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Leserforum

In dieser Rubrik beantwortet die Redaktion regelmäßig Fragen der Leserinnen und Leser des Deutschen Münzen Magazins. Besonders interessante und häufig gestellte Leserfragen finden Sie hier in unserer Online-Ausgabe.


50-Cent-Fehlprägung

Habe eben auf Facebook von einer 50-Cent-Münze mit Adler statt Brandenburger Tor gelesen. Ist Ihnen da etwas bekannt?

Andreas Baake

Anmerkung der Redaktion: Ja, das ist eine bekannte Fehlprägung aus dem Jahr 2002. In Karlsruhe (Prägezeichen G) sind wohl mehrere Hundert Exemplare versehentlich mit Adler-Rückseite statt mit dem Brandenburger Tor geprägt und bei den Kontrollen übersehen worden. Wie viele genau in Umlauf gekommen sind, ist unklar. Tatsache aber ist, dass bereits mehrere Stücke aufgetaucht sind und für bis weit über 1000 Euro im Handel angeboten wurden. Zu welchem Preis sie dann tatsächlich den Besitzer wechselten, darüber gibt es unterschiedliche Angaben. 2010 wurde jedoch ein Stück in Berlin für 750 Euro versteigert. Es handelt sich bei dieser Fehlprägung um eine sogenannte Stempelkoppelung, bei der auf der Ronde einer 50-Cent-Münze aus Nordischem Gold (Kupfer-Aluminium-Zink-Zinn-Legierung) die richtige Wertseite mit dem nur einen Millimeter kleineren Stempel der nationalen Adlerseite des deutschen 1-Euro-Stücks kombiniert wurde.

Hermesstab als Medizin-Symbol?

Bei der 2-Euro-Münze von Italien „60 Jahre Gesundheitsministerium“ ist mir folgendes aufgefallen: Den Gestaltern des Münzbildes ist meines Erachtens eine Verwechslung unterlaufen, weil der abgebildete Hermesstab (2 Schlangen) kein ärztliches Symbol ist, sondern für Wirtschaft und Handel steht. Richtig wäre wohl die Verwendung des Äskulapstabes (1 Schlange) als Symbol des ärztlichen und pharmazeutischen Standes.

Harry Schreiber

Anmerkung der Redaktion: Sie haben die Münze sehr aufmerksam betrachtet! Tatsächlich steht in Deutschland der Äskulapstab als Symbol für Ärzte oder medizinische Dienste. In Italien und anderen Ländern allerdings ist es der Hermes- oder Merkurstab, der häufig in den Signets von Apotheken (siehe Abbildung „Farmacia“) oder Rettungsdiensten zu finden ist. Insofern handelt es sich also nicht um einen Fehler auf der Münze. Der sogenannte Caduceus (von griech.: Heroldstab), ein an der Spitze geflügelter Stock, der von zwei Schlangen mit einander zugewandten Köpfen umwunden ist, diente in der römischen Mythologie dem Gott Merkur als Zauberstab.

Euro-Münzen aus dem Kosovo?

Der Balkanstaat Kosovo, der wie Andorra nicht zur EU gehört, hat den Euro ebenfalls als Zahlungsmittel, aber keine eigene Münzprägung. Wann werden Euro-Kursmünzen aus dem Kosovo auf den Markt kommen?

Thomas Kummer

Anmerkung der Redaktion: Andorra ist zwar kein Mitglied der Europäischen Union, hat aber umfangreiche Zoll- und Kooperationsabkommen mit der EU abgeschlossen und seit 2011 auch ein Währungsabkommen. Danach ist der Euro dort gesetzliches Zahlungsmittel und Andorra darf seit 1. Juli 2013 in begrenztem Umfang auch Münzen (keine Banknoten) in Euro ausgeben, die wertmäßig je zur Hälfte den Nachbarstaaten Spanien und Frankreich zugerechnet werden. Damit hat Andorra einen ähnlichen Status wie die Kleinstaaten Monaco, San Marino und der Vatikan. Auch sie sind über ihre „Mutterländer“ Frankreich bzw. Italien in die EU eingebunden.

Kosovo dagegen besitzt keine derartigen Assoziierungsverträge mit der EU und hat den Euro unilateral, also einseitig, als Fremdwährung übernommen. Schon zuvor galt dort die Deutsche Mark als offizielle Landeswährung. Euro-Münzen aus Kosovo kann es erst geben, wenn der Staat mit der Europäischen Union ein entsprechendes Währungsabkommen schließt oder aber Vollmitglied der EU wird. Bis dahin dürfte es allerdings ein weiter Weg sein, denn noch nicht einmal alle EU-Staaten, unter ihnen Spanien und Griechenland, haben den Kosovo überhaupt als unabhängigen Staat völkerrechtlich anerkannt.

Bayerische Mark von 1800?

Im Nachlass meines Großvaters fand ich eine Münze aus dem Jahr 1800, die vermutlich aus Bamberg stammt, jedenfalls taucht auf der Rückseite die Abkürzung „BAMB.“ auf und die Kirche mit den vier Türmen könnte der Bamberger Dom sein. Darüber steht in einem Oval „XX EINE FEINE MARK“. Galt damals in Bayern schon die Mark?

Gerald Moser

Anmerkung der Redaktion: Es handelt sich um einen Halbtaler des Bistums Bamberg aus der Regierungszeit von Fürstbischof Christoph Franz von Busek (1795–1802) und einer Stadtansicht von Bamberg, unter anderem mit dem viertürmigen Kaiserdom. Die Bezeichnung „XX EINE FEINE MARK“ bedeutet, dass aus einer Mark (Gewichtseinheit: 1 Kölner Mark = ca. 234 g) zwanzig halbe Taler wie dieser geprägt wurden. Ein Taler enthielt damals mithin 23,4 Gramm Feinsilber, darauf hatte man sich vertraglich (in einer „Konvention“) geeinigt. Das erklärt auch die Umschrift auf der Bildseite oben: „NACH DEM CONVENTIONSFUSE“. Der Ausdruck „Mark“ bezeichnet hier also ein Gewicht, als Währung wurde die Mark im Königreich Bayern erst mit Gründung des Kaiserreichs 1871 eingeführt.

Fein- oder Raugewicht

Auf dem Zertifikat, das ich mit einem Gold-Krügerrand geliefert bekam, steht als Gewicht (Masse) 34 Gramm, was sich beim Nachwiegen bestätigt hat. Das ist deutlich mehr als eine Unze (31,1 g), wie es auf der Münze selbst steht (1 OZ FINE GOLD). Beim Silber-Krügerrand stimmen das von mir nachgewogene Gewicht von 31 Gramm und die Angaben auf der Münze (1 OZ FINE SILVER) aber überein. Gibt es bei Feingold und Feinsilber da einen Unterschied?

Peter M. Seidel

Anmerkung der Redaktion: Grundsätzlich muss bei Edelmetallmünzen zwischen dem Feingewicht, also dem Gehalt an purem Silber oder Gold, und dem Rau- oder Gesamtgewicht unterschieden werden. Die aufgeprägten Angaben „1 Unze Feingold“ bzw. „1 Unze Feinsilber“ auf den Krügerrand-Münzen beziehen sich auf die Masse an reinem Edelmetall. Sie beträgt jeweils 31,1 Gramm. Da der Gold-Krügerrand jedoch in einer Legierung von 22 Karat (917/1000) erscheint, sind zusätzlich noch knapp drei Gramm Kupfer im Prägemetall enthalten. So kommt das Gesamtgewicht von rund 34 Gramm zustande – und der typische, etwas rötliche Gold-Farbton dieser südafrikanischen Anlagemünze. Der letztes Jahr erstmals geprägte Silber-Krügerrand dagegen besteht zu 99,9 Prozent aus Edelmetall. Mithin sind hier Rau- und Feingewicht (bis auf ein mit einer normalen Waage nicht messbares tausendstel Gramm) identisch.

Queen Elizabeth auf 2-Euro-Gedenkmünze?

Vor einigen Jahren fand ich in meiner Geldbörse eine 2-Euro-Münze mit der Aufschrift „1937–2012 Queen Elisabeth“ vor. Da England den Euro nie hatte, frage ich mich: Wie kann das sein und woher stammt die Münze?

Peter Meyer

Anmerkung der Redaktion: Sie haben die Münzumschrift verkürzt zitiert. Im vollen Wortlaut heißt sie: „1937–2012 Queen Elisabeth Competition“, was so viel heißt wie „Königin-Elisabeth-Wettbewerb“. Die Münze erschien 2012 in Belgien (siehe aufgeprägtes Länderkürzel „BE“) aus Anlass des 75. Jahrestags der Gründung eines Künstler-Nachwuchswettbewerbs durch den belgischen Violinisten Eugène Ysaÿe gemeinsam mit Königin Elisabeth von Belgien. Unter ihrem Namen ging der Wettstreit in die Musikgeschichte ein. Das auf der 2-Euro-Gedenkmünze scherenschnittartig dargestellte Porträt mit dem bekrönten gespiegelten „E“ stellt also nicht die britische Queen Elizabeth dar, sondern Bayern-Herzogin Elisabeth (mit „s“), Ehefrau des belgischen Königs Albert I. Die Münzinschrift in Englisch gilt als Kompromiss in einem Land mit drei Amtssprachen – Französisch, Niederländisch und Deutsch –, um überlange Texte zu vermeiden.

Bundesländerserie beendet?

Der in Heft 2/2018 enthaltenen Ausgabeplanung deutscher Gedenkmünzen 2019 ist zu entnehmen, dass die Serie „Deutsche Bundesländer“ der 2-Euro-Gedenkmünzen offenbar nicht weitergeführt wird, obwohl die Edition mit 13 Münzen bei 16 Bundesländern nicht vollständig ist. Mich würde interessieren, ob die Serie generell nicht weitergeführt oder nur eine Ausgabepause eingelegt wird und wenn ja, warum. Ich denke, auch die Bundesländer Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben eine diesbezügliche Würdigung verdient mit zum Beispiel Schloss Sanssouci, Schlosskirche Wittenberg und der Wartburg.

Günter Kerbitz

Anmerkung der Redaktion: In der knapp gefassten Tabelle können wir die Hintergründe zu der Ausgabe „70 Jahre Bundesrat“ aus Platzgründen leider nicht jedes Mal beschreiben. Dies haben wir in einem Artikel in Ausgabe 1/2018 in aller Ausführlichkeit getan und darauf hingewiesen, dass die ursprünglich für 2019 geplante Ausgabe der 2-Euro-Bundesländerserie „Sachsen-Anhalt“ verschoben und durch das Motiv „Bundesrat“ ersetzt wird. Ausschlaggebend hierfür war jedoch nicht das 70-jährige Jubiläum der Länderkammer, sondern eine Neuordnung der Präsidentschafts- und damit der Münz-Reihenfolge, die sich nach den Einwohnerzahlen der jeweiligen Bundesländer richtet. Hier hat es Veränderungen gegeben mit der Konsequenz, dass sich Schleswig-Holstein weiter nach vorne geschoben hat und 2019 die Präsidentschaft innehat. Da dieses Land bereits 2006 mit dem „Lübecker Holstentor“ die Erstausgabe der 2-Euro-Serie gestellt hat, sollte es jetzt natürlich nicht ein zweites Mal drankommen, jedenfalls nicht bevor die drei noch fehlenden Länder an der Reihe waren. Deshalb erscheint 2019 zum Ausgleich eine Münze mit dem Thema „Bundesrat“. 2020 ist dann nach der neuen Rangfolge Brandenburg dran, 2021 Sachsen-Anhalt und 2022 Thüringen zum – jetzt um ein Jahr verzögerten – Abschluss der Serie.

Themenvorschläge für deutsche Gedenkmünzen

Im ersten Heft 2018 berichten Sie, wie auch in den vergangenen Jahren, über die Themenauswahl der deutschen Gedenkmünzen des folgenden Jahres. Wer legt im Vorfeld die Themen der Jahresausgaben – beispielsweise für die 20-Euro-Silbermünzen – fest? Gibt es eine Ansprechstelle, um Themenvorschläge einzureichen? Mit welchem zeitlichen Vorlauf muss dies geschehen?

Andreas Körner

Anmerkung der Redaktion:

Da sich das Procedere bei der Themenauswahl und die Ansprechpartner von Zeit zu Zeit ändern, haben wir Ihre Frage an das Bundesfinanzministerium weitergeleitet und vom dortigen Münzreferat folgende aktuelle Antwort erhalten:

„Sammlermünzen sind Ausdruck des historischen und kulturellen Selbstverständnisses eines Landes. Sie würdigen große Persönlichkeiten und bedeutende Themen aus Wissenschaft, Politik, Kunst, Kultur und Sport. Als gesetzliches Zahlungsmittel im Inland sind die Münzen geprägte Zeitzeugen und prägende Botschafter der Bundesrepublik Deutschland. Dieser Anspruch soll sich in den jährlichen Ausgabeprogrammen des Bundes durch ein ausgewogenes Themenspektrum widerspiegeln.

Themenvorschläge für die deutschen 20-Euro-Silbermünzen können formlos von jedermann eingereicht werden. Sie sind entweder an das Bundesministerium der Finanzen (BMF; Referat VIII C 3, Wilhelmstraße 97, 10117 Berlin) oder die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM; Referat K 51, Köthener Straße 2, 10963 Berlin) zu richten und sollten – im Hinblick auf die für eine Münzausgabe erforderlichen langen Vorlaufzeiten – mindestens 18 Monate vor Beginn des entsprechenden Ausgabejahres  dort eingehen. Die Themenvorschläge werden dann innerhalb der Bundesregierung von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gesammelt und inhaltlich aufbereitet.

Nach einer Vorabstimmung zwischen der BKM und dem BMF werden die Vorschläge dann in einer Sitzung des Programmbeirates beim Bundesministerium der Finanzen erörtert, die jeweils im Herbst stattfindet. Im Ergebnis wird dort eine Empfehlung für die Themen der Briefmarken und Sammlermünzen des übernächsten Jahres erarbeitet. Die endgültige Entscheidung über das Ausgabeprogramm wird nach dieser Sitzung durch den Münzherrn, den Bundesminister der Finanzen, getroffen. 

Stehen die Themen fest, müssen noch die konkreten Münzmotive gefunden werden. Hierzu lobt das Bundesverwaltungsamt (BVA), das seit Mitte 2017 operative Aufgaben im Münzbereich wahrnimmt, im Auftrag des BMF zu jedem Thema einen künstlerischen Gestaltungswettbewerb aus. Eine aus sieben Mitgliedern bestehende Fachjury,  der regelmäßig zwei Künstler, ein Numismatiker, je ein Vertreter des BMF, der BKM und des BVA sowie ein sogenannter Vertreter des Ereignisses angehören, beurteilt die von den eingeladenen Künstlern eingereichten Entwürfe  und wählt den Siegerentwurf aus, der dem Bundeskabinett zur Prägung empfohlen wird. Nach Maßgabe von § 5 Münzgesetz bestimmt die Bundesregierung die Nennwerte und die Gestaltung sowie im Benehmen mit der Deutschen Bundesbank die technischen Merkmale der deutschen Euro-Gedenkmünzen. Nach der Beschlussfassung im Kabinett wird das Motiv dann auch veröffentlicht und die weiteren Schritte zur Umsetzung eingeleitet (u. a. Fertigung der Prägewerkzeuge, Vornahme von Probeprägungen, Erteilung des Prägeauftrages).

Alle Leser des Deutschen Münzen Magazin sind herzlich eingeladen, Anregungen und Ideen für Themen der deutschen 20-Euro-Silbermünzen ab dem Jahr 2020 an das BMF bzw. die BKM zu übersenden. Mit Blick auf die begrenzte Zahl der jährlichen Emissionen sowie die deutlich höhere Zahl der eingehenden Themenvorschläge ist es jedoch leider nicht möglich, alle Ereignisse durch eine Gedenkmünze zu würdigen, die grundsätzlich hierfür in Frage kämen.“

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