Prägestätten A, D, F, G und J. Die Auflagen werden später bekannt gegeben.


Vollständiger Artikel mit Abbildungen der Konkurrenzentwürfe im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN September/Oktober 2020.

Gleich bei seinem ersten Münzwettbewerb holte sich der Künstler Daniel Engelberg aus München mit seinem Entwurf des Polymer-
Zehners „Auf dem Wasser“den ersten Preis.

Konkurrenzentwürfe als Gipsmodelle: 2. und 3. Preis im Münzwettbewerb.

 

Die Vorgängerausgaben der Serie „Luft bewegt“ von 2019 und 2020.

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