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10-Euro-Polymerringmünze "Im Dienst der Gesellschaft"

75 Jahre Technisches Hilfswerk

Nach „Pflege“, Feuerwehr und Polizei erscheint 2025 im Rahmen der 10-Euro-Gedenkmünzenserie „Im Dienst der Gesellschaft“ die vierte Ausgabe. Sie ist dem Technischen Hilfswerk (THW) gewidmet – pünktlich zu dessen 75. Gründungsjubiläum.

Die Münzreihe „Im Dienst der Gesellschaft“ (Randschrift) stellt die besondere Bedeutung von Berufsgruppen in den Fokus, die für das Funktionieren unserer Gesellschaft unverzichtbar sind und ist Ausdruck des Respekts und der Wertschätzung für diese im Interesse des Gemeinwohls handelnden Mitmenschen.

Die seit 2022 jährlich erscheinenden 10-Euro-Gedenkmünzen (28,75 mm, 9,8 g, CuNi-Polymer) haben als auffälligstes gemeinsames Merkmal einen ins Metall eingebetteten, millimeterfeinen Kunststoffring, der farbig leuchtet, wenn man die Münze gegen das Licht hält. Der Farbton steht dabei für die jeweilige Berufsgruppe: Grün erinnert an die Kleidung der Pflegekräfte, Rot steht für die Feuerwehr und Blau für die Polizei.

2025 ist nun also das Technische Hilfswerk (THW) an der Reihe. Dessen Farbe ist ebenfalls Blau: Einsatzkleidung, Fahrzeuge, Flaggen und auch Dienstanzüge – das THW ist immer erkennbar am typischen Ultramarinblau. So wird auch die 10-Euro-Münze nach der 2024er Polizei-Ausgabe abermals einen blauen Polymerring tragen.

Das THW wurde 1950 als ziviler Hilfs- und Ordnungsdienst gegründet und untersteht als Bundesamt dem Innenministerium. Aktuell sind im THW rund 2100 hauptamtlich Mitarbeitende und 88.000 Ehrenamtliche aktiv – davon über 12.000 Frauen. Ob bei der Sturmflut in Hamburg 1962, dem Grubenunglück von Lengede 1963 oder dem Jahrhunderthochwasser 2002 an Oder und Elbe – auf die THW-Kräfte war und ist Verlass. 2021 fand der bisher größte Einsatz des THW statt. Alle 668 Ortsverbände halfen im Einsatz nach der Flutkatastrophe im Ahrtal und weiteren Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Einsatzschwerpunkte 2022 und 2023 waren Hilfeleistungen für die Ukraine oder die Erbebenopfer in der Türkei und Syrien. Anlässlich der Fußball-EM 2024 waren rund 12.000 THW-Helferinnen und -Helfer im Einsatz. Sie kümmerten sich unterstützend an den zehn Spielorten, in Fan-Zonen und an zahlreichen Grenzübergängen um die Logistik, Verpflegung und (Not-) Stromversorgung.

1. Preis: Lorenz Crössmann

Die am 24. April 2025 erscheinende 10-Euro-Münze zu Ehren des THW wurde von Lorenz Crössmann aus Berlin gestaltet, der sich offenbar bei dem Thema eine besondere Expertise erworben hat: Auch die Feuerwehr- und die Polizei-Münze der Vorjahre stammen aus seinem Atelier.

Er erhielt den 1. Preis im Gestaltungswettbewerb, dessen Juroren die Arbeit so bewerteten: „Der Entwurf besticht durch die Darstellung sowohl der menschlichen als auch der technischen Aspekte der Arbeit des Technischen Hilfswerks (THW) wie die Suche und Rettung von Verletzten, der Hochwasserschutz und typische Einsatzsituationen mit schwerem Gerät. Die dargestellten Einsatzkräfte sind in ihrer Geschlechtlichkeit offen gestaltet, was dem Anspruch des THW auf Vielseitigkeit entspricht. Die Darstellung der vielfältigen Tätigkeiten des THW bündelt sich, unterstützt durch den blauen Polymerring, in dem zentral dargestellten Logo. Dieses repräsentiert die ehrenamtlichen und hauptamtlichen THW-Kräfte. Die Gesamtkomposition von bildnerischer Darstellung, Logo und Typographie ist überzeugend und anschaulich umgesetzt.“

Die Gestaltung der Bildseite harmoniert gut mit der für die gesamte Serie geltenden Wertseite, die von Patrick Niesel aus Röthenbach stammt.

2. Preis: Stefanie Radtke

Stefanie Radtke aus Leipzig belegte beim THW-Wettbewerb Platz 2. Das Preisgericht urteilt: „Der Entwurf zeigt drei Szenen: Im Zentrum halten zwei THW-Kräfte eine barfüßige Person mit Hilfe eines Bergetuchs. Diese Darstellung wird in künstlerisch überzeugender Weise mit dem Zahnrad aus dem THW-Logo verbunden. Den Blick nach hinten links führend, arbeitet – perspektivisch verkleinert – eine uniformierte Person mit Presslufthammer, Maske und Atemschutzgerät. Wiederum dahinter – am Bildrand – sind zwei weitere THW- Kräfte mit Personenbergung oder Trümmerbeseitigung beschäftigt. Die Flächenaufteilung ist spannungsvoll. Die perspektivische Verdichtung und die Gleichzeitigkeit der drei Szenen macht die besondere Qualität dieses Entwurfs aus.“

3. Preis: Till Mainz

Das drittplatzierte Motiv von Till Mainz aus Berlin stellt dynamisch die Aspekte der Arbeit des Technischen Hilfswerks in den Vordergrund: Auf einem unsicheren Gelände ist ein Schreitbagger bei der Arbeit zu sehen, von rechts fährt ein Gerätekraftwagen mit Blaulicht in die Szene. Die untere Hälfte des Motivs nehmen zwei behelmte Einsatzkräfte ein, die Si- cherungsmaßnahmen ergreifen. Das Preisgericht lobt: „Die stilisierte Darstellung des Einsatzgebietes nimmt das Strukturmerkmal der Adlerschwingen auf der Wertseite auf. Der Polymerring durchschneidet das Bild, ohne es zu fragmentieren. Das Miteinander von Mensch und Technik wird unmittelbar anschaulich. Die nicht zentrierte, technisch anmutende Schrift ergänzt das stilisierte Zahnrad aus dem THW-Logo in der oberen Hälfte des Münzrundes.“

 

Spezifikationen: Technisches Hilfswerk (Serie „Im Dienst der Gesellschaft“), 2025, 10 Euro, Kupfer-Nickel/Polymer (Ultramarinblau), 9,8 g, Ø 28,75 mm, Prägestätten A, D, F, G und J. Die Auflagen (PP, Stgl.) wurden noch nicht bekannt gegeben.

 

 


Die 10-Euro-Münze mit Polymerring der Serie "Im Dienst der Gesellschaft" gilt 2025 dem Technischen Hilfswerk THW.

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