Internationale Fachzeitschrift für
alte und neue Numismatik

Editorial November / Dezember 2020

Duplikat von Goldpreis auf Allzeithoch – erstmals über 2000 US-Dollar

Für eine zweimonatlich erscheinende Zeitschrift ist es immer etwas schwierig, über Trends auf dem Anlagemarkt zu berichten. Zu schnelllebig ist unsere Zeit und oft sind Höhenflüge schon wieder zu Ende, bevor das Heft gedruckt ist. Diesmal aber haben wir dennoch eine Titelgeschichte zum Thema Gold gewagt, denn im August 2020 hat Gold erstmals die magische Marke von 2000 US-Dollar übersprungen. Und für viele Analysten ist dieses historische Allzeithoch ebenfalls nur ein Zwischenschritt auf dem Weg nach oben: Die Bank of America gibt bereits 3000 Dollar als neues Kursziel aus. Auch für Silber werden neue Höchststände prophezeit.

Aktuell wird der Edelmetall-Boom ganz klar von der Coronakrise und dem damit zusammenhängenden Chaos an den Finanzmärkten befeuert. Konjunktur- und Hilfsprogramme in nicht gekanntem Ausmaß werden aufgelegt, um die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie so gut es eben geht einzubremsen. Über fast unbegrenzte Ankäufe von Staatsanleihen durch die Zentralbanken wird virtuelles Geld praktisch zinslos in den Wirtschaftskreislauf gepresst, das irgendwann wieder zurückgezahlt werden muss.

Gold dagegen ist eine Währung, die eine hohe Stabilität verspricht, weil sie nicht beliebig vermehrt werden kann. Deshalb ist Gold in diesen unsicheren Zeiten auch so beliebt. Und es folgt einem klassischen marktwirtschaftlichen Prinzip, wenn die Nachfrage anzieht: Es steigt im Wert.

Noch vor wenigen Jahren war Gold bereits totgesagt. Als Krisenmetall hatte es in den Augen der meisten Investoren ausgedient. Das änderte sich grundsätzlich mit der Weltfinanzkrise in der zweiten Hälfte der Nuller-Jahre. Der Goldpreis begann wieder zu steigen. Unsere Grafik auf Seite 16 dokumentiert den Aufwärtstrend sehr schön: Seit der Euro-Einführung ist Gold um 464 Prozent gestiegen! Wer damals den ersten Gold-Euro „Übergang zur Währungsunion“ im Gewicht einer halben Unze zum amtlichen Ausgabepreis von 193 Euro gekauft hat, darf sich heute über einen satten Zugewinn von mindestens 700 Euro freuen.

Um vom Goldboom zu profitieren, kann man in vielfältiger Weise investieren. Spekulanten tun dies vielleicht in Form von Goldminen-Aktien. Andere kaufen Fonds oder Anleihen, die auf Gold basieren, sogenanntes „Papiergold“. Die Sammler aber nutzen die einfachste und schönste Möglichkeit, Geld in Gold anzulegen – in geprägter Form nämlich. Dazu muss man auch kein Finanzwissenschaftler-Kauderwelsch verstehen, denn Münzen und Barren sind Wertstücke, die man im wahrsten Sinne des Wortes begreifen kann.

Erzinger
Wolfgang Erzinger,
Herausgeber
Deutsches Münzen Magazin

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