Internationale Fachzeitschrift für
alte und neue Numismatik

Leserforum

In dieser Rubrik beantwortet die Redaktion regelmäßig Fragen der Leserinnen und Leser des Deutschen Münzen Magazins. Besonders interessante und häufig gestellte Leserfragen finden Sie hier in unserer Online-Ausgabe.


Verpackung 10 Euro Polymer

Der Kritik an der Ausgabe/Verpackung der 10-Euro-Münze „In der Luft“ im Leserforum der Ausgabe 5/2019 von Herrn Stöhr kann ich – und ich glaube, nicht nur ich – nur beipflichten. Es ist ja nicht nur diese Münze, sondern auch die Ausgaben der 20-Euro-Münzen, die so gut verpackt sind, dass man erstens die Münze überhaupt nicht mehr zu Gesicht bekommt und zweitens immens viel Platz braucht. Ihrem Argument – Präsentationsverpackung/Aufsteller – kann ich nicht beipflichten, denn dann muss ich ja die Folie entfernen und wenn ich die Münze irgendwann verkaufen möchte, dann sagt der Käufer, die Münze sei ja nicht mehr im Original. Warum kann man die Münzen nicht wieder in einer Kapsel ausliefern? Dann kann man die Münze wieder betrachten und platzsparend in einem Album aufbewahren. Die Verantwortlichen des Bundesfinanzministeriums sollten sich mal Gedanken machen, denn der Sammler will ja Münzen sammeln und keine Verpackungen. Vielleicht könnte man die Münzen dann um ein paar Euro günstiger anbieten.

Josef Billig

1- und 2-Cent-Münzen Finnland

In Ihrer Ausgabe 4/2019 schreiben Sie zum Thema „Was ist eigentlich eine Münze“, Finnland habe keine 1- und 2-Cent-Münzen für den normalen Geldumlauf ausgegeben. Im Münzkatalog ist aber aufgeführt, dass allein bis 2009 ca. 46.500.000 finnische 1-Cent-Münzen und ca. 47.000.000 2-Cent-Münzen geprägt wurden. Meine Frage: Handelt es sich hierbei um einen Irrtum, wurden diese Münzen nur in Kursmünzensätzen und als Sonderprägung ausgegeben oder gibt es eine andere Erklärung?

Matthias Holz

Anmerkung der Redaktion: Natürlich haben Sie recht, dass fast 50 Millionen Münzen keine reinen „Sammlermünzen” sind. Mit unserer – zugegebenermaßen etwas verkürzten – Formulierung wollten wir hervorheben, dass die Wertstufen von 1 und 2 Cent in Finnland nie für den Umlauf gedacht waren, weil Rechnungsbeträge dort offiziell auf 5 Cent gerundet werden dürfen. Sie werden ausschließlich in Rollen an Münzhändler abgegeben, wie auch folgender Wikipedia-Text beschreibt: „Die 1- und 2-Cent-Münzen Finnlands werden nur in sehr geringer Auflage geprägt und auch nur aufgrund der von der EZB auferlegten Pflicht, diese prägen zu müssen. Sie sind im normalen Zahlungsverkehr nicht im Umlauf. Nachdem 2002 die Ausgabe der 1- und 2-Cent-Münzen noch bei der Zentralbank in Helsinki praktiziert wurde, entwickelte sich eine hohe Nachfrage am öffentlichen Schalter der Zentralbank und eine Schlange von mehreren Kilometern. Die Polizei verbot daraufhin den Verkauf der Münzen. Seitdem werden die Münzen nur noch an Händler zum Nominalwert verkauft, die die Münzen zu einem beliebigen Preis weiterverkaufen dürfen. 1- und 2-Cent-Münzen sind jedoch auch in Finnland gesetzliches Zahlungsmittel und müssen daher von Geschäften angenommen werden, etwa wenn Touristen sie aus anderen Staaten der Euro-Zone mitbringen.“

Falsches Rollenpapier

Hier noch eine interessante Abbildung der neuen 20-Euro-Münze „100 Jahre Weimarer Reichsverfassung“ aus der Bundesbank-Niederlassung Stuttgart. Anscheinend lässt die Staatliche Münze Berlin nichts verkommen und verwendet das übrig gebliebene Rollenpapier von der Münze „150. Geburtstag Peter Behrens“ auch für andere Ausgaben. Ist dies gängige Praxis?

Martin Thumm

Anmerkung der Redaktion: Natürlich ist das keine „gängige Praxis“ und auch übertriebene Sparsamkeit darf man getrost ausschließen. Offenbar war von der letzten 20-Euro-Silbermünze aus Berlin (2018) noch Papier im Rollierautomaten oder Restbestände wurden versehentlich eingelegt. So etwas passiert, wo Menschen arbeiten.

Wertseite kaum zu erkennen

Ich habe in meinem Geldbeutel eine 10-Cent-Münze entdeckt, auf der die Wertseite praktisch nicht zu erkennen ist, die Seite mit dem Brandenburger Tor dagegen wirkt wie prägefrisch. Handelt es sich um eine Rarität?

Heiner Mohn

Anmerkung der Redaktion: Eigentlich kommen einseitig geprägte Euro- oder Cent-Münzen nur sehr selten vor. Denn Prägefehler beispielsweise durch Stempelverschmutzung betreffen in der Regel nicht eine ganze Münzseite, sondern nur Teile des Motivs. Mitunter dennoch auftauchende Stücke wurden zumeist nachträglich manipuliert, etwa durch abschleifen. Mit einer sehr genauen Waage kann man selbst prüfen, ob es sich tatsächlich um eine Fehlprägung handelt: ein 10-Cent-Stück wiegt genau 4,10 Gramm, eine Münze, bei der das Relief abgetragen wurde, ist messbar leichter. Sollte das Gewicht stimmen, empfiehlt es sich, das Stück von einem Experten begutachten zu lassen. Eine Liste mit vereidigten Sachverständigen können Sie bei uns kostenlos anfordern.

Zahlen über Einschmelzungen

Ich meine, bei Ihnen gelesen zu haben, dass Gedenkmünzen, die von den Leuten bei Banken oder Sparkassen zum Nennwert zurückgegeben wurden, eingeschmolzen werden. Ist das richtig? Wenn ja, gibt es Zahlen darüber?

G. Weber

Anmerkung der Redaktion: Wenn eine Gedenkmünze in Deutschland am Bankschalter abgegeben wird, gelangt sie in aller Regel nicht mehr in den Umlauf, denn die Qualität der zurückgegebenen Stücke ist sehr unterschiedlich, jedenfalls nicht mehr prägefrisch. Da die normalen Bankangestellten nicht entsprechend geschult sind, kann es auch vorkommen, dass so selbst wertvolle Raritäten an die Bundesbank weitergeleitet und dort der Materialverwertung zugeführt werden (Foto: verwalztes 2-Mark-Stück). Wie bei Zahlungsmitteln international üblich, werden die aus dem Verkehr gezogenen und später eingeschmolzenen Bestände nur nach Nennwert und Gewicht und nicht nach Motiven geordnet verwaltet. Keiner weiß also genau, wie viele Exemplare einer bestimmten Münze tatsächlich noch vorhanden sind. Unter Wertsteigerungsgesichtspunkten wäre das sicher eine interessante Information.

Beschädigte Farbmünzen

Eine 20-Euro-Farbmünze „100 Jahre Weimarer Reichsverfassung“, die ich erworben habe, weist einen kleinen Kratzer im „Rot“ der Deutschlandfarben auf. Man kann dies zwar nur unter der Lupe erkennen, dennoch meine Frage: Kommt das häufiger vor und stellt das eventuell einen Reklamationsgrund bei der Bank oder beim Münzhändler dar?

Christoph Weller

Anmerkung der Redaktion: Wie häufig das vorkommt, können wir nicht beurteilen. Sie sind jedenfalls bei uns der Erste, der die Qualität dieser Prägung bemängelt. Ansonsten kam Deutschlands erste Münze mit Teilkolorierung bei den Sammlern ausgesprochen gut an. Auch, weil sie in Normalprägung ohne Aufpreis zum Nennwert von 20 Euro ausgegeben wurde. Dabei ist die Herstellung deutlich komplizierter und (zeit-)aufwendiger, als bei normalen Silbermünzen. So wurden schätzungsweise nur rund 750 Münzen pro Stunde gefertigt, dieselbe Stückzahl springt sonst pro Minute vom Stempel! Dennoch können auch dann bei der maschinellen Prägung und Rollierung kleine Unregelmäßigkeiten, Macken oder Kratzer nicht ganz ausgeschlossen werden. Nur in der höchsten Sammlerqualität „Spiegelglanz“ wäre so etwas ein Reklamationsgrund. Diese Münzen werden Stück für Stück von Hand der Prägemaschine entnommen und auf einem Kunststoff-Tablett abgelegt, ehe sie farbig bedruckt und einzeln in Klarsichtkapseln verpackt werden. Dafür ist diese Premium-Ausführung jedoch deutlich teurer. Aber auch für die Qualität der „Normalprägung“ verdienen die Berliner Lob und keinen Tadel. Denn, wie Sie schon sagten: Mögliche Fehler muss man hier im wahrsten Sinne des Wortes „mit der Lupe suchen“.

Reichsmünze ohne Prägezeichen

Ich besitze eine 2-Mark-Münze, Deutsches Reich, 1909 „500 Jahre Universität Leipzig“. Können Sie mir sagen, wo diese Münze geprägt ist, denn einen Prägebuchstaben kann ich beim besten Willen nicht entdecken.

Hans-J. Fischer

Anmerkung der Redaktion: Die Frage wurde uns schon öfter gestellt. Denn es ist tatsächlich eine numismatische Besonderheit, dass eine Münze des deutschen Kaiserreichs keinen Hinweis auf den Prägeort trägt. Sowohl die kleinen Kursmünzen als auch die Ausgaben zu 2, 3 und 5 Mark Silber bzw. 5, 10 und 20 Mark Gold haben allesamt jeweils einen entsprechenden Prägebuchstaben. Die von Ihnen genannte Silbermünze wurde in Muldenhütten gefertigt, Sachsens Prägestätte von 1887 bis 1953. Sie ist normalerweise durch den Prägebuchstaben „E“ kenntlich, der allerdings hier wie bei der motivgleichen 5-Mark-Ausgabe zur 500-Jahrfeier der Universität Leipzig fehlt.

DDR-Fehlprägung?


Kürzlich erwarb ich von einem deutschen Münzhandelshaus eine 5-Mark-Sondermünze der DDR „125. Geburtstag W.C. Röntgen“ (Jaeger-Nr. 1530). Kurios aus meiner Sicht ist, dass auf der Münz-Wertseite kein Hinweisbuchstabe geprägt ist, welcher bekanntlich die Bezeichnung der Prägestätte angibt. Außerdem fällt auf, dass beim Drehen der Münze von der Avers- auf die Reversseite bei letzterer Staatswappen und Wertzahl auf dem Kopf stehen. Frage: Besitze ich nun wegen der beiden dargestellten Sachverhalte eine Fehlprägung oder gar eine Fälschung?

Wolfgang Hain

Anmerkung der Redaktion: Bei vielen DDR-Münzen fehlt das Prägezeichen. Das mag damit zusammenhängen, dass es dort (mit Ausnahme von Muldenhütten bis 1953) nur eine Münzstätte gab, nämlich Berlin (A). Erst ab etwa Mitte der 1980er Jahre wurde das „A” regelmäßig auf die Wertseite von Gedenkmünzen geprägt. Mit dem „kopfstehenden“ Motiv ist das so eine Sache: Es kommt darauf an, um welche Achse Sie die Münze drehen. Tun Sie das um die vertikale (senkrechte) Achse, so stehen Bild- wie Wertseite aufrecht. Man nennt das Kehrprägung. In dieser Weise sind die Münzen der DDR, aber auch die bundesdeutschen oder die Euro-Umlaufmünzen hergestellt. Nur wenn man sie um ihre horizontale Achse dreht, steht das Motiv auf dem Kopf. Sollte das bei Ihrer „Röntgen“-Münze nicht der Fall sein, so würde es sich dabei tatsächlich um eine Fehlprägung handeln. Eine solche ist uns allerdings nicht bekannt.

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