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2021 endet die Klimazonen-Serie mit violetten Ringen

Duplikat von Polare Zone: Gletscher, Eisberg und Seeleopard

Mittlerweile wurde auch das Design der „Polaren Zone“ veröffentlicht, mit der Deutschlands Erfolgsserie "Klimazonen der Erde" 2021 komplettiert wird. Sie besteht aus 5-Euro-Gedenkmünzen mit farbigen Polymerringen.

Das Bundeskabinett hat das Motiv der letzten Ausgabe der Serie „Klimazonen der Erde“ (so auch die Randschrift) beschlossen: die polare Zone wird durch eine ungewöhnliche submarine Perspektive dargestellt. Die Polymerringe in violetten Tönen schließen den Kreis des meteorologischen Farbspektrums.

1. Preis: Natalie Tekampe

Das letzte Motiv der außerordentlich beliebten Münzreihe wurde gestaltet von der Künstlerin Natalie Tekampe aus Egenhofen, die auch schon für die diesjährige „Subpolare Zone“ verantwortlich zeichnet. Der Entwurf führt dem Betrachter eine ungewöhnliche Perspektive vor Augen: über einer horizontalen Linie, die den Meeresspiegel darstellt und die das Münzbild drittelt, findet sich der Ausläufer eines Gletschers und rechts die sprichwörtliche „Spitze des Eisbergs“, der sich in seiner Hauptmasse unter der Wasseroberfläche fortsetzt. In der Beurteilung der Wettbewerbsjury heißt es dazu in sehr bildhafter Sprache: „Die Imagi-nationskraft der Komposition erzeugt die tiefblaue Transluzenz des Ozeans, den weißen Glanz des Eisschelfs und das stumpfe Anthrazit der Felsmassive der Polarregionen. Durch den Eisberg im rechten Bildvordergrund wird Monumentalität erreicht. Der Entwurf benötigt nur drei unterschiedliche Attribute, um die schroffe Weite der unwirtlichen Polarregionen zu generieren. Der Seeleopard taucht im Vordergrund am Zirkelschlag des Polymers in der Stille und Weite des Ozeans.“

2. Preis: Florian Huhoff

Etwas konventioneller ist der Entwurf von Florian Huhoff aus Berlin, der eine Eisbärin samt Jungtier auf einer Eisscholle in den Mittelpunkt stellt. Die Jury dazu: „Die Perspektive einer arktischen Landschaft von Vorder- und Hintergrund ist exzellent gelöst. Die Durchdringung der Eisberge durch den Polymerring vergrößert die Komposition optisch gelungen. Zugleich fokussiert der Ring die Szenerie der beiden Tiere in der Bildmitte.“

3. Preis: Holger Friedrich

Bizarre Eisformationen dominieren die karge Landschaft auf dem Gipsmodell des Berliner Künstlers Holger Friedrich und geben ihr ein märchenhaftes Aussehen. Sie bildet den Hintergrund für den, so das Preisgericht, „hervorragend gestalteten“ Eisbären als charakteristischem Vertreter der arktischen Tierwelt. Weiter heißt es in der Beurteilung: „Die landschaftstypischen Eisschollen unterstützen die Lebhaftigkeit der Szenerie. Der Polymerring integriert sich angemessen in das Münzbild und fokussiert die wesentlichen Elemente der polaren Zone.“

Polymerringe in den Farben der Wetterkarte

Die Farben der Polymerringe der Serie „Klimazonen der Erde“ lehnen sich an das meteorologische Farbspektrum an, wie man es auch von der Wetterkarte im Fernsehen kennt. So steht Rot auf den Münzen für die Tropen (2017), Orange für die Subtropen (2018), Grün für die gemäßigte Zone (2019), Türkis für die subpolaren Gebiete (2020) und Violett für die Polarzone (2021). Wie schon bei „Planet Erde“ sind es jeweils fünf verschiedene Farbnuancen, die den Prägestätten zugeordnet sind. Die Herkunft der Münzen ist so nicht nur über den Prägebuch-staben erkennbar, sondern – einzigartig bei dieser Serie – auch über den Farbton des durchscheinenden Kunststoffrings.

Der Seriencharakter der 5-Euro-Reihe wird unterstrichen durch die stets gleich bleibende Randschrift „Klimazonen der Erde“ und die einheitliche Wertseite. Es handelt sich dabei um ein Relief, das von Stefanie Radtke aus Leipzig für die Erstausgabe 2017 geschaffen wurde. Innerhalb des Farbrings findet sich die Adlerdarstellung samt Jahreszahl und Prägebuchstaben. Auf dem äußeren Metallring stehen die Länderkennung BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND, die obligatorischen zwölf Europasterne, Nennwert und Währungsangabe.

Weltneuheit 2016: „Blauer Planet Erde“

2016 war es eine echte Weltneuheit, wie es sie in der jahrtausendealten Münzgeschichte so noch nicht gegeben hat: Erstmals wurde ein prägbares, lichtdurchlässiges Polymer-Material eingesetzt, das den äußeren Ring und das Mittelstück (Pille) einer Bimetall-Münze trennt und zugleich verbindet. Im Gegenlicht leuchtet der millimeterfeine Kunststoff-Ring in kräftigem Blau und passt damit perfekt zum Thema der Gedenkmünze: „Planet Erde“. Die Bildseite des Kerns zeigt in Art einer geprägten Punktmatrix die Erde, während der äußere Metallring das Weltall symbolisiert. Eingebettet zwischen diese beiden Motivbestandteile ist der Polymerring, dessen leuchtendes Blau das Erdenrund wie die schützende Lufthülle umgibt.

Nach der erfolgreichen Premiere wurde beschlossen, eine fünfteilige Münzreihe mit durchscheinend-farbigen Kunststoffringen aufzulegen. Das Thema lautet – angelehnt an die Erstausgabe – „Klimazonen der Erde“. Die jährlich erscheinenden Münzen zeigen die Lebensräume unseres Planeten, wobei die Polymerringe in jeweils passenden Farben leuchten.

Spezifikationen: Polare Zone (Serie „Klimazonen der Erde“), 2021, 5 Euro, Ø 27,25 mm, Kupfer-Nickel-Bimetall (CuNi25 und CuNi19) mit violettem Polymerring, 9 Gramm, Prägestätten A, D, F, G, J. Die Auflagen in Stempelglanz und Spiegelglanz werden noch bekannt gegeben.


Vollständiger Artikel im DEUTSCHEN MÜNZEN MAGAZIN September/Oktober 2020.


Die teilweise Unterwasserperspektive macht den Siegerentwurf von Natalie Tekampe einzigartig.

 

2. und 3. Preis im Münzwettbewerb "Polare Zone".

 

Diese 5-Euro-Gedenkmünzen mit Polymerringen sind bereits erschienen. Ganz oben: der Pionier "Blauer Planet Erde".

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